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Kommentar

Regel-Revolution in der Formel 1 - warum die Autos plötzlich hässlich sind

In der neuen Formel-1-Saison soll alles besser werden: Schnellere Autos, breitere Reifen, lautere Motoren - doch dann präsentierten die Rennställe die neuen Boliden. Und die sind ästhetisch höchst fragwürdig.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel testet den neuen Ferrari

Elegant sieht in der Formel 1 anders aus: Sebastian Vettel steuert einen Ferrari mit einer gewaltigen Finne hinter der Airbox

In Barcelona haben am Montag die ersten Testfahrten mit den neuen Formel-1-Autos begonnen. Die Spannung ist wie vor jeder neuen Saison gewaltig. Schließlich gibt der erste Praxistest einen ersten Aufschluss darüber, ob die Teams über den Winter ein schnelles Auto gebaut haben oder eine lahme Gurke. Diesmal ist das Überraschungspotenzial besonders groß, denn die Formel 1 erlebt die größte Regelrevolution seit der Umstellung auf den Turbomotor vor drei Jahren. Weil es auf der Rennstrecke angeblich zu brav und zu bieder war (und um die Vorherrschaft von Mercedes einzubremsen), verordnete der Motorsport-Weltverband Fia der Rennserie eine Macho-Kur: schnellere , breitere Reifen, freie Motorenentwicklung und stehende Starts hinter dem Safety Car - alles Maßnahmen, um mehr Action zu garantieren.

Ob die das Spektakel-Versprechen einlösen wird, bleibt abzuwarten. Aber nach der Präsentation der neuen Autos in den vergangenen Tagen ist eines klar: Die neuen Boliden sind keine "coolen" Schönheiten. Im Gegenteil: Sie sind zum Teil sogar extrem gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen hässlich. Das liegt hauptsächlich an der Finne oder Flosse, die die Ingenieure fast allen Autos hinter Airbox und Cockpit verpasst haben. Ähnlichkeiten mit einem Riesenkamm bei Dinosauriern oder auch Assoziationen zum Bügelbrett liegen da nahe. Bei Ferrari, Red Bull, Williams, Force India und McLaren ist sie am hässlichsten. Sie sieht aus wie ein aufgestelltes, riesiges Kuchenblech. Bei Renault, Sauber, Toro Rosso oder Haas hat die Finne eine geschwungene Kante. Das wirkt wenigstens nicht ganz so plump. Die Finne soll die Aerodynamik verbessern - und sie bietet zusätzliche Werbefläche. Rühmliche Ausnahme ist das Weltmeister-Team von Mercedes, das auf das Element verzichtet.


Silberpfeil ist lang wie ein Schlachtschiff

Auch die neuen Nasen ganz vorne sind mit ihren Löchern und Flügeln gewöhnungsbedürftig. Die markanteste Variante hat . Das Loch erinnert an einen Rüssel. Der noch größere Frontflügel stellt ästhetisch betrachtet ebenfalls keine Verschönerung dar - das Ding gleicht eher einem gewaltigen Schnauzer. Zudem sind einige Autos deutlich länger geworden. Der Silberpfeil soll einen um 25 Zentimeter größeren Radstand haben. Das verleiht dem Auto den Charakter eines Schlachtschiffes. 

Red Bull

Was für ein gewaltiger Schnauzer: Der neue Red Bull, der RB13


Doch zum Glück für alle Formel-1-Fans kommt es auf der Rennstrecke nicht auf das Aussehen an, sondern auf die Fähigkeiten der Fahrer und auf die Schnelligkeit des Autos. Bleibt also zu hoffen, dass die Rennen wirklich spannender werden und es mehr Überholmanöver gibt. Dann stören auch die Kuchenbleche nicht mehr.


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