Gerüchte, Dementis und Vertragsoptionen

16. Oktober 2012, 09:09 Uhr

Nach Sebastian Vettels Sieg beim Großen Preis von Südkorea gab es erneut Meldungen, der zweifache Formel-1-Champion und neue WM-Führende wechsle 2014 zu Ferrari. Die Dementis folgten direkt.

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Sebastian Vettel, Formel 1, Ferrari, Fernando Alonso

Sebastian Vettel und Fernando Alonso - können Konkurrenten Teamkollegen sein? Die Formel-1-Gerüchteküche brodelt trotz Dementis weiter.©

Frisch aufgewärmte Spekulationen über einen Wechsel von Sebastian Vettel zu Ferrari heizen das packende Titelrennen zwischen dem deutschen Doppel-Weltmeister und Fernando Alonso zusätzlich an. Red Bull und die Scuderia dementierten die brisante Personalie jedoch umgehend entschieden. Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Ferrari-Quelle, dass der neue WM-Spitzenreiter einen Vertrag beim italienischen Formel-1-Traditionsteam für 2014 unterschrieben habe.

Sogar Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sah sich genötigt, das Gerücht postwendend zu entkräften. "2013 kommt ja erst noch, aber ich möchte auch keine zwei Hähne im Hühnerstall haben", sagte der Italiener am Montag auf der Homepage des Rennstalls. Er wolle keine Probleme in seinem Team. Er wolle auch keine Rivalen.

"Da ist nichts Wahres dran", hatte Team-Sprecher Luca Colajanni schon zuvor der Nachrichtenagentur dpa versichert. "Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass wir diese Gerüchte hören und es wird auch nicht das letzte Mal sein", sagte er. Die Spekulationen seien es nicht mal wert, dementiert zu werden.

"Das sind Unwahrheiten, diese Meldung stimmt schlicht und einfach nicht", versicherte auch Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko bei bild.de. Die BBC zitierte Teamchef Christian Horner: "Ohne den geringsten Zweifel wird er 2014 Teil des Red-Bull-Teams sein."

Nach BBC-Informationen hängt Vettels Wechsel von Red Bull zu den "Roten" von den Resultaten der Scuderia in der kommenden Saison ab. Dem Bericht zufolge soll Alonso sein Einverständnis gegeben haben, mittelfristig mit seinem aktuell schärfsten Rivalen im selben Team zu fahren. Der Spanier, der den WM-Kampf schon zweimal gegen Vettel verlor, steht bei Ferrari bis 2016 unter Vertrag. Vettels Kontrakt mit Red Bull läuft Ende 2014 aus, beinhaltet aber eine Ausstiegsklausel.

Wilde Spekulationen über eine Verpflichtung Vettels durch Ferrari kursieren schon seit langem. Beim Großen Preis von Kanada im Juni hatte Teamchef Stefano Domenicali diesen Gerüchten mit seiner bewusst platzierten Schwärmerei für den 25 Jahre alten Hessen neue Nahrung gegeben. "Vettel wäre einer für uns", sagte er. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo hatte ebenfalls mehrfach Vettels Qualitäten gelobt.

Schumachers Fußstapfen

Dass die Gerüchte nach Alonsos schmerzhafter Niederlage in Südkorea und dem damit verbundenen Verlust der WM-Führung lanciert wurden, legt allerdings den Verdacht nahe, dass hier gezielte Sperrfeuer im Titel-Endspurt gelegt werden könnten. Vettel hat nach seinem dritten Triumph in Folge wieder glänzende Chancen, den WM-Hattrick zu schaffen. Zudem ist der RB8 derzeit deutlich stärker als der Ferrari. Mark Webber machte mit seinem zweiten Platz vor Alonso in Yeongam den Doppelerfolg der "Bullen" perfekt.

Nach seinem insgesamt 25. Grand-Prix-Sieg äußerte sich Vettel (215 Punkte) sehr zurückhaltend über seinen nun sechs Zähler hinter ihm liegenden Dauerkonkurrenten und möglicherweise künftigen Teamkollegen Alonso (209). "Wir respektieren einander sehr", sagte er im Interview der "Bild". "Aber jeder versucht unterm Strich, sein eigenes Ding durchzuziehen." Der Spanier habe ihm "sehr fair gratuliert. Mark genauso." Er schätze eine solche Fairness. "Das zeigt den Respekt füreinander, obwohl wir gegeneinander kämpfen und uns nichts schenken", sagte Vettel.

Sollte Vettel tatsächlich zu Ferrari wechseln, könnte er dort mit einiger Verspätung in Michael Schumachers Fußstapfen treten. Der Rekord-Weltmeister aus Kerpen holte in seinen elf Jahren bei der Scuderia (1996 bis 2006) fünf seiner sieben Titel. Felipe Massa könnte 2013 Alonsos Teamkollege bleiben und dann für Vettel Platz machen müssen.

Von Elmar Dreher und Jens Marx, DPA
 
 
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