Vettel fährt souverän zum Sieg

7. Oktober 2012, 10:39 Uhr

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat den Großen Preis von Japan mit großem Abstand gewonnen. Durch den Sieg rückt er dem in der Gesamtwertung führenden Fernando Alonso ganz dicht auf die Pelle.

Sebastian Vettel, Formel 1, Suzuka

Gruß an das Team: Sebastian Vettel fährt in Suzuka einen ungefährdeten Sieg heraus©

Sebastian Vettel hat mit seinem souveränen Start-Ziel-Triumph auf seiner Lieblingsstrecke Suzuka einen großen Schritt Richtung Titel-Hattrick gemacht. Der Red-Bull-Pilot profitierte bei seinem insgesamt dritten Sieg beim Großen Preis von Japan zudem gewaltig vom Riesenpech des WM-Spitzenreiters Fernando Alonso. Verfolger Vettel konnte wegen des Ausfalls des Spaniers in der ersten Runde seinen Rückstand in der Fahrerwertung der Formel 1 auf vier Punkte reduzieren.

"Yes baby, yes baby", jubelte Vettel über Boxenfunk nach seiner Gala beim 15. Saisonlauf am Sonntag auf der spektakulären Achterbahnstrecke. "Was für ein tolles Rennen!" Felipe Massa belegte im Ferrari den zweiten Platz vor dem japanischen Sauber-Piloten Kamui Kobayashi, der damit sein Heimrennen krönte.

Nach seinem zweiten Erfolg hintereinander rückt der zweimalige Champion aus Heppenheim mit Riesenschritten Alonso auf die Pelle. Fünf Rennen vor Schluss führt der Ferrari-Pilot mit 194 Punkten nur noch knapp vor Vettel (190). Der Gesamtdritte Kimi Räikkönen (Finnland/157) erreichte Rang sechs und hat mit 37 Zählern Rückstand auf Alonso vorerst den Anschluss an das Spitzenduo verloren.

Vettel und Suzuka - das passt

Vettel bestätigte eindrucksvoll, dass der Suzuka Circuit ihm und dem Red Bull perfekt liegt. Im Vorjahr machte er auf der 5,807 Kilometer langen, spektakulären Strecke mit einem dritten Platz frühzeitig seinen zweiten Titel-Triumph perfekt. 2009 und 2010 hatte Vettel hier jeweils gewonnen.

Für Vettel begann der 53 Runden lange Grand Prix optimal. Der Red-Bull-Pilot verteidigte nach seiner 34. Pole-Position problemlos die Spitze. Und dann schied Spitzenreiter Alonso schon in der ersten Kurve aus. Räikkönen hatte mit dem Frontflügel seines Lotus das linke Hinterrad des Ferrari aufgeschlitzt. Chancenlos raste Alonso ins Kiesbett und musste völlig frustriert aus dem Cockpit steigen.

Der zweite Nuller in dieser Saison nach Spa-Francorchamps bedeutete für den zweifachen Champion einen herben Rückschlag im Titelrennen. "Es war ein Reifenschaden, entstanden durch einen Kontakt mit Kimis Frontflügel, durch den sich Fernando gedreht hat", schilderte Ferrari auf Twitter die Ursache. Felipe Massas starkes Tempo "macht das, was mit Fernando passiert ist, umso bedauerlicher

"Fahr vorsichtig!"

Opfer der harten Positionskämpfe in einer turbulenten Auftaktphase wurden unter anderem auch Nico Rosberg (Wiesbaden) im Mercedes und Vettels Teamkollege Mark Webber. Der schon mehrfach negativ aufgefallene Renn-Rüpel Romain Grosjean hatte den Australier "abgeschossen", was die Kommissare mit zehn Sekunden Zeitstrafe für den Franzosen ahndeten. Wenigstens konnte Webber nach einer Reparatur an seinem Red Bull weiterfahren und noch Achter werden.

Nach der zwei Runden langen Safety-Car-Phase wegen des ganzen Tohuwabohus verteidigte Vettel nach dem Neustart souverän seine Führung. Auch die Boxenstopps brachten keine großen Veränderungen. Der Red-Bull-Pilot fuhr an der Spitze ein einsames Rennen, der Rest folgte auf der Achterbahn mit Riesenabstand. Vettel musste keinerlei Risiko eingehen und konnte praktisch den Schongang einlegen. Dennoch machte er viel Druck und musste von seinem Team per Boxenfunk eingebremst werden: "Bitte nicht die Hinterreifen überhitzen." Noch in der vorletzten Runde bettelten die Strategen: "Fahr vorsichtig!"

Schumi fährt an den Punkten vorbei

Michael Schumacher verpasste vier Tage nach seiner Rücktrittserklärung zum Saisonende als Elfter knapp einen Zähler. Der Rekord-Weltmeister aus Kerpen hatte vom 23. Startplatz aus eh nur minimale Chancen auf Punkte. startete aber eine tolle Aufholjagd. Wegen seines Auffahrunfalls in Singapur musste er zehn Positionen weiter hinten in das sechstletzte Rennen seiner brillanten, einmaligen Karriere gehen. Zu allem Übel zickte auch noch die Elektronik am Mercedes, so dass die Box keine Telemetriedaten übermittelt erhielt.

Rosbergs schneller Ausfall komplettierte den enttäuschenden Sonntag für die Silberpfeile. "Er hat mir das Rennen kaputt gemacht - und für viele andere auch", beschwerte sich der Blondschopf über Unfallverursacher Bruno Senna. "Ich war schon in den Top Ten, da wäre was gegangen."

Nico Hülkenberg, der wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze verloren hatte, belegte einen guten siebten Rang. Der als 15. gestartete Force-India-Pilot aus Emmerich machte damit insgesamt acht Positionen gut. Timo Glock (Wersau) wurde im Marussia-Virgin 16.

Nach 307,471 Kilometern siegte Vettel in 1:28:56,242 Stunden. Massa lag 20,639 Sekunden zurück - eine Ewigkeit.

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