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Jeden Tag ein Bild vom Stadion

Wohl kaum ein Münchner hat den Bau der Allianz Arena so intensiv verfolgt wie Gunnar Gröbel. Seit Baubeginn im Oktober 2002 schoss der bei der Stadtentwässerung beschäftigte Elektrotechniker jeden Tag ein Foto vom wachsenden WM-Stadion.

Sa hat Gröbel eine lückenlose Bilderserie vom Fortschritt der Arbeiten an der neuen Spielstätte des FC Bayern und des TSV 1860 zusammengestellt. "Die Idee einer solchen Dokumentation hat mich schon als Kind fasziniert", sagt der 36-Jährige.

Kamera im Eigenbau aufgerüstet

Bevor das ehrgeizige Foto-Projekt starten konnte, war Gröbels Improvisationstalent gefragt. Zunächst zerlegte er eine Digitalkamera und versah diese mit einer Zeitschaltuhr, die täglich um 14.00 Uhr mit einem elektrischen Impuls den Auslöser betätigte. Dann baute er ein wasserdichtes Gehäuse um die Kamera, schweißte es auf einen Metallstab und stellte seine Konstruktion neben in der Nähe eines erhöht gelegenen Windrads mit freier Sicht auf die Arena auf. "Ein wenig sieht es aus wie ein Starkasten. Aber eine Profi-Ausrüstung kann ich mir nicht leisten", sagt Gröbel. Rund 500 Euro an Materialkosten musste er dennoch investieren.

Immer wieder pilgerte er während der 31-monatigen Bauzeit zu seiner Apparatur, putzte die Scheibe, prüfte die Technik und wechselte die Speicherkarte mit den Bildern. Der Aufwand lohnte sich: Die Ergebnisse des Langzeit-Projekts stellten nicht nur den Ideengeber vollauf zufrieden, sondern beeindruckten auch Filmemacher Wolfgang Ettlich. Prompt nutzte der Regisseur, der zufällig auf Gröbels Fotos aufmerksam geworden war, die Bilder für die Zeitraffer- Effekte in seinem Film "Der Fußballtempel. Eine Arena für München", der am 29. Mai im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird.

DPA

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