Der Weltverband Fifa und die örtlichen Organisatoren hatten schon am Samstag ihre Absicht bekräftigt, das Turnier trotz der Bluttat auszutragen. "Wir hoffen, dass Fußball stärker ist als jeder Anschlag. Deshalb wird der Afrika Cup stattfinden", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter. Dass der Zwischenfall im 1000 Kilometer entfernten Angola Auswirkungen auf die WM in Südafrika haben könnte, wurde von den Organisatoren am Kap bestritten. Die Tat habe nichts mit der Lage in Südafrika zu tun, betonte WM-Kommunikationschef Rich Mkhondo. Das sei so, als ob man einen Vorfall in Tschetschenien mit der Situation in Großbritannien in Verbindung zu bringen versuchte. Der "schockierende und inakzeptable Angriff auf die Mannschaft Togos" sollte in seiner Bedeutung "nicht übertrieben" werden, sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma.
Doch all diese Versicherungen konnten die Sorge um die Sicherheit während der WM nicht zerstreuen. "Ein chaotisches und lebensgefährliches Turnier weckt neue Zweifel an der Organisation einer Fußball-WM", schrieb "Die Presse" in Österreich. Das spanische Blatt "El Mundo" sieht "31 WM-Teilnehmer - alle mit Ausnahme des Gastgeberlandes Südafrika - aufgeschreckt und in Alarmstimmung".
Südafrikas Fußballverband kritisierte die Berichterstattung ausländischer Medien als "unverantwortlich". "Es ist eine sehr gefährliche Generalisierung, wenn Leute einfach behaupten, weil es in Angola geschehen sei, werde es auch in Südafrika passieren", sagte Verbandspräsident Kirsten Nematandani.
Während Vereine aus England versuchen wollen, ihre Akteure schnellstmöglich aus Angola heimzuholen, herrschte beim Bundesliga-Ersten aus Bayer Leverkusen erst einmal Erleichterung. Bayer-Profi Assimiou Touré überstand den Überfall unbeschadet.
Am Freitagabend war der Bus der Togoer auf der Anreise kurz nach Überqueren der angolanischen Grenze unter Beschuss genommen worden. Bei dem Anschlag wurden ein Assistenz-Trainer und der Pressesprecher des Teams getötet. Ein angolanische Busfahrer, der zunächst ebenfalls für tot erklärt worden war, schwebt in Lebensgefahr. Insgesamt erlitten neun Menschen Verletzungen, darunter drei Nationalspieler. Der von einer Kugel im Rücken getroffene Ersatztorwart Kodjovi Obilale hat eine Operation im Krankenhaus von Johannesburg gut überstanden. Er sei "komplett außer Gefahr", teilte einer der behandelnden Ärzte in der Johannesburger Privatklinik am Montag mit.
Die angolanische Polizei nahm unterdessen zwei Verdächtige fest. Es soll sich um Kämpfer für die Unabhängigkeit der Exklave Cabinda handeln, wo der Überfall passierte. Wie die Behörden erst am Montag mitteilten, erfolgten die Festnahmen bereits am Freitag, dem Tag des Anschlags.