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19. Januar 2009, 14:48 Uhr

Angriff aus dem Hinterhalt

Renault und Williams haben in der kommenden Formel-1-Saison Großes vor. Vor allem die Franzosen wollen mit ihrem neuen Auto an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Bei Williams ruhen die Hoffnungen auf einen jungen Deutschen. Unterdessen gibt es Ärger um den neuen Ferrari.

Formel 1, Renault, Alonso, Williams, Rosberg

Renault will 2009 mit diesem Auto um den Titel fahren© Jose Manuel Ribeiro/Reuters

Fernando Alonso lüftete das weiße Tuch und die Mechaniker klatschten schon mal Beifall: Ex-Weltmeister Renault will mit seinem auffälligen neuen R29 an alte Zeiten anknüpfen. Während die Franzosen die Präsentation im portugiesischen Portimao zumindest ein bisschen inszenierten, rollte Rivale Williams den neuen Renner von Nico Rosberg bei trübem Wetter recht unspektakulär einfach aus der Garage. T

est- und Ersatzfahrer Nico Hülkenberg sollte am Montag die Jungfernfahrt vorbehalten bleiben. Das britische Team hofft auf eine deutliche Leistungssteigerung mit dem neuen FW31 in der am 29. März mit dem Großen Preis von Australien beginnenden Saison.

Den Reigen der auf ein Mindestmaß reduzierten Präsentationen setzt an diesem Dienstag BMW-Sauber fort. Im spanischen Valencia wird dann der neue Wagen, mit dem der deutsche Werksrennstall Ferrari und McLaren-Mercedes angreifen will, der Öffentlichkeit gezeigt. Fehlen wird auf dem weiß-blauen Boliden aber wohl der Werbe-Schriftzug von Credit Suisse. Die zweitgrößte Bank der Schweiz verlängerte den Ende des vergangenen Jahres ausgelaufenen Vertrag nicht. Ein Ersatz für den Sponsor habe man noch nicht, hieß es von BMW.

Ferrari, McLaren-Mercedes und Toyota hatten ihre Autos in der vergangenen Woche in schlichtem Rahmen vorgestellt. Auf großes Spektakel verzichteten auch Renault und Williams im Algarve Motor Park. Das britische Team von Sir Frank Williams öffnete am frühen Morgen das Garagentor, vier Mechaniker rollten das Auto heraus und nach fünf Minuten posierte dann der Emmericher Hülkenberg mit dem dunkelblauen Boliden. Noch trägt der Wagen eine Übergangslackierung. Auf das Energie-Rückgewinnungssystem Kers wurde vorerst verzichtet. Auffällig am Auto des Wiesbadener Hoffnungsträger Rosberg und seinem japanischen Mitstreiter Kazuki Nakajima sind die Entennase und die in zwei Stufen abfallen Seitenkästen.

Apropos Seitenkästen: Beim neuen Renault fallen diese besonders bullig aus. Verzichtet wurde nicht auf die Haifisch-Flosse, die bei den Franzosen im vergangenen Jahr meist schon zum Einsatz gekommen war. Zusammen mit seinem Teamkollege Nelson Piquet Junior hob Alonso um 8.30 Uhr Ortszeit das Tuch von dem Renner, an dem auch die breite Nase ins Auge fällt. Neu ist ebenfalls die Lackierung. Das Auto fällt bislang insgesamt am ehesten aus der Reihe der bereits vorgestellten Wagen. Test- und Ersatzfahrer ist Romain Grosjean, die ersten Fahrten übernahm aber Piquet, der 2005 und 2006 zu Weltmeister-Ehren gekommene Alonso steigt am Mittwoch und Donnerstag ins Cockpit.

Während einige Teams in Portugal testen, ist Team-Weltmeister Ferrari im heimischen Mugello geblieben. Einem Bericht auf der Homepage des Fachmagazins "auto, motor und sport" zufolge soll die Konkurrenz darauf hingewiesen haben, dass der bei der Präsentation gezeigte F60 in dieser Form nicht legal sei. Bei dem Prototypen liegt das Auspuffendrohr im Freien. Dies verletze die Regel, wonach kein Teil der Verkleidung einen Radius aufweisen darf, der kleiner als 75 Millimeter ist, hieß es bei "ams".

DPA
 
 
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