Vorschau10. August 2012 , 11:08 Uhr

Entwicklung von BioShock Infinite läuft schleppend

Wichtige Mitarbeiter des „BioShock Infinite”-Projektes haben das Unternehmen Irrational Games verlassen und der Multiplayermodus soll aufgegeben werden.

Die Spielewebseite „Kotaku” hat von vermeintlichen Insidern erfahren, dass das Team von Irrational Games „Schwierigkeiten hat, ein Spiel zu produzieren, das den Erwartungen an die bereits veröffentlichten Demos gerecht werden wird“. Weiterhin wird in dem Artikel berichtet, dass zwei Mehrspielermodi, an denen bereits für mehrere Monate gearbeitet wurde, komplett eingestampft wurden. Es wird vermutet, dass der „BioShock”-Nachfolger als reines Singleplayerspiel erscheinen wird.

Andere Ereignisse deuten ebenfalls auf die Schwierigkeiten des Unternehmens bei der Entwicklung von „BioShock Infinite“ hin:

1. Es wurde bekannt, dass viele Mitarbeiter des Kernteams um das „BioShock“-Sequel nicht mehr für Irrational Games arbeiten. Unter anderem haben Chefdesigner Jeff McGann, Produzent Joe Faulstick, Hauptsystemdesigner Ken Strickland, Chefleveldesigner Steve Gaynor und Systemdesigner Tynan Sylvester den Spieleentwickler verlassen.

2. Gerüchten zufolge wurde der ehemalige Produktionsleiter von Epic Games, Rod Fergusson, von Irrational Games angestellt, um das Team bei der Fertigstellung des Projektes zu unterstützen.

3. Der Art-Direktor des ersten „BioShock”-Spieles Scott Sinclair kehrte zu Irrational Games zurück, um die Entwicklung von „Infinite” weiter voranzutreiben.

4. Jordan Thomas wurde von der Schwestergesellschaft 2K Marin „ausgeliehen”, um dem Team bei der Beendigung des Projektes zur Seite zu stehen.

Kreativdirektor von Irrational Games Ken Levine erklärte, dass er Vertrauen in das Projekt und das Team habe und „BioShock Infinite” rechtzeitig zum bereits genannten Erscheinungsdatum im Februar 2013 fertiggestellt würde. Über die Gerüchte und Fakten sagte er gegenüber der Webseite „Kotaku”: „In einem Unternehmen mit 200 Angestellten wird es immer Mitarbeiterfluktuaktion geben.”

Er bestätigte, dass sowohl der leitende Produktentwickler Tim Gerritsen als auch Art-Direktor Nate Wells Irrational Games verlassen haben: „Es ist hart, wenn ein Teammitglied nach so langer Zeit das Unternehmen verlässt. Nate hat jedoch 13 Jahre lang hier gearbeitet, da ist es nachvollziehbar, dass er anderweitig Erfahrung sammeln möchte.“

Levines Aussage zufolge ist das Kernteam um „BioShock“ weiterhin intakt: „Die wichtigsten Mitarbeiter von BioShock 1 wie Hauptentwickler, Art-Direktor, Kreativdirektor, Spezialisten für Effekte und Sound, Chefprogrammierer und KI-Programmierer sind ebenfalls Teil des BioShock-Infinite-Teams. Soweit ich weiß, sind alle Hauptteammitglieder von BioShock auch am Nachfolgeprojekt beteiligt. Ich finde, das ist erstaunlich und beweist deren Engagement gegenüber dem Unternehmen.“

Verschiedene Insider behaupten, dass das „BioShock Infinite”-Projekt nicht „fokussiert genug” wäre, da monatelange Arbeit in die Multiplayermodi investiert wurde, die Irrational Games nun gestrichen hat.

Auf der „Kotaku”-Webseite wird berichtet: „Die Mehrspielermodi wurden von Irrational immer stark hervorgehoben. Es wurden zwei potenzielle Multiplayermodi für Infinite entwickelt, die dann beide wieder gecancelt wurden. Es ist bislang nicht bekannt, ob es überhaupt einen Mehrspielermodus geben wird.“

Diese Äußerung wurde von Levine nicht kommentiert. Er fügte jedoch hinzu, dass Irrational „mit ein paar Dingen experimentiert hat, welche nur für das Spiel verwendet werden, wenn sie gut genug sind.“

Im Mai dieses Jahres wurde das Erscheinungsdatum vom Verleger Take-Two Interactive von Oktober 2012 auf Februar 2013 verschoben. Darauffolgend wurden die Präsentationen von „BioShock Infinite” auf der E3 im Juni sowie auf der Gamescom nächste Woche abgesagt. Hierdurch wurden die Gerüchte über den Zustand des Spieles weiter angeheizt.

Levine sagte: „Es ist immer eine Herausforderung, ein neues Spiel mit vielen verschieden Features zu entwickeln. Bei Neuentwicklungen ist offensichtlich nicht von vorneherein klar, was der beste Weg ist. Das braucht einfach Zeit. Ich kann jedoch garantieren, dass die Spieler ihr Urteil über das Spiel irgendwann selbst fällen können.“