Mit einem mühsamen 2:0-Sieg schießt sich die Schweiz an die Spitze der Gruppe G und stößt das Tor zum Achtelfinale weit auf. Für Togo ist die WM beendet.

Der Togolese Moustapha Salifou "fliegt" hinter dem Schweizer Tranquillo Barnetta her© John MacDougall/AFP
Der von Borussia Dortmund umworbene Stürmer Alexander Frei (16.) und der Leverkusener Tranquillo Barnetta (88.) erzielten am Montag die Treffer zum 2:0-Sieg der Eidgenossen gegen Togo. 65.000 Zuschauer sahen in Dortmund einen über weite Strecken mühevollen Sieg der Schweizer über die Afrikaner, die zuletzt mit dem Streit um die WM-Prämien für Aufsehen gesorgt hatten.
Mit dem Erfolg übernahm die Schweiz, die zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder bei einer WM dabei ist, wegen der besseren Tordifferenz die Tabellenführung in der Gruppe G vor Südkorea. Am letzten Spieltag hat aber auch noch Frankreich eine Chance auf das Erreichen der nächsten Runde, wenn es seine Partie gegen Togo gewinnt. Der vom deutschen Trainer Otto Pfister betreute WM-Neuling Togo ist dagegen nach zwei Niederlagen ausgeschieden.
Es entwickelte sich vom Anpfiff weg ein munteres Spiel. In der 5. Minute prüfte Ricardo Cabanas vom 1. FC Köln den Togoer Torwart Kossi Agassa mit einem Fernschuss, eine Minute später tankte sich auf der anderen Seite Mohamed Kader gegen Philippe Senderos durch, scheiterte aber aus gut 11 Metern an Torhüter Pascal Zuberbühler. Einer gelungenen Kombination zweier Bundesliga-Spieler entsprang schließlich das 1:0. Der zuletzt angeschlagene linke Außenverteidiger Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart schlug eine weite Flanke auf Barnetta, der ließ den Ball abtropfen und Frei musste nur noch den Fuß hinhalten.
Mit zunehmender Spieldauer erarbeite sich Togo ein Übergewicht, die Schweizer agierten nach gutem Beginn zu passiv. In der 35. Minute drang der starke Emmanuel Adebayor von Arsenal London in den Strafraum ein und kam im Zweikampf mit Patrick Müller zu Fall. Die Togoer forderten wütend Elfmeter, doch Schiedsrichter Carlos Amarilla aus Paraguay ließ weiterspielen. Zur Halbzeit wechselte Kuhn Hakan Yakin ein, der für deutliche Belebung im Schweizer Spiel sorgte.
In der 64. Minute vergab der Ex-Stuttgarter nach schöner Vorlage von Frei freistehend vor Torhüter Agassa. Togo bemühte sich weiter, kam aber kaum noch gefährlich vor das Tor der Eidgenossen. Barnetta sorgte schließlich in der 88. Minute für die Entscheidung: Der eingewechselte Mauro Lustrinelli passte auf den Leverkusener Mittelfeldspieler, der mit einem schönen Schrägschuss aus etwa 15 Metern das 2:0 erzielte.
Rund 50.000 Eidgenossen waren in Dortmund erwartet worden, im Stadion hatten sie eindeutig die Oberhand: Die Dortmunder WM-Arena war in leuchtendes Schweizer Rot getaucht, Togo wurde lediglich von einem versprengten Häufchen Fans in gelben Trikots unterstützt. Ein Regenschauer eine Stunde vor dem Anpfiff hatte für die vor allem von den Schweizern ersehnte Abkühlung, bei Spielbeginn wurden auf dem Rasen 24 Grad gemessen.
Stimmen zum Spiel Otto Pfister (Nationaltrainer Togo):
"Wir waren heute nicht vom Glück begünstigt, was die Schiedsrichter-Entscheidungen und die Chancenverwertung betrifft. Da wird man um die Früchte seiner Arbeit gebracht. Das ganze Theater ist an die Substanz gegangen und an die nervliche Verfassung. Dennoch haben meine Spieler hundert Prozent gegeben."
Köbi Kuhn (Nationaltrainer Schweiz):
"Wir haben trotz der 1:0- Führung unglaublich viele Fehler gemacht. Mit dem zweiten Tor hat sich die Lage in der Gruppe verändert, aber wir wollen auch gegen Südkorea gewinnen. Es war fantastisch, in diesem Stadion vor dieser roten Kulisse zu spielen."