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21. November 2009, 10:13 Uhr

Profi Reichenberger wehrt sich gegen Verdächtigungen

Wettskandal, Würzburger Kickers, Osnabrück, Wetten, Sportwetten, Skandal, Fußball

Ehrenerklärung im Stadion: der unter Verdacht geratene Osnabrück-Profi Thomas Reichenberger© Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Drei Osnabrücker Spieler unter Verdacht

Bei den unter Verdacht geratenen Spielern soll es sich um die beiden Ex-Bundesliga-Profis Thomas Cichon und Thomas Reichenberger handeln, außerdem um Marcel Schuon. Reichenberger ist als einziger von den dreien noch in Osnabrück aktiv. Für die Regionalliga-Partie gegen Dortmund II wurde er nominiert, vor dem Anpfiff gab er im Stadion eine Ehrenerklärung ab. "Der Thommy möchte Euch etwas sagen", sagt Manager Lothas Gans ins Mikro, dann trat der Kapitän vor: "Es ist viel auf mich eingeprasselt in den letzten Tagen. Aber ich kann Euch versichern: Ich hatte nie Kontakt mit der Wettmafia und habe mit dem Wettskandal nichts zu tun. Ich habe nie ein Spiel manipuliert oder Geld dafür genommen, schlecht zu spielen oder zu verlieren", sagte der 35 Jahre alte Stürmer und erhielt dafür Applaus von den Fans.

Cichon, der mittlerweile in Südafrika spielt, sagte der "Welt": "Ich weiß nicht, dass gegen mich ermittelt wird. Wer mich kennt, der weiß, was los ist, damit habe ich nichts zu tun. Das ist reine Spekulation."

Landesliga-Kicker aus Würzburg verhaftet

Bei Schuon, der mittlerweile beim Drittligisten SV Sandhausen unter Vertrag ist, stand am Donnerstag die Polizei vor der Tür. "Das stimmt", bestätigte Sandhausen-Präsident Jürgen Machmeier laut "Sport Bild". Schuon wurde deswegen nicht für die Partie am Samstag gegen Bremen II nominiert. "Wir wollen nur Spieler einsetzen, die voll bei der Sache sind", sagte Machmeier. Der Verein habe mit Schuon und dessen Lebensgefährtin intensiv gesprochen. "Er hat uns versichert, dass er nichts gemacht hat", sagte Machmeier. Ein Haftbefehl gegen Schuon, wie es einige Medien berichtet hatten, wurde aber nicht erlassen, sagte Sandhausens Manager Tobias Gebert.

Verhaftet wurde ein Spieler des bayerischen Landesligisten Würzburger Kickers, wie der Verein mitteilte. Dieser Spieler sei bereits in einen früheren Wettskandal verwickelt gewesen, erklärte Pressesprecher Peter Neuberger. Bei dem Spieler handelt es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um Kristian Sprecakovic, der zu Saisonbeginn nach Würzburg gewechselt war und zuvor für mehrere Teams aus der zweiten und dritten Liga gespielt hatte.

Wettskandal von Deutschland aus gesteuert

Die Hauptbeschuldigten aus der "Führungsebene" stammen dem "Spiegel" zufolge aus Berlin, Nürnberg, dem Ruhrgebiet und einer Stadt bei Osnabrück. Sie sollen von Deutschland aus etwa 200 Fußballspiele in Europa für ihr Wettgeschäft manipuliert haben. In Belgien soll die Bande sogar einen Zweitligisten mit korrumpierbaren Spielern unterwandert haben.

In Deutschland gibt es mit 32 Spielen von der Zweiten Bundesliga abwärts die meisten Verdachtsfälle. Insgesamt 17 Haftbefehle wurden vollstreckt, davon zwei in der Schweiz und 15 in Deutschland. Der Schaden wird derzeit auf etwa zehn Millionen Euro beziffert. Das ist nach Einschätzung der Ermittler aber "nur die Spitze des Eisbergs". DFB und Ligaverband kündigten eine rigorose Verfolgung der Manipulationen an und sagten Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Hilfe bei der Aufklärung zu.

AP/DPA/SID
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