Tests22. November 2012 , 11:11 Uhr
“Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed” im Test
Von all den “Mario Kart”-Klonen, die es seit dem Erscheinen des Spieles gab, war “Sonic & Sega All-Stars Racing” immer noch eine der besseren Alternativen.
“Sonic & Sega All-Stars Racing” hat gegenwärtige und klassische Sega-Charaktere vereint und ihnen Gokarts zur Verfügung gestellt. Alle Fans der Sega-Konsolen Dreamcast und Mega Drive waren allein dadurch schon überglücklich. Es hat keinen gestört, dass Handling und Mehrspielermodus nicht besonders gut waren. Trotzdem konnten die Entwickler es natürlich nicht dabei belassen und haben jetzt ein unausweichliches Sequel herausgegeben. In „Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed” wurden die Physik und das Handling komplett überarbeitet, was teilweise dem „Project Gotham Racing“-Guru Gareth Wilson zu verdanken ist.
Das Driften um scharfe Ecken ist nicht mehr länger eine Geduldsprobe, sondern ein wahrgewordener Traum. Man benötigt ein paar Rennen, um sich daran zu gewöhnen. Sobald man den Dreh raus hat, gibt es aber nichts Befriedigenderes, als den Stick in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen, um sich geschmeidig einer langen Kurve zu nähern und sie dann aggressiv zu nehmen. Gokartspiele haben sich in der Vergangenheit zu oft auf ihre Blödeleien verlassen. Es wurde fälschlicherweise angenommen, Ren und Stimpy in einem Gokart würden ausreichen, um die Fans zu unterhalten. Dabei wurde sich jedoch nicht die Zeit genommen, an den eigentlichen Inhalten der Games zu arbeiten. Von diesen Spielen hebt sich “Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed” nun endlich ab.
Charaktermord
Es ist aber nicht alles an “Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed” nur eitel Sonnenschein. Die Charakterauswahl ist schlechter als beim Originalspiel und Fanfavoriten wie Alex Kidd und “Shenmue“-Star Ryo wurden in die Tonne geklopft. Dafür erhalten “Jet Set Radio”, “NiGHTS” und “Space Channel 5” gleich jeweils zwei Charaktere, obwohl je einer ausreichen würde.
Zyniker würden sagen, die Präsenz dieser Spiele auf XBLA bedeutet, dass für Sega Marketing wichtiger ist als die Zufriedenstellung der Fans mit der perfekten Spielerliste. Die Aufnahme der US-Amerikanischen Rennfahrerin Danica Patrick und des derzeitigen Disney-Stars aus „Ralph Reichts“ verleihen dieser Aussage Gewicht. Die Charakterauswahl gibt einem das Gefühl, einen Schritt hinter “Sonic & Sega All-Stars Racing” zurückgeblieben zu sein. Es wird aber zweifelsohne herunterladbare Inhalte geben, durch die man weitere Charaktere (kostenpflichtig) hinzufügen kann.
Zum Glück gleicht die gute Action auf den Strecken (sowie auf dem Wasser und in der Luft) die mangelhafte Charakterauswahl aus. Die Rennrouten liefern riesige, ausladende Runden, die vor Details nur so strotzen. Im World-Tour-Modus gibt es einen deutlichen „Project Gotham”-Einfluss. Die Spieler erhalten hier verschiedene Herausforderungen in den Bereichen Driften, Beschleunigung oder Verkehr. Durch die gewonnenen Sterne lassen sich weitere Charaktere freischalten.
Während “Sonic & Sega All-Stars Racing” seinen Schwerpunkt auf die Feier der fast vergessenen Sega-Charaktere legte (wer hätte gedacht, dass wir „Bonanza Bros.“ oder Segas Originalmaskottchen Opa-Opa aus “Fantasy Zone” wiedersehen?), weist “Transformed“ diese etwas in ihre Schranken und liefert eine Spielerliste, die sich mehr an die heutige Gamergeneration richtet. Es ist kein Zufall, dass man fast alle Charaktere auch anderweitig auf XBLA vorfindet. Somit feiert “Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed” eher die HD-Sega-Ära als die ursprüngliche, vergessene Zeit. Zum Glück ist das im Endeffekt egal, da es einfach riesigen Spaß macht, das Game zu spielen.
Quelle: oxm
