Tests21. Februar 2013 , 05:02 Uhr

“Silent Hunter Online” – Ein erster Test

Browsergames sollen nicht knallhart sein. Sie sind eine Ablenkung von der Arbeit oder zur Beschäftigung, wenn im Fernseher gerade nichts läuft.

Warum begibt sich “Silent Hunter Online”, ein kostenloses Browserspiel, das sich zurzeit in der geschlossenen Betaphase befindet, in die gefährlichen Gewässer einer Simulation?

Als Kommandant eines deutschen U-Boots ist die Aufgabe des Spielers, Schiffen der Alliierten nachzujagen und diese im Namen der Nationalsozialisten zu versenken. Das klingt einfach, ist es aber nicht.

Auf hoher See

Als erstes stattet man sein U-Boot aus. Alles von Maschinen über Sonargerät bis hin zu zusätzlichen Waffen ist anpassbar. Ähnlich wie in “World of Tanks” kann man (oder muss, wenn man Erfolg haben will) echtes Geld einsetzen, um die Ausstattung schneller aufzurüsten. Es gibt aber keine Verpflichtung, etwas zu kaufen. Nach der Fertigstellung wird das Schiff aufgetankt, mit so vielen Torpedos wie nur möglich bestückt und macht sich (via eines Kartenbildschirms) auf den Weg in die offene See, um der Beute nachzujagen.

Hier beginnt die wahre Action. Obwohl, Action ist vielleicht ein etwas zu starkes Wort, für das, was passiert. Man hat die Sicht eines Kommandanten auf die Messgeräte des U-Boots und kann mit allen Knöpfen und Tasten herumspielen. Aber selbst nach einer Stunde wird man immer noch nicht wissen, was die Hälfte der Hebel eigentlich auslöst.

SOS – Kommandant in Seenot

Die Entwickler bei Ubisoft Bluebyte sind sich aber bewusst, dass nicht alle Spieler gestandene Seemänner sind und bieten in Form von ein paar Crewmitgliedern Unterstützung. Diese Typen helfen beim Einhalten der Route, verwalten die Geschwindigkeit und kalkulieren sogar die Geschossbahn der Torpedos. Ohne die Crew wären wir nicht so weit gekommen. Sie hat uns nicht nur dabei geholfen, ein Frachtschiff zu versenken, sondern es überhaupt erst zu finden. Wir haben eine volle Stunde gebraucht, um dieses eine Schiff zu finden, und dabei haben wir uns noch beeilt.

Es gibt kaum Zweifel, dass “Silent Hunter Online” eher etwas für Simulationsfans ist. Es ist ein Nischenprodukt, aber für die entsprechende Zielgruppe bietet es Tiefe (wortwörtlich) und schlaue Details. Es gibt sogar eine Koop-Kampagne. In dieser können Spieler nicht nur zusammenarbeiten, um die Schiffe zu versenken, sie können auch neue Teile im Game freischalten. Aber auch Soloartisten werden gut bedient. Man kann gleichzeitig bis zu sechs U-Boote besitzen und verschiedene Kombinationen für eine Mission einsetzen. Für alle, die über eine Engelsgeduld und den Appetit eines deutschen Seemanns verfügen und nicht unbedingt ein typisches Browsergame erwarten, ist “Silent Hunter Online” ein tolles Spiel. Für weitere Inspiration einfach mal wieder Wolfgang Petersens Kultfilm „Das Boot“ ansehen.