Vorschau2. Juli 2012 , 05:07 Uhr
Rome 2 – Ein erster Blick auf das größte Kriegsspiel
Wir konnten bereits jetzt einen Blick auf die Voralpha-Version des kommenden Creative-Assembly-Spieles “Rome 2“ werfen. Schon jetzt sieht es großartig aus.
Die römische Armee fällt in Karthago ein. Karthago befindet sich auf einem Hügel und bietet eine großartige Kulisse. Es ist die Hauptstadt der größten Zivilisation der antiken Welt. Die Schlacht beginnt auf See, sodass das Kampfgeschehen auf See und zu Land nahtlos ineinander übergehen. Die riesige, römische Flotte segelt auf die Küste von Karthago zu – bereit zur Belagerung und zum Kampf.
Sobald die Schiffe angelegt haben, beginnt die Invasion. Die römischen Legionen strömen auf die Stadt zu. James Russell, Chefdesigner des Spieles, sagt, dass dies das Äquivalent zu einem Bosskampf ist. Man wird Karthago nicht in seiner ersten Mission einnehmen, sondern in der Schlacht am Ende einer langen Kampagne.
Überraschenderweise sollen sich die atemberaubenden Animationen laut Creative Assembly (CA) nicht auf die Mindestsystemanforderungen auswirken. Diese sollen wie bei „Shogun 2“ sein, damit man keinen Super-PC benötigt, um „Rome 2“ spielen zu können. Jedoch befindet sich die Entwicklung noch in der Voralpha-Phase, sodass sich dies durchaus noch ändern kann. Russell warnt deshalb vor Enttäuschungen.
Römische Soldaten errichten Belagerungstürme und Katapulte ramponieren die riesige Stadtmauer von Karthago. Als der Turm in Richtung Stadt rollt, schwenkt die Kamera plötzlich auf das Gesicht eines einzelnen Soldaten. Mit diesem neuen Feature soll das Schlachtgeschehen eine menschlichere Note erhalten.
Die Schlacht sieht schon von oben super aus, aber sie mit den Augen eines Soldaten an der Frontlinie zu sehen, ist überwältigend. Der Entwickler, der in dem Demo den Soldaten steuert, lässt diesen auf die Schiffe zurückblicken. Man blickt auf Tausende von Soldaten, die hinter ihm nach wie vor auf die Stadt zuströmen. Das Ausmaß lässt einen fast schwindelig werden.
Russell beschreibt diese Szene als “der Soldat James Ryan der antiken Welt”. Dem kann man nur zustimmen, denn es wird sich sogar derselben Mittel bedient. Die Wackelkamera im Dokumentarfilmstil wird auch von Steven Spielberg für seinen Film genutzt.
Als sich der Belagerungsturm der Stadtmauer nähert, hören wir, wie der Kommandant der Einheit Befehle brüllt und sie auf die bevorstehende Schlacht vorbereitet. Sobald man während des Spielens näher in das Geschehen zoomt, kommen diese Details zutage. So wird ein Kamerad zurückschrecken, wenn der Vordermann von einem Pfeil getroffen wird, oder versuchen, ihn in Sicherheit zu bringen. Die Möglichkeit, zwischen dem weiten Überblick und den Einzelmomenten zu wechseln, lässt einen noch tiefer in das Spielerlebnis eintauchen.
Für das Team von Creative Assembly bedeutete “Shogun 2” die Chance, dass taktische Gameplay im kleinen Rahmen zu verbessern und zu verfeinern. In „Rome 2“ wird das nun ins Große übertragen. Nicht nur die Schlachten sind größer, sondern auch die Kampagnenkarten. Das Spiel soll größer angelegt werden als „Shogun 2“ und das originale „Rome“. Die neue Spiele-Engine ermöglicht, dass man nicht nur Einheiten befiehlt, sondern die Verantwortung für ganze Armeen übernimmt.
Dahinter steckt die Idee, dass man weniger, aber wichtigere Entscheidungen trifft. Man wird seine Zeit nicht damit verbringen, eine Einheit Bogenschützen nach Karthago zu schicken. Die Schlachtenziele sind in „Rome 2“ variantenreicher und interessanter und die Invasion der Stadt wurde mit verschiedenen Kontrollpunkten ausgeweitet. Auch die Schiffsschlachten sind größer und bieten mehr taktische Möglichkeiten. Eine Einheit besteht nicht mehr nur aus einem einzelnen Schiff, sondern aus einer ganzen Reihe. Da man nun anlegen und vom Schiff aus angreifen kann, hat man rein theoretisch die Möglichkeit, den Angriff auf die Stadt von verschiedenen Punkten aus auszuführen. Städte wie Karthago verfügen sogar über einen Hafen, mit dem man auf dem Seeweg in die Stadt eindringen und Katapulte hinter die Stadtmauern zu bringen kann.
Russell betont jedoch, dass das größere Ausmaß nicht bedeutet, dass man sich durch die Kontrolle von hundert Einheiten überwältigt fühlt. Vielmehr sorgen die erweiterten Karten, die reichhaltigeren Taktiken sowie die interessanteren Ziele für ein episches Gefühl.
Das vorgestellte Demo war ein kurzes, aber es hat uns völlig überzeugt. Die Grafiken, welche sich noch im Frühstadium befinden, sind jetzt schon überwältigend. „Rome 2“ ist ein tiefgründiges Strategiespiel, das Land- und Seeschlachten miteinander verbindet. Sega hat bisher noch kein Gameplayvideo oder einen Trailer zum Spiel veröffentlicht, aber wir können es kaum erwarten. Bis es mit dem Spiel soweit ist, dauert es jedoch noch eine Weile. Creative Assembly steuert die Fertigstellung bis Ende nächsten Jahres an.