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Der Schicksalsflug - Rekonstruktion eines Dramas

Michael Schumachers schicksalhafter Sturz ist umfassend untersucht - aber was geschah in den zwei Stunden danach? Die Rekonstruktion eines Dramas - jetzt im neuen stern.

  Michael Schumacher: Am 29. Dezember 2013, dem Tag seines Skiunfalls, hatte der Formel-1-Rekordweltmeister unfassbar viel Pech.

Michael Schumacher: Am 29. Dezember 2013, dem Tag seines Skiunfalls, hatte der Formel-1-Rekordweltmeister unfassbar viel Pech.

Der 29. Dezember 2013 - Michael Schumachers Schicksalstag. Es ist gegen 20 Minuten vor zwölf, am Rand der Unglückspiste in den französischen Alpen ist gerade der Rettungshubschrauber gelandet. Schnell war er zur Stelle - wie zuvor schon die Ersthelfer, die nach einem Notruf von der Gipfelstation abgefahren sind. Sie sehen sofort: Der Verletzte ist schwer gestürzt, sein Helm wurde zerstört, er blutet. Der Verdacht auf schwere Kopfverletzungen liegt nahe. Doch der berühmte Skifahrer ist bei Bewusstsein. Man entscheidet, ihn gesichert an Bord zu nehmen und rasch zu starten.

Als Staatsanwalt Patrick Quincy bald nach Schumachers Unfall Ermittlungen anstellt, konzentriert er sich auf die Frage: Wie kam es zu dem Sturz? Am 17. Februar kommt er zu dem Schluss: Es ging alles mit rechten Dingen zu, die Pisten waren korrekt markiert, Schumacher fuhr mit mäßiger Geschwindigkeit. Nichts juristisch Relevantes wird ermittelt, eine ganz unwahrscheinliche Verkettung widriger Zufälle führte zum Unglück.

Viele Fragen bleiben

Und doch blieben Rätsel offen: Warum versagte der Helm? Und was geschah in den dramatischen zwei Stunden bis zur Behandlung durch die Spezialisten in der Uniklinik von Grenoble? Weshalb flog der schnelle und weit über 1000 PS starke Helikopter nicht unmittelbar dorthin, sondern nahm einen Umweg über das kleine Krankenhaus von Moûtiers, in dem der notwendige erste Eingriff nicht hätte gemacht werden können?

Der stern hat sich auf Spurensuche begeben. Unter anderem zeigen die Recherchen: Für Unfälle wie diesen reicht die Schutzwirkung handelsüblicher Skihelme bei Weitem nicht aus. Viele Wintersportler wiegen sich in trügerischer Sicherheit - doch bereits ein Sturz aus 75 Zentimetern Höhe kann einen Helm nach europäischer Norm zerstören.

Wertvolle Zeit vergeht

Ihren Umweg erklären die Luftretter mit der Notwendigkeit, ihren Patienten im nur fünf Minuten entfernten kleineren Krankenhaus zu stabilisieren und zur Beatmung zu intubieren - ungeplant, denn erst während des Fluges wurde zuverlässig erkannt, wie dramatisch und rasant sich der Zustand Schumachers aufgrund der tatsächlichen Schwere seiner Verletzung verschlimmerte. Bis zur optimalen Versorgung, den notwendigen Computertomografie-Aufnahmen und der folgenden Operation verging dadurch deutlich mehr Zeit, als es mit einer direkten Verlegung erforderlich gewesen wäre.

Es ist anerkannter Forschungsstand in der Medizin, dass nach einer schweren Schädelhirnverletzung jede Minute bis zur "definitiven Versorgung" zählt. Für sie ist eine spezialisierte Klinikabteilung wie in Grenoble erforderlich. Verlorene Zeit erhöht das Risiko für den Patienten immer weiter.

Wie kam es dazu? Und besteht auch bei modernsten Rettungsverfahren und einer gut ausgebildeten Besatzung die Gefahr, die Lage eines Schwerverletzen mit falschem Optimismus zu beurteilen? Antworten darauf liefert der stern aus der detaillierten Rekonstruktion der Lücke zwischen den Berichten über Schumachers Unfall und seiner mittlerweile mehr als hundertägigen Genesungszeit in Grenoble.

Erste Hilfe für Schumacher: Die Rekonstruktion der dramatischen Stunden nach dem Sturz

... lesen Sie im neuen stern

Christoph Koch und Michael Streck/print
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