Tests17. Juli 2012 , 10:07 Uhr

Lego Batman 2

Die “Lego”-Videospiele haben immer ein bisschen den Eindruck gemacht, als würden sie Eltern das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Doch das hat sich geändert.

Nicht nur erfreuen sich die Spiele immer größerer Beliebtheit und haben zu einer Reihe von Neuerscheinungen wie „Indiana Jones“, „Harry Potter“ und das kommende „Lord of the Rings“ geführt, sondern haben sich auch weiterentwickelt. „Lego Batman 2“ läutet eine neue Ära ein – das Spiel bietet nun eine offene Welt und wurde vollständig synchronisiert.

Joker kramt seine alten Tricks heraus und versammelt eine Reihe von Bösewichten wie Two-Face, Riddler, Harley Quinn und Penguin um sich, um Bruce Waynes Preisverleihungszeremonie platzen zu lassen. Lex Luthor ist übrigens auch mit von der Partie.

Mit der Hilfe von Robin, Superman, Black Canary, Aquaman und Nightwing (um nur einige aufzuzählen) versucht Batman Gotham City wieder unter Kontrolle zu bringen. Nicht umsonst lautet der Untertitel des Spieles „DC Super Heroes“. Denn von den circa 70 Charakteren im Game sind immerhin 50 spielbar. Die Hauptattraktion sind jedoch Batman und Robin.

Deren Koop-Zusammenspiel spielt die Hauptrolle und während man nicht unbedingt einen Partner zum Spielen benötigt, werden Sologamer bald von den aufblitzenden „Connect Controller“-Hinweisen in der rechten, oberen Ecke genervt sein. „Lego Batman 2“ lässt sich grundsätzlich jedoch in beiden Modi spielen. Singleplayer haben sogar den Vorteil, dass sie sofort die Charaktere wechseln können, um spezielle Bereiche bewältigen zu können. Zum Beispiel können Charaktere in unterschiedliche Kostüme wechseln und Power-ups verwenden. Batman kleidet sich demzufolge in Uniform, um einen Soldaten am Kontrollpunkt hinters Licht zu führen.

Charaktere sind auch nicht aneinander gebunden. Im späteren Verlauf des Spieles, wenn sich lineare Level in eine offene Welt verwandeln, teilt sich der Bildschirm auf, damit Koop-Partner unterschiedliche Wege nehmen können. Computergesteuerte Charaktere folgen dem Gamer wie Hunde dem Herrchen und können als mobile Lebensplattformen genutzt werden. Das heißt, wenn man stirbt, wechselt man einfach den Charakter und spielt fröhlich weiter. Die AI-Charaktere sind etwas cleverer als bei Vorgängerspielen, aber ein optimales Team besteht laut des Entwicklers aus einem Elternteil und einem Kind.

Denn jedes Elternteil, das einige der vorherigen “Lego”-Ausgaben gespielt hat, wird sich hier wie zuhause fühlen. Die Puzzles kommen einem bekannt vor und die Funktionen sind mehr als vertraut. Die Umgebungen sind ebenfalls geläufig, so kann man die City Hall oder das Gebäude von Wayne Enterprises hochklettern, um Missionen zu entdecken und auch Gothams Zoo bildet einen passenden Hintergrund für das „Lego“-Abenteuer. Man kann sogar im „Assassin’s Creed“-Stil schnell zu unterschiedlichen Orten reisen. „Lego“-Spiele sind jedoch anspruchslos. Aber wer erwartet auch mehr? Videospiel hin oder her, es ist und bleibt ein “Lego”-Game. Aber in „Lego Batman 2: DC Super Heroes“ blitzten immer mal wieder nette Ideen auf.

Die Welt ist für die Fahrzeuge wie das Batmobile oder Batwing groß genug. Damit bietet dieser “Lego”-Teil das bisher größte Ausmaß des Franchise. Und so schnell wie man das Fortbewegungsmittel wechseln kann, kann man auch aus der Haut eines Superschurken fahren und in den Charakter eines Superhelden schlüpfen. „Lego Batman 2: DC Super Heroes“ ist der Traum eines jeden Nerds. Man fragt sich nur, warum Traveller’s Tales diese Idee nicht ausbaut und sich auf ein „Batman“-Thema beschränkt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Der größte Triumph in diesem Spiel ist jedoch die Liebe zum Detail, mit der es entwickelt wurde. Die Animationen sind überraschend scharf und Bewegungsunschärfe, Tiefenschärfe und dynamische Schatten bieten ein fast fotorealistisches Ergebnis. So wirkt der Umgang von Batman fast wie aus Stoff.

Auch die Audiobearbeitung in der Originalfassung verdient Lobpreisung. Zum ersten Mal wird den „Lego“-Videospielfiguren eine Stimme gegeben. So spricht der Schauspieler Troy Baker Batman (er lieh Two-Face in „Arkham City“ seine Stimme). Als i-Tüpfelchen besteht der Soundtrack aus Danny Elfmans Originalthema des „Batman“-Films aus dem Jahr 1989 (noch mit Michael Keaton als Batman).

Letztendlich ist “Lego Batman 2: DC Super Heroes” ein “Lego”-Spiel wie man es erwartet: nicht zu tiefgründig, nicht zu komplex, aber mit Charme und einer Reihe vollständig spielbarer Charaktere, vollständig synchronisierten Superhelden und einer offenen Welt voller Rätsel und Abenteuer. Ein Spaß für die ganze Familie!