• 06.08.2008, 09:25 Uhr

Tennis


Rothenbaum sieht Rot


 © Maurizio Gambarini/DPA
Kommen in Zukunft weniger Stars nach Hamburg? Der Center-Court am Hamburger Rothenbaum

Es ist das Ende einer Ära: Der Hamburger Rothenbaum verliert seinen Status als ATP-Masters-Tunier. Zwar wird in der Arena noch Tennis gespielt, doch ihr Ruf ist durch die Entscheidung stark beschädigt. Und ob die Tennis-Weltelite weiterhin den Weg an die Alster findet, bleibt fraglich.

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat im Prozess gegen die Profi-Organisation ATP eine Niederlage erlitten. Der Hamburger Rothenbaum verliert damit seinen Status als Turnier der Masters-Serie und seinen Termin im Mai als Generalprobe vor den French Open. Statt in Hamburg wird die hochkarätige Veranstaltung ab 2009 in Madrid ausgetragen. In Hamburg kann der DTB ab dem 20. Juli ein Turnier der dritthöchsten Kategorie veranstalten, bei dem die Teilnahme der kompletten Weltelite nicht mehr garantiert ist.
 
Hamburg besitzt seit einem Jahr kein Master-Status
Der DTB hatte eine Kartellrechtsklage gegen die ATP eingereicht, nachdem alle Versuche einer Einigung mit der Organisation und ihrem umstrittenen Chef Etienne de Villiers gescheitert waren. De Villiers hatte der Hansestadt den Status als Mastersturnier im Rahmen seiner Reform der ATP-Tour im Vorgriff bereits Anfang September 2007 entzogen.

Der DTB will nun die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann die Möglichkeit prüfen, gegen das Urteil Berufung einzulegen. DTB-Präsident Georg von Waldenfels war über das Urteil der fünf Geschworenen nach zwölf Verhandlungstagen tief enttäuscht. "Wir sind weiterhin der Ansicht, dass die ATP dem Hamburger Turnier den Masters-Status zu Unrecht entzogen hat", meinte von Waldenfels: "Das Turnier am Rothenbaum war immer eines der höchsten Kategorie und der Masters-Status ist uns zeitlich unbegrenzt zuerkannt worden. Solange wir die Regularien der ATP erfüllen, müsste dieser Statuts jedes Jahr erneuert werden."
 
ATP-Chef de Villiers triumphiert
"Die Geschworenen und der Richter haben unser Recht anerkannt, Änderungen am ATP-Kalender durchzuführen, die notwendig sind, um das volle Potenzial unseres Sports auszuschöpfen", sagte der Südafrikaner, "das Gericht erkannte damit auch an, dass diese Änderungen in transparenter und vertrauensvoller Weise durchgeführt wurden."
 
SID



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