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Anpfiff für das Fußball-Spektakel

Wer kann Barcelona den Titel streitig machen? Wie heißt der Geheimfavorit? Und was reißen die deutschen Clubs? Hier gibt's die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Start der Champions League.

Von Klaus Bellstedt

  • Klaus Bellstedt

Am Dienstag startet die Gruppenphase der Champions League. Mit Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen sind drei deutsche Teams dabei. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen zur Königsklasse zusammengestellt - und beantwortet.

1. Wer sind die Favoriten auf den Titel?

Titelverteidiger

FC Barcelona

bleibt weiter das Maß aller Dinge. Nichts spricht dafür, dass sich etwas an der berauschenden Spielkultur Barcas ändern könnte. Im Gegenteil: Mit Heimkehrer Cesc Fabregas und dem chilenischen Flügelstürmer Alexis Sanchez wurden dem besten Fußballer der Welt, Lionel Messi, weitere hochveranlagte Ballvirtuosen an die Seite gestellt. Barcelona ist erneut Favorit.

Europas Buchmacher trauen am ehesten

Real Madrid

zu, dem Dauerrivalen im Kampf um den großen Henkelpott Paroli bieten zu können. Bei "bwin" werden die "Königlichen" mit einer Siegquote von 4.55 direkt hinter Barca (2.85) auf Platz zwei geführt. Der Saisonstart in der Primera Division mit zwei souveränen Siegen stimmt die Fans hoffnungsfroh. Real scheint reifer geworden zu sein und will mit Özils Pässen und Ronaldos Toren Barcelona national und international endlich vom Thron stoßen.

2. Gibt es einen Geheimfavoriten?

Die Neureichen von

Manchester City

stehen auf der Insel immer ein bisschen im Schatten der beliebteren "Fab Four", Manchester United, Chelsea London, dem FC Arsenal und Liverpool. Letztere konnten sich für die Champions League nicht qualifizieren, vor den anderen drei Insel-Clubs muss sich ManCity schon lange nicht mehr verstecken. Die Offensivpower der Mannschaft von Trainer Roberto Mancini ist enorm. Das Angriffstriumvirat Edin Dzeko, Carlos Tevez und Sergio Agüero steht für Tore, Tore, Tore. Die Bayern, Gegner in der Gruppenphase, haben auch deshalb schon bei der Auslosung in Monaco gestöhnt.

3. Wie stehen die Chancen der deutschen Teams?

Glück bei der Auslosung hatte keiner aus dem deutschen Trio. Bayerns Gruppe mit ManCity und den beiden heimstarken Teams SSC Neapel und Villareal zählt zu den ausgeglichensten im ganzen Wettbewerb. München startet mit einem Auswärtsspiel bei den wegen ihrer gelben Trikots "U-Boote" (von "Yellow Submarine") genannten Spanier. In Villareal wird es auch auf die Defensive der Bayern ankommen. Aufpassen müssen Badstuber, Boateng und Co. auf das gefährliche Sturmduo Nilmar und Giuseppe Rossi. Ein Remis wäre schon ein Erfolg. Mit Mario Gomez in Bundesligaform ist aber natürlich auch mehr drin.

Bayerns Traum ist die Teilnahme am Finale im eigenen Stadion. Und mit der Angriffswucht von Ribéry, Robben und Gomez ist auch in der Champions League einiges möglich. Allerdings bleiben Zweifel an der Defensive. Unsere Prognose: Spätestens im Halbfinale ist Schluss.

In der Gruppe von

Borussia Dortmund

kann ebenfalls jeder jeden schlagen. Auch wenn Arsenal in der Premier League nur mäßig in die Saison gestartet ist und der Weggang von Fabregas und Nasri schmerzt, die "Gunners" sind gerade in der vordersten Reihe mit Arshavin, Walcott und van Persie exzellent besetzt. Und: Das Team verfügt im Vergleich zum Auftaktgegner aus Dortmund über viel mehr internationale Erfahrung. Diesbezüglich haben auch die beiden restlichen Teams Olympiakos Piräus und Olympique Marseille mehr zu bieten als der BVB, der in der Bundesliga zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb. Platz zwei ist für den Deutschen Meister trotzdem machbar. Mehr als das Achtelfinale erscheint aber utopisch.

Leverkusen

startet in Gruppe E wie die Bayern mit einem Auswärtsspiel. Beim FC Chelsea ist Bayer klarer Außenseiter. Der Abramovich-Club zählt wie jedes Jahr zum erweiterten Favoritenkreis. Neu-Trainer Andrè Villas-Boas, der mit dem FC Porto in der vergangenen Saison die Europa League gewann, lässt spektakulären Offensivfußball spielen und hat das Team nochmal weiterentwickelt - und unter anderem mit dem portugiesischen Mittelfeldspieler Raul Meireles verstärkt. Für Leverkusen werden vermutlich die Duelle mit dem FC Valencia über das Weiterkommen entscheiden. Die Belgier vom KFC Genk dürften keine Gefahr darstellen. Bayer kann genauso wie der BVB das Achtelfinale packen. Zum weiteren Überleben in der K.o-Phase müsste das Team, in dem Michael Ballack mit seinen 95 Europacupspielen der international mit Abstand erfahrenste Akteur ist, aber über sich hinauswachsen.

4. Gibt es einen Exoten?

Die wohl unbekannteste Mannschaft aller 32 Königsklassen-Teams ist Otelul Galati (ausgesprochen: Ozelul Galazi). Galati ist mit 300.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Rumäniens und liegt nur elf Kilometer von der Grenze zu Moldawien (wozu die Stadt früher gehörte) entfernt. Weder Cluj noch die drei Clubs aus der Hauptstadt Dinamo, Rapid oder Steau Bukarest konnten Otelul vergangene Saison in Rumänien Paroli bieten. Über die Meisterschaft qualifizierte sich der Underdog völlig überraschend für die Champions League.

Bekannte Namen gibt es keine in der Truppe. Dafür steht an der Außenlinie der Star: Dorinel Munteanu, seines Zeichens rumänischer Rekordnationalspieler mit 134 Einsätzen. Oteluls Gegner sollten sich vor allem bei ihren Auswärtsspielen in Rumänien warm anziehen. 24-mal hat der Club zuhause nicht mehr verloren. Das kleine Stadion mit einem Fassungsvermögen von 13.500 Zuschauern ist immer ausverkauft. Die Stimmung soll gigantisch sein.

  Alle Gruppen im Überblick

Alle Gruppen im Überblick

5. Welche großen Namen sind nicht dabei?

Fußball-Nostalgiker werden diese Saison die Traditonsclubs aus Glasgow in der Königsklasse vermissen. Sowohl die Rangers als auch Celtic schafften es nicht mal in die Europa League. Sie teilen damit das Schicksal zweier weiterer großer Clubs in Europa: dem FC Liverpool und Italiens Rekordmeister Juventus Turin. Auch die PSV Eindhoven, seit 2000 achtmal hintereinander Stammgast in der Champions League, ist nicht dabei. Immerhin spielen die Holländer noch Europa League. Ebenfalls nur Zuschauer: Werder Bremen, Dynamo Kiew, Galatasaray Istanbul und der RSC Anderlecht, alles Clubs mit Champions-League-Tradition.

Champions League: Schafft es ein deutscher Club ins Finale von München?

6. Wo sind die Spiele im TV zu sehen?

Der Bezahlsender Sky zeigt alle Spiele. Sat.1 überträgt immer mittwochs um 20.45 Uhr ein Match mit Bundesliga-Beteiligung und beginnt mit der Partie der Bayern beim FC Villareal. Bis zum Ende der Gruppenspiele zeigt der Privatsender jeweils drei Begegnungen der Münchner und des Meisters Borussia Dortmund. Der dritte Club Bayer Leverkusen wird zunächst nicht berücksichtigt. Ist in der K.o.-Phase nur noch ein deutsches Team im Rennen, kann auch das Dienstag-Spiel übertragen werden werden.

Der bisherige TV-Plan der Livespiele von Sat.1 im Überblick:

1. Spieltag:

14. September, ab 20.15 Uhr FC Villarreal – FC Bayern München

2. Spieltag:

18. September, ab 20.15 Uhr Olympique Marseille – Borussia Dortmund

3. Spieltag:

19. Oktober, ab 20:15 Uhr Bayer Leverkusen - FC Valencia oder Olympiakos Piräus - Borussia Dortmund

4. Spieltag:

2. November, ab 20:15 Uhr FC Bayern München - SSC Neapel

5. Spieltag:

23. November, ab 20:15 Uhr Arsenal London - Borussia Dortmund

6. Spieltag:

7. Dezember, 20:15 Uhr Manchester City - FC Bayern München.

7. Wieviel Geld gibt es für die Clubs zu verdienen?

Da klingelt die Kasse: Jeder Teilnehmer an der Champions League erhält ein Startgeld von 3,8 Millionen Euro sowie einen Bonus von 550.000 Euro pro Spiel. Darüber hinaus wird auch Leistung belohnt: Für jeden Sieg in der Gruppenphase gibt es zusätzlich 800.000 Euro, für ein Unentschieden immerhin noch die Hälfte.

Die 16 Mannschaften, die sich für das Achtelfinale qualifizieren, erhalten jeweils 3 Millionen, die acht Viertelfinalisten 3,3 Millionen und die vier Halbfinalisten 4 Millionen Euro. Titelverteidiger FC Barcelona durfte sich nach dem gewonnenen Finale in Wembley 9 Millionen Euro einstecken, das unterlegene Manchester United bekam noch 5,6 Millionen. Die gleichen Summen werden auch an die beiden Teams ausgeschüttet, die sich am 19. Mai in der Münchner Allianz-Arena um den Titel in der Königsklasse streiten werden.

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