25. Januar 2009, 16:51 Uhr

Ecclestone rettet Williams vor Pleite

Fast wäre der deutsche Formel-1-Star Nico Rosberg arbeitslos geworden: Einem Zeitungsbericht zufolge soll sein Arbeitgeber Williams eine 15-Millionen-Euro -Finanzspritze von Bernie Ecclestone erhalten haben, um den Rennstall vor der Pleite zu retten.

Formel 1, Ecclestone, Williams, Rosberg

Nico Rosberg im neuen Williams-Boliden: 50 Millionen Euro Schulden©

Viel hat offenbar nicht gefehlt, dann hätte der deutsche Formel-1-Star Nico Rosberg über Nacht auf der Straße gestanden. Nach einem Bericht der Financial Times soll Rosbergs Arbeitgeber Williams in den vergangenen beiden Jahren mehr als 50 Millionen Euro Verlust gemacht haben.

"Wir müssen eingestehen, dass ein Punkt erreicht ist, an dem ein weiteres Ausleihen von Geld für den Vorstand des Unternehmens nicht länger akzeptabel ist", wird Williams-Geschäftsführer Adam Parr in der Financial Times zitiert.

Auch sportlich läuft es schlecht

Williams hat nicht nur wirtschaftliche Sorgen, auch sportlich läuft es schlecht. Das Team wartet schon seit mehr als vier Jahren auf einen Sieg, damals gewann Juan-Pablo Montoya (Kolumbien) am 24. Oktober 2004 in einem Williams-BMW beim Saisonfinale in Sao Paulo den Großen Preis von Brasilien. Letzter Williams-Weltmeister war Jacques Villeneuve (Kanada) 1997.

Sir Frank Williams hat den Ernst der Lage erkannt. "Wenn wir im Geschäft bleiben wollen, müssen wir profitabel sein", meint der seit einem Autounfall 1986 querschnittsgelähmte Brite. In den vergangenen drei Jahren musste der Teamchef etliche Rückschläge verkraften. Erst erfolgte die Trennung von Motorenpartner BMW, dann stiegen gleich mehrere Großsponsoren aus.

Der Tiefpunkt war in der vergangenen Saison erreicht. Das Team belegte in der Konstrukteurs-Wertung den enttäuschenden achten Rang, nur Honda und Force India holten weniger WM-Punkte. Der einst als hoffnungsvollstes deutsches Talent gelobte Rosberg musste sich in der Fahrer-WM mit Rang 13 begnügen und dabei miterleben, wie Sebastian Vettel (Heppenheim) nach dem Sieg beim Großen Preis von Italien in Monza zum neuen deutschen Star aufstieg.

Rosberg schlug Angebot von McLaren aus

Inzwischen dürfte sich Rosberg schwarz ärgern, dass er vor der Saison 2008 ein Angebot des Topteams McLaren-Mercedes ausgeschlagen und stattdessen Hinterbänkler Williams die Treue gehalten hat. "Solche Chancen kriegst du nicht oft - und wenn, dann musst du zugreifen", sagte der ehemalige Formel-1-Rennfahrer und heutige RTL-Experte Christian Danner.

Rosberg hofft, dass sein Rennstall die weitreichenden Regeländerungen im Bereich Aerodynamik und die Rückkehr zu profillosen Slick-Reifen besser umsetzt als die Konkurrenz. "Jeder fängt wieder bei null an, und ich hoffe, dass die Leute bei Williams daraus einen Vorteil ziehen können", sagte der 23-Jährige unlängst in einem Interview: "Ich frage nicht nach einem Weltmeister-Auto, nur nach einem, mit dem ich konstant in die Punkteränge fahren kann. Ein paar Podiumsplatzierungen wären das i-Tüpfelchen."

Die Finanzkrise bereitet Ecclestone offenbar nicht allzu große Kopfschmerzen. "Wir sind nicht im Geringsten pessimistisch. Ob neun oder zehn Teams macht keinen Unterschied. Es geht nur um die Fahrer, nicht um die Teams", sagte der Brite in einem Interview mit dem Telegraph.

Ecclestone ist vor allem von Vettel angetan: "Ich halte ihn für super talentiert und mutig. Es wäre interessant, ihn im gleichen Auto wie Lewis Hamilton zu sehen - genauso wie das damals auch bei Ayrton Senna und Michael Schumacher interessant gewesen wäre." Ecclestone sagte, dass Vettel durchaus schon 2010 Weltmeister werden könne.

Ralf Loweg/SID
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
alexanderpelzer (25.01.2009, 18:14 Uhr)
In Zeiten von Kurzarbeit
Ich sehe das ganz genau so. Fast jeder Automobilkonzern kündigt Kurzarbeit an und braucht oder will, Gelder vom Staat. Aber am Motorsport und denen damit verbunden Kosten wird festgehalten. Ich hallte das den Beschäftigten der Automobilindustrie gegenüber nicht für fair.
Blacky007 (25.01.2009, 17:50 Uhr)
F1 ist ja auch enorm wichtig
Meines Erachtens sollte es für alle Autokonzerne, die sich aktiv an der F1 beteiligen, keinen Cent an Staathilfen geben. Wer für dieses doch recht unnötige Spektkel zweistellige Millionenbeträge übrig hat,hat keinen Grund zu klagen.
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Alleine von den Gehältern der Fahrer könnten unzählige AN Vollzeit beschäftig werden.
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Zugegeben; ich mag die F1 und schaue fast regelmäßig, aber wenn es nicht mehr ist, dann werde ich und alle anderen sicher nicht sterben und zeitgemäß ist dieser Millionenzirkus in diesen Krisenzeiten nun wahrlich nicht.
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