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Mercedes verblüfft die Konkurrenz

Paukenschlag zum Abschluss der Tests: Zwei Wochen vor Beginn der neuen Saison ist Nico Rosberg im Mercedes zur Bestzeit in Barcelona gerast. Die Silberpfeile hoffen jetzt auf eine bessere Saison.

  Nico Rosberg hofft in der neuen Saison auf einen schnelleres Dienstauto.

Nico Rosberg hofft in der neuen Saison auf einen schnelleres Dienstauto.

Den Titel Trainingsweltmeister hat sich das Formel-1-Team von Mercedes schon verdient. Der neue Silberpfeil hat die Konkurrenz bei den Testfahrten zur Saison 2013 verblüfft. Erst versetzte Neuzugang Lewis Hamilton zwei Wochen vor der ersten Qualifikation in diesem Jahr mit einer famosen Runde auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona am Samstag die Konkurrenz in Staunen. Dann unterbot Teamkollege Nico Rosberg diese Marke am Sonntag sogar, während sich Titelverteidiger Sebastian Vettel im neuen Red Bull mit über zwei Sekunden Rückstand auf Rang acht wiederfand.

Er und die restlichen Rivalen sind nach insgesamt 12 Testtagen gewarnt. "Ich würde sagen, dass ein Team immer schnell gewesen ist, mehr als alle anderen: Das ist Mercedes", sagte Ex-Weltmeister und Ex-Hamilton-Teamkollege Jenson Button von McLaren.

Bislang fuhr Mercedes nur hinterher

Drei Jahre kurvte der Silberpfeil meist nur kläglich hinterher, ein Sieg durch Rosberg im vergangenen April in China verlieh kurz ein bisschen Glanz. Das Team wurde umgebaut. Niki Lauda wurde zum Oberaufseher erkoren, Toto Wolff kam von Williams als Nachfolger für Motorsport-Chef Norbert Haug. Und Hamilton ersetzte Pensionär Michael Schumacher.

"Die Zuverlässigkeit, die Kilometerzahlen und die schrittweisen Verbesserungen, die wir während der drei Testphasen gemacht haben, sind sehr ermutigend", sagte Hamilton. "Wir werden definitiv an einem bestimmten Punkt in der Lage sein, ein Rennen zu gewinnen."

Einen neuen Glücksbringer hat er auch längst: Hamilton hat sich eine englische Bulldogge zugelegt. Roscoe, so der Name des putzigen Vierbeiners, bekommt sogar seinen eigenen Formel-1-Pass. Bernie Ecclestone habe es erlaubt, erzählte der Brite laut Medienberichten in Barcelona. Er habe nur ein Bild von Roscoe besorgen müssen.

Vettel: Es wird enger

Vettel verlässt sich bei der Einstimmung auf die kommende WM-Jagd vorerst auf die innere Stimme. "Ich glaube, das Gefühl passt, und darauf lässt sich aufbauen", betonte der Hesse. Im Kampf um seinen vierten Titel in Serie rechnet er mit reichlich Siegkandidaten. Wer? "Da muss man kein Genie sein, das werden die üblichen Verdächtigen sein." Zudem könnte das Mittelfeld, in dem sich zuletzt auch Mercedes befand, näher heranrücken. "Deswegen spricht alles dafür, dass es wieder eng wird", betonte der 25 Jahre alte Heppenheimer, der in diesem Jahr seinen vierten WM-Titel in Serie holen kann.

Einer will es aber an erster Stelle verhindern: Fernando Alonso. Der spanische Ferrari-Star hofft, dass die italienische Traditionstruppe die sieben bis acht Zehntelsekunden pro Runde auf Red Bull im Vergleich zum Finale 2012 in Sao Paulo aufgeholt hat. Der neue F138 erwies sich noch nicht als Wunderwerk, zeigte aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch keine eklatanten Schwächen. Das Auto sei 200 Mal besser als vor einem Jahr, befand Alonso und raste zum Testfinale mit 0,364 Sekunden Rückstand auf Rang zwei hinter Rosberg.

Red Bull, Ferrari, McLaren, Mercedes, dazu gesellt sich auch wieder Lotus, nachdem das Team mit Ex-Champion Kimi Räikkönen und dem Franzosen Romain Grosjean einige Tagesbestzeiten bei den Tests aufgestellt hat. Und Sauber könnte mit dem deutschen Neuzugang Nico Hülkenberg für die ein oder andere Überraschung gut sein und zu einer ähnlich verrückten Saison wie 2012 beitragen, als es sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Rennen gab.

Gespanntes Warten auf Melbourne

"Das große Geheimnis wird sich spätestens in Melbourne lüften", meinte Vettel, der nach seinem Testauftritt am Sonntag auf dem Circuit de Catalunya noch mal für ein paar Tage abtauchen dürfte, um ausgeruht, voll konzentriert und frühzeitig die Reise ans andere Ende der Welt anzutreten. Denn dann geht es für ihn, Mercedes und alle anderen um die richtige Formel-1-Weltmeisterschaft.

Jens Marx/DPA/DPA

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