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10. Juli 2006, 12:32 Uhr
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Zidane - bester Spieler der WM

Trotz seines Kopfstoßes gegen einen italienischen Spieler hat die Fifa Zinedine Zidane als besten Spieler der WM ausgezeichnet. Frankreichs Medien zeigen sich nach "Zizous" Tätlichkeit fassungslos.

Zinedine Zidane am Boden - die Fifa hält ihn für den besten Spieler der WM© Marcus Brandt/DDP

Frankreichs Kapitän Zinédine Zidane ist trotz seiner Tätlichkeit und der fälligen Roten Karte im Endspiel gegen Italien zum besten Spieler der WM gekürt worden. Der 34-Jährige bekam in der vom Fußball-Weltverband Fifa organisierten Wahl unter Journalisten 2012 Stimmen. Auf Rang zwei landete Italiens Abwehrchef und Kapitän Fabio Cannavaro (1977 Stimmen), der als Favorit auf die Auszeichnung mit dem Goldenen Ball gegolten hatte. Dritter wurde bereits mit deutlichem Rückstand der von der Fifa-Experten-Kommission zum besten Spieler des Finales gewählte Italiener Andrea Pirlo (715).

Zidane tritt damit die Nachfolge von Oliver Kahn an, der vor vier Jahren bei der WM-Endrunde in Südkorea und Japan zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war. Auch damals war die Auszeichnung umstritten, da Kahn im Finale patzte und dennoch vor dem zweifachen Endspiel-Torschützen Ronaldo landete. 2002 waren die Wahlurnen aber schon vor dem Finale geschlossen worden, so dass der Fehler des deutschen Keepers unberücksichtigt blieb. Diesmal war die Stimmabgabe bis um Mitternacht des Finaltages möglich. Knapp zwei Stunden zuvor hatte Zidane nach Kopfstoß gegen Marco Materazzi "Rot" gesehen.

Buffon bester Torwart

Zidane reiht sich als bester WM-Akteur in eine Liste prominenter Namen ein. Vor Kahn hatten die Brasilianer Ronaldo (1998) und Romario (1994) sowie Italiens Salvatore Schillaci (1990) und Argentiniens Superstar Diego Armando Maradona (1986) den Goldenen Ball erhalten.

Den Goldenen Schuh als bester Torschütze der WM 2006 sicherte sich mit fünf Treffern Stürmer Miroslav Klose von Werder Bremen. Als bester Torhüter wurde Italiens Schlussmann Gianluigi Buffon mit der "Lew-Jaschin-Auszeichnung" der Fifa bedacht. Auch diese Ehrung war vor vier Jahren Oliver Kahn zuteil geworden.

"Blaue Engel hat sich in einen Teufel verwandelt"

Französische Medien haben am Tag nach der Niederlage der "Equipe Tricolore" im WM-Endspiel gegen Italien mit Fassungslosigkeit auf die Tätlichkeit von Zinedine Zidane reagiert. "Wie konnte das einem Mann wie Dir nur passieren?" fragte etwa die größte Sport-Zeitung "L'Equipe" am Montag. Gleichwohl gab es auch ein "Danke!" an die Mannschaft, die mit dem Einzug ins Finale viele Kritiker und Experten positiv überrascht hat.

"Der blaue Engel hat sich in einen Teufel verwandelt", schrieb die Tageszeitung "Le Parisien" über den Kopfstoß von Zidane gegen den Italiener Marco Materazzi in der Verlängerung des Endspiels, das die Franzosen schließlich im Elfmeterschießen verloren.

"Vielen Dank Zizou"

"L'Equipe nannte Zidanes Übergriff "töricht". Das Vorgehen sei auch nur schwer zu verzeihen. "Zinedine, Du weißt, dass Schwierigste ist jetzt nicht, zu erklären, warum die Mannschaft, Deine Mannschaft, das Finale verloren hat. Sondern den Millionen Menschen in aller Welt zu erklären, wie Du Dich so gehen lassen konntest bei Deinem Kopfstoß gegen Marco Materazzi zehn Minuten vor Ende der Verlängerung", hieß es. "Was sollen wir unseren Kindern erzählen und allen denen, für die Du für immer zu einem Vorbild geworden bist?"

Zidanes Mannschaftskamerad Thierry Henry warb gleichwohl dafür, daran zu denken, was Zidane für den französischen Fußball getan habe. "Alles, was ich 'Zizou' gerne sagen möchte - und was ihm Frankreich und die Fußball-Welt auch sagen sollte - ist: 'Vielen Dank'."

Auch Mitspieler Willy Sagnol erklärte, Zidane sollte gedankt werden. Wäre er nicht in das Trikot der Nationalmannschaft zurückgekehrt, hätte Frankreich das Endspiel nicht erreicht, sagte der Abwehr-Spieler.

Italien hatte sich am Sonntagabend in Berlin zum vierten Mal nach 1934, 1938 und 1982 den Titel gesichert. Für Zidane endet seine Karriere bitter, da das WM-Finale sein letztes Spiel als Profi sein sollte. Er hatte bereits vor dem Turnier erklärt, nach der WM seine Laufbahn zu beenden.

Ihre Meinung

Bester Spieler trotz eines unfairen Ausrasters: Finden Sie die Auszeichnung gerechtfertigt oder hätte ein anderer Spieler den "Goldenen Ball" bekommen sollen?

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DPA/Reuters
KOMMENTARE (10 von 27)
 
tobi379 (11.07.2006, 17:49 Uhr)
hammerhead
also ich muss sagen der typ ist echt krass. als fußballer sowieso aber als freistilkämpfer ist er ne echte entdeckung. wie der den italiener von den füßen geholt hat, war einmalig. hat mir sehr gut gefallen. nicht dass ich was gegen die italiener habe, auch ist diese unsportlichkeit absolut zu verurteilen....aber es sah einfach so geil aus!!!!!
laka (11.07.2006, 17:04 Uhr)
verbale Gewalt
Manche reden von "primitiven Verhalten" usw. und in der Tat ist diese körperliche Gewalt unverzeihbar. Und doch weiß jeder von uns, dass Wörter, Provokationen oder auch Mobbing öfters mehr weh tun, als eine Ohrfeige bzw. KOpfstoß. Und welch ein Glück für die böse Zungen ihre Wörter hinterlassen nicht einmal sichtbare, "Beweise" (blaue Flecken). Natürlich kann man das Wortgefecht während eines Fussballspiels schlecht kontrollieren, und doch sollte man auch hier irgendwie vorbeugen können. Rote Karten?
Zidane ist auch nur ein Mensch, ein klass Spieler, der nun mal direkt handelte und nicht hintenrum. Es lässt sich einfach sagen, er hätte drüber stehen sollen.
les_bleus (11.07.2006, 16:26 Uhr)
Mittelmäßigkeit und Abzocke, sprich Italien, haben gesiegt!
Italien hat gewonnen. Es ist wahr, leider. Verdient hat die italienische Mannschaft aber höchstens einen der hinteren Plätze (nicht einmal Platz drei - denn auch Argentinien hat definitiv besser gespielt).
Vielleicht sollte auch die Schauspielerische Leistung der Italiener bewertet werden, dafür wäre sicherlich die goldene Zitrone angemessen, mehr aber auch nicht. Zidane hat einen Fehler gemacht und hat sich provozieren lassen. Er hätte sich den Kopfstoß sparen sollen, das wissen wir alle. Enttäuscht bin ich nur vom italienischen Volk und ihren Medien, die so arrogant daherreden als, ob Sie wirklich so gut gespielt hätten und daher so weit gekommen sind. Italien hatte während des ganzen Turniers nur einen einzigen der "großen Fußballnationen"als Gegner und das war Deutschland. Es war auch das einzige Spiel in dem Sie relativ gut gespielt haben. Der Rest der Gegner war unbdeutend (USA, Australien, Ukraine, Tschechien). Man hat gesehen wie Sie im Spiel gegen Frankreich absolut unterlegen waren und hätte der Schiedrichter auch konsequent den zweiten Elfmeter gegeben so wäre es erst gar nicht so weit gekommen. Auch dass sich Materazzi beim Ausgleichstor auf Viera aufgestützt hat wurde nicht geahnet. So langsam macht es keinen Spaß mehr zuzuschauen, wenn Mittelmäßigkeit siegt und Schiedrichterpannen immer wieder vorkommen und offensichtliche Fouls nicht geahnet werden. Erst werden zu viele Karten gezeigt (wie bei Iwanov), dann bekommen die Schiedrichter die Anweisung das Spiel laufen zu lassen um den Spielfluß nicht zu stören. Es kann aber nicht sein, dass ein Schiedrichter zunächst keine Karten zeigt und Provokateuren und Schauspielern wie es die Italiener nun mal sind der gar nicht ausgemacht wird. Dafür habe ich kein Verständnis, denn dafür sind die Italiener nun mal bekannt.
batica (11.07.2006, 16:06 Uhr)
Lächerliches und primitives Verhalten!
Ich finde es absolut lächerlich dass man, weil man jetzt mal nicht gewonnen hat sich unbedingt einen Sündenbock für alles suchen muß!
Anstatt die Fehler bei sich zu suchen, beschimpft man die Italiener auf primitivste weise und macht sich so mehr als lächerlich. Ich habe gedacht die Deutschen empfangen die Welt als Freunde(auch die Italiener), aber dass sich das in Hetzkampagnen deutlich macht wundert mich doch sehr. Ich meine Deutschland ist doch soooo offen !?
Zidane hat den Titel nicht verdient. Er hat sich wie der letzte Bauerndepp verhalten, und dass sollte einem "Profi" trotz aller Sprüche auf keinen Fall verdienen. So jemand ist nicht fair, und sollte noch ganz andere Strafen erhalten. Und nur weil Deutschland gegen Italien verloren hat, gibt es den Deutschen nicht das Recht alle möglichen Lügen zu verbreiten und sich als Opferlamm dar zustellen. Schade das die Gastgeber sich wie Zidane am Ende einer schönen WM so hässlich zeigen, und so auch wieder alle Vorurteile erfüllen. Selbst schuld.
armano (11.07.2006, 12:27 Uhr)
Italien soll sich schämen
italien wurde nur durch betrug weltmeister:
- elfmeter gegen australien
- die intrige gegen frings
- der nicht gegebene elfer gegen deutschland

- warum schloss die fifa italien nach den bestechungsskandalen nicht von der wm aus, wenn es ihr nichts ausmacht griechenland wegen geringerer vergehen von der em auszuschließen?
- warum lassen wir uns das gefallen?
so macht fussball keinen spass!!armano


- faulen & beleidigungen
DonEsteban (11.07.2006, 11:10 Uhr)
Die dunkle Seite des Sports
Rote Karte im Finale fuer den besten Spieler des Turniers? Das scheint erstmal nicht zu passen in das Bild von Fairplay, vom guten Sport und seinen erzieherischen Werten. Die Kids werden weiterhin mit Kopfstoessen, Ellenbogen und Tritten versuchen sich durchzusetzen, nicht nur beim Fussball. Fuer Zidane war es hoffentlich ein Schluesselerlebnis. Auch die Italiener haben ihn spielerisch nicht stoppen koennen, dafuer haben sie ihn mit ueblen Provakationen schliesslich aus der Fassung gebracht. Soll doch niemand bitte jetzt versuchen der dunklen Seite des Sports den Teufel auszutreiben, der Zizou geritten haben soll. Zuletzt war dieser grosse, bewundernswerte Spieler ihr ebenso erlegen wie seine italienischen Provokateuere, die Musterknaben aus Argentinien oder die Portugiesen mit den Hollaendern, die Italiener mit den Amerikanern und und und.
Wenn wir Groesse im Sport nur an Siegen oder magischen Momenten alleine festmachen, vergessen wir mindestens die Haelfte des guten Sports, naemlich gute Verlierer zu sein. Der Verlierer des Finales ist Zidane. Als guter Verlierer kann er dennoch als bester Spieler des Turniers und seiner Zeit ehrenvoll abtreten.
tina_jpg (10.07.2006, 23:32 Uhr)
auch für mich...
...ist Zidane der beste Spieler dieser WM. Ich finde diesen Mann großartig, er hat eine berauschende WM gespielt (alleine gegen Brasilien, das war einfach nur göttlich), ohne die Frankreich überhaupt nicht so weit gekommen wäre, sein Elfer war einfach geil und die Superchance in der Verlängerung, ich bin bald von der Couch gefallen.
Natürlich muss er sich beherrschen können, gerade WEIL so viele zu ihm aufsehen..., aber mich würde trotzdem einfach mal BRENNEND interessieren, was dieser (nein, ich schreibs nicht) Italiener ihm geflüstert hat. Was hat auch einen wie IHN so getroffen, das tät mich schon interessieren, und dann würd ich gern mal die Frage stellen, ob sowas dann auch sportlich ist, Spieler provozieren. Sicher genauso sportlich wie dem Verband melden, dass Frings angeblich einen Argentinier geschlagen hat. Für mich sind die Italiener gestorben, dieser WM-Sieg ist so unverdient und ein trauriges Ende eines wunderschönen Monats.
Ich habe Zidane einen Superabgang gewünscht - ich hoffe, er überlegt es sich mit seinem Abschied nochmal, denn das hat er nicht verdient. Jeder hat einen wunden Punkt und ich denke, das hat Materazzi ausgenutzt. Sehr sehr schade :-(
lightlord (10.07.2006, 20:24 Uhr)
Italien völlig unverdient Weltmeister
Zitat :
Was soll man dem noch hinzufügen?Italien ist völlig unverdeint Weltmeister geworden und nur duch Fouls , Bestechung etc. Weltmeister geworden.Auch gegen Frankreich konnten sie sich nur durch eine hinterlistige Provokation die Zidane schliesslich(meiner Meinung nach verständlicher Weise)handgreiflich werden ließ.Franreich die in diesem Spiel ausserdem klar besser waren konnte nur bezwungen werden indem man ein Elfmeterschiessen herauszögerte was ja bekanntermaßen relative Glückssache ist.Also bei dieser WM Italien ganz klar die unverdientesten Weltmeister des Fussballgeschichte!
Lala1746 (10.07.2006, 16:57 Uhr)
Zidane tat mir leid
Aus allem, was ich über Zidane gelesen habe, schließe ich, dass er sich selbst nicht als Helden mit Vorbildfunktion sieht. Er ist auch nur ein Mensch, der sich nach einer schlimmen Beleidigung nicht anders zu helfen wußte. Er tat mir hinterher leid.
frankygun (10.07.2006, 15:58 Uhr)
Das Gesamtbild entscheidet
Ich will mal mit einer Frage anfangen: Wer wuerde Russell Crowe bei der Verleihung einen Oscar in die Hand druecken, kurz nachdem er vor dem zahlenden Publikum Kevin Costner oeffentlich geohrfeigt hat? Dass Zeidane ein genialer Fussballer ist, daran gibt es keinen Zweifel - aber als Mensch, hochbezahlter Profi und als Vorbild hat er versagt. Fuer alle sichtbar ist kurz sein wahres durchgebrochen. Da staunen auf einmal alle: "Hoppala, mein Idol ist ja in Wirklichkeit ein gewalttaetiges Ar&%#loch - ach scheissegal, ich beluege mich einfach weiter - der Typ ist top..." Ja, da fehlen mir doch 99 Cent zum Euro. Egal ob und was Materazzi gesagt hat, wenn ich als Fussballprofi Millionen verdiene und dabei zugleich Millionen (inklusive vieler Kinder und Jugendlicher) zu mir als Vorbild aufschauen, dann muss ich mich auf dem Rasen und in der Oeffentlichkeit einfach zusammenreissen, das waere dann meine verdammte Pflicht gegenueber den Personen, die mich teuer bezahlen und denen, die mich bejubeln. Das Gesamtbild ist entscheidend. Wer sich auf dem Spielfeld emotional und psychisch nicht im Griff hat, der hat auch keinen goldenen Ball verdient. So einfach ist das!
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