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Lehmann ist stinksauer

Jens Lehmann keilt aus: In einem Interview hat der deutsche Nationaltorwart Tainer Arsène Wenger heftig attackiert und ihm vorgeworfen, nicht mit offenen Karten gespielt zu haben. Das Aus der "Gunners" in der Champions League sei "eine Tragödie".

"Wenn ich noch einmal Champions League spielen kann, überlege ich es mir noch einmal", erklärte Deutschlands Torwart Nummer 1 im "kicker" auf die Frage nach seinem möglichen Abtritt. Bei Arsenal hat er die Hoffnung auf die Rückkehr in die Stammelf dagegen praktisch aufgegeben.

"Was soll ich noch hoffen? Wenn ich nicht spiele, obwohl der andere Torwart nicht gerade glücklich spielt, wird es schwierig", sagte Lehmann in Anspielung auf seinen spanischen Rivalen Manuel Almunia. Das Ausscheiden aus der Champions League als Reservespieler der Londoner bezeichnete der 38-Jährige als "persönliche Tragödie". Und ergänzte: "Zumal ich nicht die Chance hatte, es zu verhindern."

Die nächste große Herausforderung

Lehmann sieht nun in der Europameisterschaft im Juni in Österreich und der Schweiz seine nächste große Herausforderung. "Ich werde bei der EM spielen und habe bewiesen, dass ich es noch immer kann", sagte der Wahl-Engländer, der mit dem Interview seinen selbst auferlegten Medien-Boykott beendete. Noch in der Winterpause hatte er sich gegen einen Wechsel zu seinem Ex-Verein Borussia Dortmund entschieden.

Jetzt wirft Lehmann Arsenal-Coach Arsène Wenger vor, nicht mit offenen Karten gespielt zu haben. Gegen seinen acht Jahre jüngeren Kontrahenten Almunia habe er in dieser Saison nie eine faire Chance bekommen: "Wenn der Trainer mir das vor der Saison gesagt hätte, hätte ich entscheiden können, ob ich auf der Bank sitzen möchte." Wenger habe offenbar mit aller Macht den Jüngeren spielen lassen. "Ich glaube aber nicht, dass er damit glücklich geworden ist", sagte Lehmann in Richtung seines französischen Vereins-Trainers.

Wut als Motivation

Motivations-Probleme etwa im Training habe er wegen seiner andauernden Reservisten-Rolle aber nicht, unterstrich Lehmann und ergänzte: "Ich habe ja die Euro vor Augen. Und Wut ist keine so schlechte Motivation." Mit der Entscheidung, trotz der fehlenden Spielpraxis beim FC Arsenal geblieben zu sein und vor allem aus persönlichen Gründen im Winter auf einen Wechsel zurück in die Bundesliga verzichtet zu haben, hatte Lehmann auch Bundestrainer Jochim Löw in eine schwierige Situation gebracht.

Der hielt bisher an seiner Nummer 1 fest. In der DFB-Elf ist Lehmann seit 621 Minuten unbezwungen - Rekord in der Länderspiel- Geschichte des DFB. Mit 90 fehlerlosen Minuten beim jüngsten 4:0-Sieg in der Schweiz hatte Lehmann die Nummer-1-Debatte gestoppt, die nach seiner schwächeren Leistung zuvor beim 3:0 in Österreich ausgebrochen war. "Es gibt da, glaube ich, bis zur EM keine Diskussionen mehr", hatte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack in Basel erklärt.

DPA/SID/DPA

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