Tests4. Januar 2013 , 11:01 Uhr
“GRID 2” – Ein erster Test
Chefdesigner Ross Gowing möchte “GRID 2” zu einem Spiel machen, mit dem man einfach loslegen und sich innerhalb von ein paar Runden als Held fühlen kann.
Wir haben die Demoversion des Rennspiels ausprobiert und können mit Sicherheit behaupten, dass die Entwickler auf dem richtigen Weg sind. Aber gibt es in der Spielewelt noch einen Platz für “GRID”?
Perfektes Handling
Das Original wurde bereits 2008 veröffentlicht. Das bedeutet, es werden fünf Jahre vergangen sein, wenn „GRID II“ 2013 erscheint. Seitdem hatten wir „Forza 3“ und „Forza 4“, eine Handvoll „Need for Speed“-Games, “Blur”, dreimal “Colin McRae: DiRT“ und ein paar Gokartrennspiele unterschiedlicher Qualität. Seltsamerweise ist keines dieser Games an das originale „GRID“ mit seiner Mischung aus zugänglichem Handling, tollen Autos und raffinierten Rennen mit Unterstützung von 60 Bildern pro Sekunde herangekommen.
Unsere Testversion führt uns über zwei Rennstrecken. Die erste ist eine von A nach B führende Gerade an der Küste Kaliforniens, die zweite ein Rennen durch Chicago mit mehreren Runden. Im Küstenrennen geht es um die knallharte Steuerung, die wir aus den “DiRT”-Spielen kennen: Man soll die Geschwindigkeit so hoch wie möglich treiben, die Kurven schneiden und muss dabei auch noch auf der Strecke bleiben. „GRID 2“ läuft in unserer Demoversion unglaublich flüssig. Auf der Motorhaube sieht man eine perfekte Spiegelung der Bäume, die sich am Rand der Rennstrecke befinden. Das mag vielleicht nur ein kleines Detail sein, aber die Reflektion ist wirklich großartig gestaltet.
Viel wichtiger ist, dass Entwickler Codemasters das Handling perfektioniert hat. Wir haben unseren ersten Durchlauf zwar in respektabler Zeit beendet, aber es gab Momente, in denen das Heck ausgebrochen ist, wir eine Kurve nicht perfekt geschnitten oder zu vorsichtig gebremst haben. Die erste Runde war nicht schlecht und das Handling lässt einem viel mehr durchgehen als bei einer Simulation wie „Forza“. Wir können unsere Zeit deutlich nach oben verbessern, wodurch „GRID 2“ eine enorme Tiefe erreicht.
Risiko
“GRID 2” ist kein Spiel für Tüftler. Man gewinnt keine kostbaren Extrasekunden durch die Anpassung der Getriebeübersetzung oder der Federung. Eine bessere Zeit bedeutet größere Risiken und schlaueres Manövrieren und manchmal auch das Abprallen von der Leitplanke.
Die Demoversion hat uns nicht genug für kleine Mogeleien bestraft. Die Rennstrecke in Chicago ist voller scharfer Kurven und die Straße verändert sich ständig von engen, kurvigen Abschnitten (in denen Überholen gefährlich ist) zu breiten, geraden Etappen, auf denen man den Motor laufen lassen kann. Es ist aber viel zu einfach, seine Gegner in die Plakatwände abzudrängen, was geschickte Überholmanöver überflüssig macht. Neue „GRID II“-Spieler werden das freudig willkommen heißen, aber die Hardcorefans werden von der Endversion des Games mehr erwarten.
Pferdestärke
Während das Handling in gewohnter Weise funktioniert, planen die Entwickler große Veränderungen für den Karriere- und Onlinemodus. Chefdesigner Gowing erklärte uns hierzu: “Im Karrieremodus geht es allein darum, wie der Spieler im Mittelpunkt eines wachsenden, globalen Phänomens steht.“ Man beginnt mit klassischen Muskelautos und arbeitet sich zu den Superflitzern hoch. 08/15-Motoren wird man in “GRID 2” nicht finden.
Gowing fuhr fort: “Wir haben die Fahrzeuge, mit denen wir arbeiten wollen, persönlich ausgewählt. Unsere am Handling arbeitenden Entwickler werden den Originalfahrzeugen wirklich gerecht. Wir wollen uns die Zeit nehmen, jede Nuance eines Fahrzeuges zu erforschen, sodass man sich in allen Autos wie ein Held fühlen kann, anstatt die doppelte Menge an Fahrzeugen anzubieten, die sich alle gleich anfühlen.“ Außerdem bestätigte Gowing, dass die Personalisierung der Autos ein großer Teil des Karrieremodus sein wird. Wir dürfen uns wohl auf Autoaufkleber mit aggressiven Tieren oder Tribals freuen.
Im Onlinemodus plant das Team, das hervorragende Autologsystem von EA zu übernehmen und noch besser zu machen. Gowing hierzu: „Früher konnten Spieler jeder Talentklasse einfach auf der Strecke gegeneinander antreten. Heutzutage muss man bezüglich Fortschritt, Langlebigkeit und asynchronem Gameplay viel mehr bieten.“ Das bedeutet, wir können uns auf Rennen gegen unsere Freunde und deren Bestzeiten freuen.
Gibt es also in der Welt noch Platz für ein “GRID”-Spiel? Wir finden ja! Das Handling ist der Star der Show und das Game sieht umwerfend aus. Man könnte es fast für ein Spiel der nächsten Generation halten, aber nur fast. Hoffentlich werden der Karrieremodus mit den schicken Autos und der erweiterte Onlinemodus die fünfjährige Wartezeit rechtfertigen, wenn das Spiel im Laufe dieses Jahres endlich auf den Markt kommt.
Quelle: cvg