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26. Juli 2009, 15:26 Uhr

Vettel scheidet bei Hamilton-Sieg aus, Massa weiter im Koma

Sebastian Vettel hat im Kampf um die Formel-1-WM einen Rückschlag einstecken müssen: Beim GP von Ungarn schied der Red-Bull-Pilot vorzeitig aus. Tagessieger wurde überraschend Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes. Derweil befindet sich der schwer verunglückte Felipe Massa weiter im künstlichen Koma.

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Ein verkniffener Sebastian Vettel nach seinem Ausscheiden beim GP von Ungarn© FELIX HEYDER/DPA

Sebastian Vettel war bei Lewis Hamiltons befreiendem Sieg auf dem Hungaroring der große Verlierer. Doch das Pech der deutschen WM-Hoffnung beim Großen Preis von Ungarn stand ganz im Schatten des Horror-Unfalls von Felipe Massa einen Tag zuvor in der Qualifikation. Red-Bull-Pilot Vettel musste am Sonntag in Budapest in der 31. Runde wegen technischer Probleme aufgeben und verlor damit im Titelrennen gegenüber WM-Spitzenreiter Jenson Button und Teamkollege Mark Webber möglicherweise schon entscheidend an Boden. Dennoch gab es für die schwarz-rot-goldene Fahrer-Flotte Grund zur Freude: Williams-Pilot Nico Rosberg fuhr nach einer fehlerfreien Leistung auf Rang vier, Toyota-Pilot Timo Glock, im Vorjahr Zweiter, raste von Startplatz 13 noch auf Rang sechs vor.

Nach einer Kollision kurz nach dem Start mit Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und einem Ausritt in die Wiese musste der 22-jährige Vettel erst zu einem außerplanmäßigen Stopp an die Box einbiegen. Drei Durchgänge später parkte der Heppenheimer seinen Formel-1-Boliden frustriert in der Garage. "Das ist bitter. Wir müssen jeden Punkt aufholen. Wenn man dann nicht ankommt, kann man natürlich auch nicht punkten", meinte Vettel enttäuscht, der in der WM-Wertung hinter Button (70 Punkte) und dem Australier Webber (51,5) mit 47 Zählern von Rang zwei auf drei zurückfiel.

Auch Button enttäuscht

So musste er tatenlos zusehen, wie Weltmeister Hamilton und McLaren-Mercedes ein eindrucksvolles Comeback nach einer bisher völlig missratenen Saison feierten und den Aufwärtstrend bestätigten. "Das war eine Sensation. Vielleicht können wir jetzt auch noch vorn mitmischen", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der 24-jährige Hamilton holte seinen ersten Sieg seit dem 19. Oktober 2008 in China. Der Brite gewann vor Räikkönen, der damit den sportlichen Trost für Ferrari nach dem Massa-Crash lieferte, und Webber. Räikkönen musste noch eine Untersuchung wegen des Vorfalls am Start mit Vettel abwarten. "Danke, Jungs. Das war so schön. Wir haben so hart dafür gearbeitet. Ich bin so froh, dass es endlich geklappt hat", schrie Hamilton in Boxenfunk bei seiner Ehrenrunde. Der Brite ist der der erste Sieger in dieser Saison, der nicht aus dem Brawn-GP oder Red-Bull-Rennstall kommt. Er ist auch der erste KERS-Sieger. Ein Trost für Vettel war, dass auch Button als Siebter bei angenehmen Temperaturen um 25 Grad nicht in die Gänge kam.

Gute News von Massa

Einen Tag nach dem spektakulären Unfall von Massa entkam die Formel 1 einem weiteren Unglück. Der rechte Vorderreifen an Fernando Alonsos Renault löste sich kurz nach seinem ersten Boxenstopp in der 12. Runde und sprang über die Strecke. Zum Glück wurde niemand getroffen. Der Spanier, der von der Pole Position gestartet war, fuhr noch einmal an die Box, doch im 17. Durchgang gab er ohne Siegchance auf.

Vor dem Rennen waren die Gedanken der Fahrer und von Massas Mechanikern bei Ferrari bei dem verunglückten Brasilianer. Mit einem Schild mit der Aufschrift "Forza Felipe. Si amo con te" ("Auf geht’s Felipe. Wir sind bei Dir.") schickte das Team Grüße in das Krankenhaus. Massa könnte nach ärztlichen Angaben bis zu sechs Wochen ausfallen. Er wurde von den Medizinern für 48 Stunden bis Montagnachmittag in eine künstliches Koma versetzt, aus dem er immer wieder geweckt wird. Bleibende Schäden soll Massa trotz der schweren Verletzungen aber nicht davontragen. "Massa ist in einer stabilen, zufriedenstellenden Situation", teilten die Ärzte des AEK- Krankenhauses mit.

Hamilton wie zu besten Zeiten

Auch das Rennen war ereignisreich. Schon am Start fiel Vettel von Platz zwei auf sieben zurück, nachdem Räikkönen ihm in der ersten Kurve berührte. Die Folge bekam er später zu spüren. "Urplötzlich gab es einen Schlag an der linken Aufhängung. Dann war an der Aufhängung was kaputt und es ging nicht mehr", schilderte er den Augenblick in der 28. Runde vor seinem außerplanmäßigen Besuch an der Box. "Wir haben es noch mal probiert, aber es ging einfach nicht mehr." Der Wagen habe Öl verloren und sei viel aufgesetzt. Für Red Bull war es der erste technische bedingte Ausfall in diesem Jahr. Sein Teamkollege Webber hatte indes Glück, als er beinahe ind er Box mit Räikkönen zusammenstieß.

Hamilton ließ sich von alldem nicht beeindrucken. Wie zu den besten Zeiten in seinen ersten beiden Jahren in der Königsklasse kontrollierte der jüngste Champion in der Formel-1-Geschichte das Rennen und lieferte eine fehlerfreie Vorstellung. Davon konnte im BMW-Sauber-Team nicht die Rede sein. Schon nach der Qualifikation war das Rennen auf dem zweitlangsamsten Kurs im Formel-1-Kalender für die "Weiß-Blauen" gelaufen. Zum dritten Mal hintereinander blieb BMW- Sauber ohne Punkte. Nick Heidfeld wurde nur Elfter, der Pole Robert Kubica 13. Bitter verlief auch der Tag für Adrian Sutil. Schon in der Formationsrunde überhitzte der Mercedes-Motor in seinem Force India. Der Gräfelfinger startete trotzdem, kam aber schon kurz darauf wieder an die Box und gab auf.

DPA/kbe

 
 
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