. .
Fußball-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. September 2008, 12:30 Uhr

Ohnmächtig in die nächste Schlacht

Die Regierung Berlusconi hatte, wohl auch unter dem Einfluss des mächtigen Chefs von Italiens Fußballverband, Antonio Matarrese, die als gefährlich eingestufte Fahrt der Neapel-Ultras zum Auswärtsspiel nach Rom erlaubt. Nun musste Innenminister Roberto Maronri einräumen, dass seine Strategie des Vertrauens gegenüber den Extremisten gescheitert ist. Bei den schweren Ausschreitungen am Sonntag wurden zehn Polizisten verletzt. Die teils Vermummten zwangen die Passagiere des gekaperten Zugs zum Aussteigen, plünderten und demolierten anschließend die Waggons. Bahnbedienstete hatten vergebens versucht, die Hooligans am Einsteigen zu hindern, weil sie keine Fahrkarten besaßen. Vier Kontrolleure wurden angegriffen und verletzt. Die Bahngesellschaft Trenitalia nannte Schäden in Höhe von einer halben Million Euro.

Kartenverkauf gestoppt

Die Regierung hat nach der Randale am ersten Spieltag der italienischen Fußballmeisterschaft scharfe Maßnahmen angekündigt. Die Fans des Erstligisten SSC Neapel sollen während der ganzen Saison zu keinem Auswärtsspiel ihrer Mannschaft mehr fahren dürfen. Innenminister Roberto Maroni sagte in einem Fernsehinterview, sämtliche Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden, eine Stadion-Sperre für zwei Jahre bekommen und unter dem Vorwurf der kriminellen Vereinigung strafrechtlich verfolgt werden. Die Regierung will damit künftig vermeiden, dass eingesperrte Randalierer nach wenigen Tagen wieder aus der Haft entlassen werden müssen. Genau das war nach den Krawallen geschehen. Der zuständige Richter war gezwungen, die Straftäter wieder freizulassen.

Außerdem ist es vorgesehen, dass die Spiele, die als gefährlich gelten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Die dafür zuständige Beobachtungsstelle im Innenministerium wird von Fall zu Fall entscheiden. Der Kartenverkauf für das Spiel Neapel vs. Florenz wurde bereits gestoppt. Die Fahrt der Milan-Fans zum Auswärtsspiel gegen Genova wurde untersagt. Die beiden Begegnungen des zweiten Spieltags der Erstligisten galten den Fußball-Beobachtern als riskant. Ebenso wie eine Partie der Zweitligisten Ancona vs. Ascoli und die weiteren Spiele Potenza vs. Gallipoli sowie Vibonese vs. Cosenza. Vor leeren Rängen soll auch das Qualifikationsspiel für die WM Italien vs. Georgien nächste Woche in Udine stattfinden.

Ultras bieten der Polizei die Stirn

Sollen die Klubs doch lieber gleich vor leeren Stadien spielen, mag man denken. Denn der Fußball in Italien hat schon lange nichts mehr mit Sport zu tun - oder gar mit Vergnügen. Er ist zum Spielball brutaler Gewalt geworden. Laut einer Studie, die La Repubblica veröffentlichte, wächst die radikale Szene weiter. 80 Prozent der Fangruppen seien rechts - oder linksextremistisch unterwandert. Der Soziologe Alessandro Dal Lago macht überdies eine Radikalisierung aus. Die Ultras würden vor den Sicherheitskräften nicht mehr davonlaufen, sondern den offenen Kampf mit ihnen geradezu suchen.

Von Luisa Brandl, Rom
1 2
weiter  
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Italienischer Fußball Mafia soll hinter der Ultra-Randale stecken

Entsetzen in Italien: Nach den schweren Ausschreitungen von Neapel-Ultras verdächtigt die italienische Polizei die neapolitanische Mafia, die Randale organisiert zu haben. Mittlerweile leitete die Regierung in Rom drastische Strafmaßnahmen ein - und die Ordnungskräfte geraten immer mehr in die Kritik. mehr...

Italien Drastische Maßnahmen gegen Fangewalt

Die italienische Regierung hat nach den Fan-Ausschreitungen am ersten Spieltag der Serie A drakonische Maßnahmen gegen die Fan-Gewalt angekündigt. Nationaltrainer Marcello Lippi verurteilte den Gewaltausbruch. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston