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3. August 2008, 15:48 Uhr

Ferrari-Desaster rettet Silber den Sieg

Kurz vor Schluss hat Felipe Massa, der beim Großen Preis von Ungarn souverän in Führung lag, seinen Boliden abstellen müssen. Dadurch fuhr Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg. Toyota-Pilot Timo Glock wurde sensationell Zweiter, Räikkönen Dritter.

Die Finnen können Auto fahren: Heikki Kovalainen siegt beim Großen Preis von Ungarn© Peter Kohalmi/AFP

McLaren-Mercedes-Star Lewis Hamilton bleibt weiter die Nummer eins der WM-Fahrerwertung - dank der Motor-Tragödie von Ferrari-Pilot Felipe Massa. Und Silberpfeil-Pilot Heikki Kovalainen konnte den ersten Formel- 1-Sieg seiner Karriere einfahren. Die größte Überraschung auf dem Hungaroring gelang aber Toyota-Pilot Timo Glock, der zwei Wochen nach seinem Horror-Unfall von Hockenheim als Zweiter seine Podiums-Premiere feierte. In einer dramatischen Schlussphase beim Großen Preis von Ungarn war Blitzstarter Massa als Führender zwei Runden vor Ende ausgefallen und hatte damit die Rückkehr an die Spitze der Fahrer- Weltmeisterschaft verpasst. Hamilton wurde nach einem Reifenplatzer nur Fünfter, geht aber als WM-Spitzenreiter in die kurze Sommerpause. Weltmeister Kimi Räikkönen, der in Ungarn Dritter wurde, liegt nun fünf Zähler hinter dem Briten (62) auf Rang zwei.

"Sorry für Felipe und Ferrari, Lewis hatte Pech. Sensationell der erste Sieg von Heikki", bilanzierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem Erfolg des weitgehend fehlerfrei fahrenden Kovalainen, der nach 70 Runden in 1:37:27,067 Stunden triumphierte. Nach einem sensationellen Start von Massa hatte zunächst alles auf den vierten Saisonsieg des Brasilianers hingedeutet. Von Rang drei zog er schon nach wenigen Metern mühelos an dem als Zweiter ins Rennen gegangenen Kovalainen davon und rauschte dann mit qualmenden Reifen in der ersten Kurve auch an Hamilton vorbei. Die in Training und Qualifikation überlegen wirkenden McLaren-Mercedes konnten dabei dem anstürmenden Ferrari-Mann nicht Paroli bieten.

Glock erwischte guten Start

Im Schatten des Schnellstarters Massa rutschte auch der Wersauer Glock nach vorn, als er sich vor den Polen Robert Kubica im BMW- Sauber auf Platz vier verbesserte. Der nach seinem Desaster in der Qualifikation nur als 15. gestartete Nick Heidfeld machte gleich drei Plätze gut.

Ganz vorn aber war Massa zunächst nicht zu stoppen. Er baute auf dem 4,381 Kilometer langen, welligen und winkligen Berg-und-Tal-Kurs einen kleinen Vorsprung auf die silbernen Verfolger auf und blieb auch nach der ersten Runde der Boxenstopps an der Spitze. Zwar kam der Brasilianer nach 18 Runden als Erster zum Tanken, doch Hamilton folgte nur einen Umlauf später und konnte daher keinen Boden gutmachen. In der 41. Runde war die Aufholjagd des Briten endgültig beendet: Beim Anbremsen in einer Kurve platzte sein linker Vorderreifen. Mühsam schleppte sich der 23-Jährige zurück an die Box und kam als Neunter zurück auf die Strecke.

Hamilton betrieb Schadensbegrenzung

Immerhin konnte Hamilton, der nach seinen furiosen Erfolgen in Silverstone und Hockenheim in Ungarn den Hattrick schaffen wollte, am Ende noch Schadensbegrenzung betreiben. Als Fünfter rettete er vier WM-Zähler und hat nun 64 Punkte auf dem Konto. Massas Traum vom WM-Thron indes platzte in der 68. Runde, als er mit rauchendem Motor ausrollte und seinen roten Renner abstellen musste.

Damit war auch die Aufholjagd von Titelverteidiger Räikkönen beendet. Der Champion hatte nach langem Kampf Renault-Pilot Fernando Alonso hinter sich gelassen und näherte sich auch dem verzweifelt kämpfenden Glock bedrohlich. Doch nach Massas Aus bremste die Ferrari-Teamleitung auch Räikkönen ein und mahnte den Finnen in den finalen Umläufen zur schonenden Fahrweise. Von den Angriffen des Ferrari-Mannes befreit steuerte Glock seinen Toyota mit elf Sekunden Rückstand auf Kovalainen ins Ziel und feierte in seinem 15. Formel-1- Rennen als Zweiter das beste Resultat seiner noch jungen Karriere in der Königsklasse.

Rosberg: Alles ging in die Hose

Für die anderen Deutschen verlief das Rennen hingegen enttäuschend. Der Gladbacher Heidfeld wurde lediglich Zehnter und liegt als WM-Fünfter mit weiterhin 41 Punkten nun 23 Zähler hinter Hamilton. Zum sechsten Mal nicht ins Ziel kam Sebastian Vettel. Der Heppenheimer schied in der 24. Runde mit einem technischen Defekt aus und war danach ratlos. "Heute ist alles etwas in die Hose gegangen", klagte der 21-Jährige. Auch der Wiesbadener Nico Rosberg war im Williams-Toyota einmal mehr chancenlos und blieb als 14. zum sechsten Mal hintereinander ohne WM-Punkte. Der Gräfelfinger Adrian Sutil fiel mit seinem Force India in der 66. Runde aus.

DPA
 
 
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