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Manchester United zerlegt Schalke

Der FC Schalke 04 ist im Halbfinale der Champions League ausgeschieden. Nach dem 0:2 aus dem Hinspiel verloren die Knappen auch das Rückspiel gegen Manchesters B-Elf deutlich mit 1:4. Es war erneut ein echter Klassenunterschied erkennbar - und dieses Mal patzte sogar Manuel Neuer.

Von Klaus Bellstedt

  • Klaus Bellstedt

Manchesters Trainer Alex Ferguson schickte im Vergleich zum 2:0 aus dem Hinspiel eine auf neun (!) Positionen veränderte Startelf in die Partie gegen Schalke 04. Am Wochenende spielen die Red Devils im Spitzenspiel der Premier League gegen Chelsea London. Da geht es um die Meisterschaft - deshalb die Rotation. Dem Spielfluss der Engländer tat das aber keinen Abbruch. Manchester übernahm im Old Trafford sofort die Initiative und drückte aufs Tempo. Nach einer stürmischen Anfangsphase der Hausherren fing sich der FC Schalke aber etwas, legte die Nervosität ab und kam prompt zu seiner ersten Torchance, als Jefferson Farfan mit einem Distanzschuss aus 18 Metern knapp das Tor verfehlte (8.). Auf der Gegenseite war es Rooney-Backup Dimitar Berbatov, der bei seinem Tanz durch den Strafraum die halbe Schalker Abwehr narrte und erst von Torwart Manuel Neuer gestoppt werden konnte (13.).

Danach verflachte die Partie etwas. Beide Teams waren um Ballkontrolle bemüht, vieles spielte sich zwischen den Strafräumen ab. Manchester United blieb aber auch in dieser Phase die bessere Mannschaft - und erhöhte langsam wieder das Tempo. Die Folge: Nach einem Schalker Ballverlust im Mittelfeld setzte Gibson mit einem herrlichen Pass Valencia in Szene. Der Ecuadorianer marschierte in den Strafraum und vollendete schließlich aus sechs Meter locker ins linke Eck zum 1:0 für United (26.). Nur fünf Minuten später sollte es für Schalke noch dicker kommen. Dieses Mal war es Darron Gibson selbst, der nach einem Einwurf von rechts über Umwege an den Ball kam und einfach mal abzog. Den eher ungefährlichen Schuss konnte Manuel Neuer nicht festhalten, die Kugel flutschte durch seine Hände an den Innenpfosten und von dort ins Tor - 2:0 für Manchester United (31.). Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Schalke endgültig aus der Champions League ausgeschieden.

Rangnick erhöht nach dem Wechsel das Risiko

Eher zufällig fiel dann noch vor dem Wechsel in der 35. Minute der Anschlusstreffer für die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick, die in der ersten Hälfte insgesamt viel zu ängstlich und ohne Selbstvertrauen zu Werke ging. Uchida hatte eine Flanke von der rechten Seite in die Mitte gezirkelt, die Gefahr für Manchester schien eigentlich schon gebannt, als der Ball doch noch Jurado auf den Fuß fiel. Der Spanier nagelte den Ball aus 16 Metern wunderbar in den linken Winkel. Mit einer hoch verdienten 2:1-Führung für Manchesters B-Elf ging es in die Pause.

Ralf Rangnick erhöhte zu Beginn der zweiten Hälfte das Risiko und wechselte mit Edu für Baumjohann einen weiteren Offensivspieler ein. Das Signal verfehlte zunächst auch nicht seine Wirkung. Endlich setzte Schalke in den Zweikämpfen nach und attackierte auch mal den Gegner, wenn der in Ballbesitz war. Torchancen blieben aber Mangelware. Anders Manchester United. Der überragende linke Flügelstürmer Nani, der Uchida regelmäßig ganz alt aussehen ließ, brachte Berbatov an der Grundlinie ins Spiel. Der Ball erreichte Anderson, der Neuer mit einem Drehschuss zu einer Glanzparade zwang. Das war endlich wieder der Manuel Neuer aus dem Hinspiel.

Zwei Mal eine Klasse schlechter

Schalke war jetzt zwar auch läuferisch engagierter als in der ersten Hälfte, aber es reichte nie, um den Spitzenreiter der englischen Premier League in Verlegenheit zu bringen. Von Raúl war beispielsweise wenig bis gar nichts zu sehen. Von einem Weltstar mit dieser enormen internationalen Erfahrung hätte man in einem Champions-League-Halbfinale einfach mehr erwarten müssen. Aber es lag natürlich nicht nur an Raúl und der Schalker Offensive, die total ohne Durchschlagskraft blieb. Auch der Defensivverbund der Königsblauen erwies sich an diesem Abend im Old Trafford als Königsklassen untauglich. Klar, Rangnick hatte mit seinen Auswechslungen die Abwehr geschwächt, aber die Vorstellung von Metzelder und Co. beim Doppelschlag von Anderson (72./76.) zum 3 bzw. 4:1 ließ sich dadurch nicht entschuldigen. Das war alles viel zu leicht, United kombinierte sich wie im Trainingsspiel durch die Schalker Defensive - die weiteren Tore waren die logische Konsequenz.

In den letzten Minuten dieser einseitigen Partie war Schalke 04 ausschließlich darum bemüht, das Ergebnis zu sichern. In der Nachspielzeit bewahrte Manuel Neuer seine Mannschaft vor dem fünften Gegentor, als er einen Schuss von Michael Owen zur Ecke abwehren konnte. Am Ende schlug Manchester United mit einer Ersatzelf den FC Schalke 04 mit 4:1 und zog damit souverän ins Champions-League-Finale ein, in dem der FC Barcelona wartet. Schalke war in beiden Spielen gegen die Engländer eine Klasse schlechter. Genau deshalb sollte man sich bei den Knappen auch nicht zu sehr ärgern. Insgesamt hat die Mannschaft von Ralf Rangnick eine tolle Saison in der Champions League gespielt. Und man hat ja noch eine Chance auf einen Pott: Am 21. Mai geht es im DFB-Pokalfinale gegen den MSV Duisburg.

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