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8. September 2008, 14:39 Uhr
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"Das Herz des Formel-1-Sports"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat seine Kritik an der Aberkennung des Sieges von Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien erneuert. Das strittige Manöver des Briten gegen Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen sei eine "erlaubte Besserleistung" gewesen, sagt Haug - und geht sogar noch einen Schritt weiter.

Ungemütliche Gemengelage: Lewis Hamilton wurde der Sieg in Spa aberkannt© Robert Ghement/DPA

Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung über Ihren Protest gegen die Strafe gegen Hamilton?

Das Thema wird geprüft. Klar ist, dass Lewis einen Nachteil hatte, nachdem ihm Kimi in der Schikane - worüber wir uns nicht beklagt haben - keinen Platz gelassen hat. Zurück auf der Strecke ließ Lewis Kimi vorbei - wie es die Regeln vorschreiben, wenn der Weg über die Wiese in einer Schikane nach Metern kürzer als der auf der Rennstrecke ist. In der nächsten Kurve hat Lewis Kimi dann überholt - Kimi ließ die Tür dazu offen. Ein grandioses Manöver - und das, obwohl Lewis nach Schikane und Wiese vom Gas gehen und sich überholen lassen musste.

Wie hat Lewis Hamilton auf die Strafe reagiert?

Wir sind zusammen zum Flughafen gefahren und Lewis grinste mich an und sagte: 'Jetzt wollen wir möglichst alle verbleibenden Rennen gewinnen.' Ich habe nicht widersprochen - auch wenn es noch ziemlich viele sind.

Muss das Formel-1-Regelwerk für Fälle wie diesen klarer formuliert werden?

Nein. Man muss nur richtig einschätzen, was ein Vorteil und was ein Nachteil ist. Die Rennkommissare hatten dazu eine andere Ansicht als wir. Ich respektiere ihre und ich bin sicher, sie werden auch unsere respektieren - und die ist sportlich. Lewis hatte aus unserer Sicht einen Nachteil - wer hat zuletzt in der Formel 1, nachdem er freiwillig vom Gas ging, 300 Meter später einen ebenbürtigen Wettbewerber überholt? Lewis war und bleibt der Beste der letzten Runden von Spa 2008 - statt 10 Punkte, die der Sieger bekommt, hat er augenblicklich nur 6. Nach meiner Einschätzung hat Lewis nicht durch einen unerlaubten Vorteil überholt, sondern vielmehr durch eine erlaubte Besserleistung - eine wie wir sie alle sehen wollen, weil solche Leistungen das Herz des Formel 1-Sports sind.

Interview: Christian Hollmann, dpa

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