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1. November 2009, 15:44 Uhr

Vettel siegt in der Wüste

Versöhnlicher Saisonabschluss für Sebastian Vettel: Der Red-Bull-Pilot raste im letzten WM-Rennen in Abu Dhabi zum Sieg und wurde Vize-Weltmeister. Teamkollege Mark Webber wurde Zweiter, Weltmeister Jenson Button fuhr ebenfalls auf das Podium.

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Sebastian Vettel profitierte von dem Ausfall von Lewis Hamilton© Gero Breloer/AP

Kronprinz Sebastian Vettel hat sich mit einem souveränen Sieg beim Saisonfinale in der Wüste für den verpassten WM-Titel wenigstens ein bisschen getröstet. Der Red-Bull-Pilot sicherte sich damit zugleich die Vizeweltmeisterschaft und machte so den Großen Preis von Abu Dhabi zu seinem ganz persönlichen "Märchen aus 1001 Nacht". Teamkollege Mark Webber sorgte mit Rang zwei bei der Premiere auf dem malerischen Yas Marina Circuit am Sonntag für den vierten Doppelerfolg des Formel-1-Rennstalls. Der bereits als Champion feststehende BrawnGP-Pilot Jenson Button holte bei dem für ihn eigentlichen bedeutungslosen Rennen nach einem packenden Finale mit Webber den letzten Podestplatz.

Bei seinem vierten Saisonsieg profitierte Vettel allerdings auch von einem technischen Defekt des bis zum ersten Boxenstopp führenden Ex-Weltmeisters Lewis Hamilton. "Wir konnten die Bremsen nicht mehr auf Temperatur bringen. Die hinteren Bremsen haben nicht mehr richtig funktioniert", schilderte der McLaren-Mercedes-Mann sein bitteres Aus. Danach war der Weg für den 22 Jahre alten Hessen aus Heppenheim frei.

Vettel gewann die Hitzeschlacht bei Sonnenuntergang nach 55 Runden in 1:34:03,414 Stunden. Der Australier Webber wies vor 50.000 Zuschauern in der ausverkauften zauberhaften Arena 17,857 Sekunden Rückstand auf. Button belegte nach 305,470 Kilometern den dritten Platz. Nach 17 Saisonläufen schloss Vettel die Fahrerwertung mit 84 Punkten hinter Button (95) ab. Rubens Barrichello (77) blieb im zweiten Brawn-Mercedes der dritte Gesamtrang. Der Brasilianer hatte seine Chancen auf den Vize-Titel bereits nach der ersten Kurve und einer leichten Kollision mit Webber eingebüßt und wurde schließlich Vierter in Abu Dhabi.

Heidfeld wird Fünfter
Für BMW endete der letzte Grand Prix vor dem Formel-1-Ausstieg einigermaßen versöhnlich. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) holte für die Weiß-Blauen als Fünfter vier Punkte. Nico Rosberg (Wiesbaden) verabschiedete sich als Neunter nach vier Jahren von Williams ohne Zähler. Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde 17.

Im Zweikampf zwischen Vettel und Barrichello um die Vizeweltmeisterschaft fiel schon Sekunden nach dem Start eine Vorentscheidung: Der viertplatzierte Brasilianer beschädigte sich bei einer leichten Kollision mit dem vor ihm liegenden Red-Bull-Rivale Mark Webber den Frontflügel an seinem Brawn-Mercedes und konnte danach vorübergehend nicht mehr volles Tempo gehen.

Vettel fuhr dagegen völlig unbehelligt hinter Hamilton, der seine Pole-Position locker verteidigt hatte, auf Rang zwei. Der Hesse übte allerdings ständig Druck aus und verleitete so den führenden Briten in der elften von 55 Runden zu einen wertvolle Zehntelsekunden kostenden Fahrfehler.

Nach dem ersten Boxenstopp übernahm Vettel die Führung. Der Red-Bull-Pilot hatte als letzter der Top-Fünf getankt. Zudem profitierte er von Bremsproblemen an Hamiltons McLaren-Mercedes. Der entthronte Weltmeister musste wenig später in der 21. Runde seinen Silberpfeil in der Garage abstellen. "Lewis hatte ein Problem mit einem Bremsbelag, was seinen Speed bereits am Anfang beeinträchtige", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug "Er war zuvor am Freitag und Samstag klar der Schnellste im Feld - sehr schade." Es war Hamiltons erster technisch bedingter Ausfall im 52. Rennen für McLaren- Mercedes.

Zu einem spannenden Kräftevergleich kommt es beim "Race of Champions" im Pekinger Olympiastadion am Dienstag und Mittwoch. Dort treffen unter anderem Rekord-Champion Michael Schumacher, Button und Vettel aufeinander.

Jens Marx/DPA
 
 
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