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Mexiko-Milliardär dementiert Honda-Rettung

Es klang nach einem Märchen aus tausend und einer Nacht: Ein mexikanischer Milliardär übernimmt den kriselnden Honda-Rennstall und rettet damit die Japaner vor dem Formel-1-Ausstieg. Jetzt aber folgte das Dementi. Auch der Wechsel von Fernando Alonso zu Ferrari ist noch lange nicht klar.

Von wegen Weihnachtsruhe: In der Formel 1 überschlagen sich vor dem Jahreswechsel die Ereignisse. Fernando Alonso bandelt mit Ferrari an und der mexikanische Milliardär Carlos Slim Helù soll angeblich den Honda-Rennstall retten. Italienischen Medienberichten zufolge dreht sich das Personalkarussell im Grand-Prix-Zirkus in der Winterpause so rasant wie selten zuvor, zumal mit der vermeintlichen Übernahme des Honda-Teams auch die Formel-1-Karriere von Bruno Senna, dem Neffen der brasilianischen Legende Ayrton Senna, beginnen soll.

Allerdings berichtete die mexikanische Zeitung "Reforma" am Sonntag, sie habe ein Dementi vom Sohn des Milliardärs, Carlos Slim Domit, erhalten, was den angeblichen Kauf des Honda-Teams betreffe. Slim Domit betonte dem Blatt zufolge, sein Vater habe nicht vor, in die Formel 1 einzusteigen.

Dabei hatte die italienische Zeitung «La Stampa» genau das Gegenteil zuvor geschrieben. Slim soll dem Bericht zufolge den japanischen Rennstall, der sich wegen der Automobilkrise aus der Formel 1 zurückgezogen hat, zum symbolischen Preis von einem Dollar kaufen und mit den für die nächste Saison nötigen 300 Millionen Euro finanzieren wollen.

Bedingung des mexikanischen Milliardärs sei aber, dass Bruno Senna, der Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreifachen Weltmeisters Ayrton Senna, einen der Rennwagen steuert. Der Aufstieg des Brasilianers von der GP2 in die Formel 1 galt jedoch schon vorher als sicher. Der Brite Jenson Button ist bei Honda gesetzt.

Laut "La Stampa" ist der Vertrag zwischen dem 67-jährigen Slim und Honda noch nicht unterzeichnet. Das Team sei aber definitiv gerettet. Der zweitreichste Mann der Welt, der mit seiner Telmex-Gruppe fast dreiviertel des lateinamerikanischen Telekommunikation-Marktes beherrscht, habe den Honda-Rennstall im englischen Brackley bereits vor Weihnachten besucht. Die rund 800 Angestellten, denen schon die Entlassung angekündigt worden sei, könnten also aufatmen.

Auch um die ferne Zukunft keine Sorgen muss sich indes der zweimalige Weltmeister Alonso machen, er soll einem italienischen Medienbericht entsprechend von 2011 an definitiv für Ferrari fahren. "La Gazzetta dello Sport" berichtete am Sonntag, der Spanier und der italienische Rennstall hätten bereits "eine schriftliche Vereinbarung" über einen Dreijahresvertrag mit einer Verlängerungsoption für das Jahr 2014 getroffen. Sollte sich der 2008 enttäuschende und entthronte Titelverteidiger Kimi Räikkönen in der kommenden Saison nicht berappeln, komme Alonso sogar schon ein Jahr früher als geplant zur Scuderia.

Für Flavio Briatore, Alonsos Manager und aktueller Teamchef bei Renault, würde damit wohl ein langgehegter Traum wahr. Nirgendwo lässt sich ein Pilot auf dem globalen Werbemarkt besser vermarkten als am Steuer des roten Renners. Der Italiener glaubt fest daran, dass sein Schützling bei Ferrari bestehen kann: "Alonso macht viel weniger Fehler als einst Schumacher. Der konnte mit Druck nicht so gut umgehen wie Alonso", sagte er der "La Gazzetta dello Sport".

Ferrari wich den hartnäckig gestellten Personalfragen beim traditionellen Weihnachtsessen vor wenigen Tagen noch aus. "Wir haben Massa und Räikkönen für die nächsten zwei Jahre unter Vertrag. Und was die Zukunft bringt, werden wir sehen", sagte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo. Räikkönens Zukunft scheint dennoch mehr als ungewiss. Felipe Massas Position ist nach dessen hervorragenden Leistungen in diesem Jahr dagegen nicht in Gefahr. Der Brasilianer verpasste im Herzschlagfinale gegen McLaren-Mercedes-Konkurrent Lewis Hamilton nur um einen Punkt die WM-Krone.

DPA/DPA

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