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30. April 2009, 14:27 Uhr

Mosley attackiert große Rennställe

Fia-Präsident Max Mosley ist weiter auf Konfrontationskurs mit den großen Rennställen: Das freiwillige Etatlimit wurde vom Motorsport-Weltverband auf 45 Millionen Euro festgelegt. Teams mit großem Budget wie McLaren-Mercedes, Ferrari oder Renault geraten damit massiv unter Druck.

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Max Mosley will die Macht der großen Autokonzerne in der Formel 1 brechen und mehr konkurrenzfähige Teams© Pascal Le Segretain/Getty Images

Im Streit um eine Budgetgrenze für Formel-1-Teams hat der Internationale Automobilverband Fia das freiwillige Etatlimit für 2010 auf 45 Millionen Euro festgesetzt. Damit steuert die Fia weiter auf Konfrontationskurs mit den in der Königsklasse engagierten Auto-Konzernen, die eine derartige Regelung vehement ablehnen. Rennställe, die vom kommenden Jahr an mit dem Mini-Budget auskommen, sollen laut dem von der Fia am Donnerstag bekanntgegebenen Beschluss mit großen technischen Freiheiten belohnt werden. Teams, die weiterhin mit größeren Etats operieren wollen, bleiben diese Vorteile dagegen verwehrt.

Bis zum 29. Mai müssen sich die Teilnehmer für die kommende Formel-1-Saison anmelden und in ihrem Antrag mitteilen, ob sie die Budgetgrenze einhalten wollen. Zwar kam die Fia den Herstellern in ihrer Entscheidung etwas entgegen und erhöhte das ursprünglich von Verbandschef Max Mosley vorgeschlagene Limit um rund zwölf Millionen Euro. Allerdings liegen die etablierten Teams wie Ferrari oder McLaren-Mercedes trotz des Sparkurses mit Budgets von 270 bis 300 Millionen Euro immer noch weit darüber. "Ich glaube auch nicht, dass wir den Etat innerhalb eines Jahres so radikal kürzen können", hatte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gewarnt.

Fia schafft Fakten

Die Teamvereinigung Fota wollte erst bei einem Treffen vor dem Großen Preis von Spanien am 10. Mai einen gemeinsamen Vorschlag erarbeiten. Die Fia jedoch schuf nun Fakten. Wird das Etatlimit eingehalten, dürfen Rennställe ihre Autos mit beweglichen Flügeln und einem Motor ohne Drehzahlbegrenzung ausstatten. Zudem gibt es für sie keine Beschränkungen für die Nutzung von Windkanälen und Testfahrten vor der Saison. "Die Fia glaubt, dass eine Budgetgrenze sich als attraktiv erweisen wird und hofft, dass mit der Zeit alle Teams mitmachen", schrieb der Verband in einer Presseerklärung.

Eine unabhängige Kommission soll die Einhaltung des Etatlimits überwachen, unerlaubte Mehrausgaben werden bestraft. Investitionen für den Motor sind 2010 allerdings von der Bugdetgrenze ebenso ausgenommen wie Fahrergehälter, Kosten für Marketing und Bußgelder. Mehrere Teams aus der GP2 sowie der Traditionsrennstall Lola und das amerikanische Projekt USGPE hatten zuletzt Interesse an einem Einstieg in die Formel 1 signalisiert, wenn eine Budgetgrenze etabliert werden sollte. Wohl auch deshalb erhöhte die Fia die Zahl der zugelassenen Fahrer für 2010 auf 26.

Außerdem entschied der Verband, vom kommenden Jahr an das Nachtanken während der Rennen zu verbieten. Damit sollen Kosten gesenkt werden. Zudem sei dies ein Anreiz für Ingenieure, benzinsparende Motoren zu entwickeln. Ebenfalls nicht mehr zulässig sind zukünftig Heizdecken für die Reifen der Boliden.

DPA
 
 
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