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1. August 2006, 06:22 Uhr

Eingebrannter Horrorcrash

Vor 30 Jahren ist der frühere Formel1-Fahrer Niki Lauda nur knapp dem Tod entkommen. Beim Grand Prix von Deutschland verunglückte der Österreicher mit seinem Wagen und wäre fast verbrannt. Seine Narben sind seitdem sein Markenzeichen.

Flammen schießen in die Luft als Niki Lauda mit seinem Wagen eine Felswand gerammt hat© DPA

Der Ferrari stand lichterloh in Flammen, sein Helm flog durch die Luft und den Zuschauern stockte vor Entsetzen der Atem: Nur in letzter Sekunden entkam Niki Lauda vor 30 Jahren auf dem Nürburgring dem Tod. Auch dank der Hilfe seiner Rivalen, die den schwer verletzten Lauda aus seinem brennenden Wrack zogen, erlebte der österreichische Formel-1-Fahrer am 1. August 1976 in der "Grünen Hölle" so etwas wie seine zweite Geburt. Nur sieben Wochen später saß er wieder am Steuer und verpasste die WM- Titelverteidigung anschließend nur um einen Punkt.

"Ich bin nach sechs Monaten wieder so gefahren wie früher oder sogar besser, und das kann man nur dann, wenn man ein Problem hundertprozentig gelöst hat. Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist", sagt der lebenslang von seinem Horrorcrash gezeichnete 57-Jährige. Teile seiner Narben am Kopf bedeckt er meist mit einer roten Kappe.

Flammendes Inferno

1. August, 1976: es war die zweite Runde des Grand Prix von Deutschland. Auf dem abtrocknenden Kurs kam der Ferrari von der Strecke ab, prallte gegen eine Felswand, wurde über die Fahrbahn geschleudert und ging in Flammen auf. Dann krachten zwei Rivalen in das Wrack. Dabei verlor Lauda seinen Helm und wurde ohnmächtig, ehe ihn seine Konkurrenten aus dem brennenden Ferrari-Wrack zogen.

Vor den Fernsehern verfolgten Millionen Zuschauer live Laudas Bergung und bangten mit dem Leben des damals 27-Jährigen. Der Österreicher wurde mit schweren Brandwunden am Kopf und Lungenverätzungen in eine Spezialklinik in Ludwigshafen gebracht. Dort kämpfte er vier Tage lang um sein Leben, während in der Formel 1 die Sicherheitsmaßnahmen weltweit verschärft wurden.

"Ich weiß noch, dass ich aus der Box gefahren bin. Dann hört die Erinnerung auf. Sie setzt erst wieder ein auf dem Weg in irgendein Krankenhaus", so der dreimalige Weltmeister, der mit dem fatalen Unfall auf seine Weise umgeht und das Flammenmeer Jahre später auch als "Barbecue" bezeichnete. Auf dem Nürburgring verstreicht der Jahrestag des Unfalls ohne besondere Aktivität, sagte ein Sprecher am Montag.

Fürs Leben gezeichnet

Lauda selbst ist nicht nur äußerlich von dem Crash noch immer schwer gezeichnet. Auf Grund der notwendigen Medikation ließ die Leistung seiner Nieren nach. Nach zwei Transplantationen lebt Lauda, dessen Sohn Mathias für Mercedes in der DTM fährt, mit vier Nieren. Beruflich leitet Lauda nach seiner Berater-Funktionen bei Ferrari und Jaguar seine eigene Fluglinie NIKI. Zuvor hatte er als Chef von Lauda-Air den Absturz einer seiner Maschinen 1991 verkraften müssen. Damals kamen 223 Menschen in Thailand auf dem Flug von Bangkok nach Wien um. "Das war das Schlimmste in seinem Leben", betont Niki Lauda.

DPA
 
 
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