Tests19. April 2012 , 02:04 Uhr

Yakuza Dead Souls

Yakuza war schon immer eine Glückstreffer-Serie, die mit Details überwältigt und mit Authentizität überzeugt hat. Das hat auf bisher vier Spiele der Serie zugetroffen und erfüllt sich auch im fünften Teil. Nur sind diesmal Zombies mit von der Partie. Aber wie wirkt sich das auf den japanischen Klassiker aus?

Für viele Unterhaltungsmedien des fiktionalen Universums sind Zombies der Ausweg, wenn man keine bessere Idee hat. Sega greift diesmal auch zu diesem Mittel und fügt den Yakuza-Charakteren eine Auswahl an Untoten hinzu. „Yakuza Dead Souls” ist ein Spin-off, aber keine endgültige Fortbewegung von den bisherigen Spielen.

Man spielt als einsamer Wolf Shun Akiyama, der immer im Anzug auftaucht und immer missmutig, aber eigentlich ein anständiger Kerl ist. Gemeinsam mit dem Besitzer einer Baugewerbefirma ‘Mad Dog’ Goro Majima, dem gemeinen ehemaligen Yakuza-Mitglied Kazuma Kiryu und dem legendären Ryuji Goda muss man Kamurocho vor dem Zombieuntergang retten.

Überraschenderweise ist das gesamte Zombie-/Totding in “Dead Souls” der schlimmste Teil des Spieles. Die Umsetzung ist nicht die Schlechteste, aber die Idee mutet doch etwas zu angestrengt an. Die Umgebung ist verlassen und von hirnfressenden Zombies zerstört, sodass kaum etwas von dem ursprünglichen Charme der Stadt übrig bleibt. Das Abwassersystem und die Betonbauten sind das schlimmste Zugeständnis an die Zombienatur des Spieles. Man kann außerdem keine Mini-Games spielen, keinen Burger kaufen oder seine Freizeit mit anderen Dingen verbringen, als sich vor Zombies zu verstecken. Waren diese Möglichkeiten nicht mitunter das Beste an der Yakuza-Serie?

Sicherzeitszone

Es gibt zum Glück Quarantänezonen, wo die Leute und Straßen lebendiger sind. Da findet sich das Yakuza-Universum, das man liebt, wieder. Dort kann man den Konversationen der NPCs lauschen, Filmankündigungen betrachten, an Theatern, Restaurants und Bars entlangschlendern oder sich einfach eine Cola kaufen. An diesen pulsierenden Punkten macht „Dead Souls“ wieder an Boden gut.

„Deal Souls“ bietet in diesem Bereich auch Mini-Games. Hier kann man Pachinko oder Dart spielen, wobei das Dartspiel besser ist, als die meisten Kaufversionen. Es gibt einen Übungsplatz, wo man seinen Baseballschlag üben kann oder eines der fast unmöglich zu schaffenden Spiele, wo man Plüschtiere mit einem Greifarm angeln muss. Außerdem gibt es wieder Karaokebars. Es ist eine wahllose Bandbreite an Gameplay-Möglichkeiten, die mal mehr mal weniger sinnvoll sind.

Hitzebeständig

Die Engine von Yakuza ist eigentlich für Faustkämpfe optimiert, aber gerade in “Dead Souls” ist es wichtig, die Zombies so weit wie möglich von einem entfernt zu halten. Die Zombies werden automatisch anvisiert, sodass nur noch auf „R1“ gedrückt werden muss, um ihnen Kopfschüsse zu verabreichen. Man kann aber auch jeglichen, nicht niet- und nagelfesten Gegenstand dazu verwenden, um auf die Gegner einzuschlagen. Außerdem kann man seinen NPCs Befehle geben und diese zum Kampf einsetzen. Mit „Heat Snipe“ werden die explosivsten Dinge in der Umgebung (zum Beispiel Autos, Benzinfässer) in die Luft gesprengt, sodass man die Zombies von guter Enfernung erledigen kann. Das Kampfsystem ist so ausgelegt, dass man seine Fähigkeiten ausbauen kann. Aber mit jedem Tod wird man in seiner Entwicklung etwas zurückgeworfen.

Letztendlich ist “Yakuza Dead Souls” nach wie vor ein unterhaltsames Spiel, aber man quält sich mitunter durch die Zombies, um zum besseren Teil des Spieles zu gelangen, und das ist eigentlich nicht der Sinn eines Games mit Untoten.