Vorschau14. Februar 2013 , 01:02 Uhr

Ein erster Blick auf “Anno Online”

Wenn man ein Spiel kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt, fragen wir uns üblicherweise: “Wo ist der Haken?” Also: Wo ist der Haken bei „Anno“? “Anno Online” ist laut dem Düsseldorfer Entwicklerstudio Ubisoft Bluebyte auf jedem PC spielbar und benötigt keinen Download. Die Frage nach dem Haken ist also berechtigt. Wir haben uns auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um uns die aktuellste Version des Simulationsspieles zu Gemüte zu führen.

Auf den ersten Blick sieht es großartig aus und Gamedesigner bei Bluebyte, Tai von Keitz, erklärt warum: “Wir haben die Veröffentlichung zweimal verschoben, da wir sicher gehen wollten, dass wir von Anfang an eine hohe Qualität bieten. Denn, wenn sich die Spieler einloggen und ihnen nicht sofort gefällt, was sie sehen, dann war es das. Sie loggen sich aus und kehren nie wieder zurück. Deshalb mussten wir sicherstellen, dass das Spiel von Anfang an toll rüberkommt und vollständig ist.“

„Anno Online“ wird in den nächsten Wochen starten, derzeit läuft in Deutschland der Stress-Test. Doch schon jetzt stehen den Spielern bereits 120 verschiedene Gebäudetypen, riesige Inseln zum Bevölkern und Inhalte für ungefähr vier bis sechs Spielmonate zur Verfügung. Das Konzept ist einfach: Man baut ein mächtiges Imperium aus einer anfänglichen kleinen Gruppen an Kolonisten auf, weitet sein Reich auf neue Inseln aus und sorgt dafür, dass die Einwohner zufrieden sind.

Keitz erläutert dies etwas näher: “Anno basiert auf den Prinzipien einer richtigen Ökonomie. Man kann nicht einfach unendliche Ressourcen produzieren, denn die Einwohner konsumieren diese. Man muss effizient mit den vorhandenen Gütern umgehen.“ Im Gegensatz zu „Civilization“ oder „Die Siedler“ ist „Anno“ ein friedvolles Spiel. Es gibt keinen Krieg, keine Naturkatastrophen und keine Alieninvasion. Für einige Gamer ist das bereits ein Grund, das Spiel nicht zu spielen, aber Fans von ausgeklügelten Strategien werden mit sorgfältigen Mikromanagementaufgaben auf Trab gehalten.

Nur weil man niemanden töten kann, heißt das nicht, dass “Anno Online” ein einsames Erlebnis sein muss. Klar kann man das gesamte Game allein spielen, aber man hat mehr Erfolg, wenn man seine Waren mit anderen Spielern tauscht oder Gilden beitritt, um größere Projekte anzugehen.

Keitz dazu: “In ‘Anno Online’ haben wir ein vielschichtiges Handelssystem integriert, sodass man alles Mögliche mit anderen Spielern tauschen kann. Wenn jemand etwas von einem erwerben möchte, muss dieser den heimischen Hafen ansteuern, um die Waren auf die Schiffe zu laden. Die Schiffe sind komplett anpassbar, sodass jeder Spieler seine eigenen Schiffstypen bauen kann. Man kann also sehen, wer in den eigenen Hafen einläuft.“

Das klingt alles sehr vielversprechend und spielt sich im ersten Test auch so. Die Lernkurve ist flach. Alles wird in kleine Häppchen verabreicht und man wird ständig belohnt. Man kann außerdem mal kurz in den Lernprozess reinschauen, wenn man mal zehn Minuten Zeit hat.

Also, wo ist der Haken? Einige werden behaupten, dass es das gleiche Spiel wie „Anno 1404“ ist, welches drei Jahre alt ist. Andere werden sagen, dass Frieden langweilig ist und manche werden behaupten, dass kein Stadtaufbauspiel Spaß machen kann, welches nicht von einer Flutwelle oder einem Großbrand bedroht wird. Es wird sicher Stirnrunzeln hervorrufen, dass man seinen Forschritt durch In-Game-Käufe vorantreiben kann, aber wir würden jedem raten, dieses großartige Browsergame wenigstens einmal auszuprobieren.

Quelle: cvg