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28. Juli 2008, 17:25 Uhr

Champions League ohne Champions

Über Lippstadt nach Liverpool: Die Champions League ist für die Bayern in diesem Jahr das Maß der Dinge. Vom Halbfinale ist bereits die Rede, und richten soll es allein Trainer Jürgen Klinsmann. Doch hat der Kader überhaupt die notwendige Klasse? Ein Bayern-Star äußert bereits große Skepsis. Von Volker Königkrämer

Zoom

In Polohemd und Trainingshose absolvierte der neue Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann in Lippstadt sein Debüt an der Seitenlinie© Martin Meissner/AP

Es war nur ein Test gegen einen Sechstligisten. Doch für Jürgen Klinsmann war der 7:1-Siege gegen den SV Lippstadt 08 im Stadion "Am Waldschlösschen" die erste Etappe eines langen, beschwerlichen Weges, der die Bayern zurück auf den Fußball-Olymp Europas führen soll. Ein Erfolg in der Champions League ist das ehrgeizige Ziel des deutschen Rekordmeisters aus München.

Mantra Champions League

Ob Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß oder eben Jürgen Klinsmann: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Verantwortlicher das neue Mantra des Clubs aufsagt: Champions League.

"Da wollen wir mitreden und den Anschluss an Europas Top-Klubs schaffen", hat Jürgen Klinsmann nach dem Test in Lippstadt angekündigt. Franz Beckenbauer wird da schon deutlicher: "Diesmal muss die Mannschaft auch in der Champions League etwas erreichen, mal übers Achtelfinale oder Viertelfinale hinauskommen", forderte der Bayern-Präsident gerade in einem Interview in der Tageszeitung "Die Welt". Im Klartext: Das Halbfinale soll's bitteschön schon sein.

Doch wie realistisch sind die hohen Ziele? Reicht die Qualität des Kaders aus, um den vollmundigen Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen? Zweifel sind angebracht, und der erste, der sie äußert, ist Stürmer Luca Toni. "Um die Champions League zu gewinnen, braucht man so viele Champions wie möglich", meldete sich der Italiener aus dem Urlaub zu Wort. "Mal sehen, was die Bayern noch bereit sind zu investieren."

Doch genau dort liegt derzeit das Problem: Die Schlagzeilen der letzten Tage wurden beherrscht vom neuen Leistungszentrum samt Buddha-Figuren und E-Learning-Raum. Viel lieber hätte Uli Hoeneß vermutlich die Verpflichtung eines internationalen Krachers verkündet. Die aber machen um München noch einen Bogen. Italiens Weltmeister Gennaro Gattuso flirtete zwar mit den Bayern, blieb am Ende aber doch beim AC Mailand. Den Ex-Stuttgarter Alexander Hleb zog es von Arsenal London lieber nach Barcelona. Und auch ein Transfer von Mario Gomez steht nicht mehr ernsthaft zur Debatte.

Vor Butt und Borowski hat niemand Angst

So bleiben als namhafte Neuzuänge einzig und allein der Bremer Tim Borowski und Jörg Butt als zweiter Torhüter hinter Michael Rensing. Nicht gerade Kaliber, vor denen man in Manchester oder Madrid Angst haben muss. Und nur zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr waren es Mannschaften wie Getafe und St. Petersburg, die dem gleichen Ensemble, mit dem die Bayern jetzt in der Champions League attackieren wollen, seine Grenzen aufgezeigt haben. Im Uefa-Cup, wohlgemerkt.

Unterzieht man die Bayern-Träume von der Champions League einem Realitäts-Check, bleibt einzig und allein ein Name übrig: Jürgen Klinsmann. Wie damals bei der Nationalmannschaft soll er dem Team Inspiration und Klasse verleihen. Bei seinem Antritt in München hat er als Marschroute ausgegeben: "Wir wollen jeden Spieler verbessern. Jeden Tag."

Das mag ausreichen, um die nationale Konkurrenz aus Bremen und Gelsenkirchen auf Abstand zu halten. Doch wie weit die Bayern in Wahrheit noch von der fußballerischen Klasse der drei, vier Top-Clubs in Europa entfernt sind, gesteht Präsident Franz Beckenbauer selbst ein, wenn er jetzt in der "Welt" das kleine Fußball-Einmaleins anmahnt: "Es kann nicht sein, dass ein Philipp Lahm oder ein Bastian Schweinsteiger – und damit nenne ich ja noch zwei positive Erscheinungen und Leistungsträger - seit fünf Jahren nicht mit dem linken Fuß flanken können."

Klinsmann wird solche Ohrfeigen des "Kaisers" nicht gerne hören. Der Druck, der auf ihm lastet, ist schon jetzt groß genug. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts "Emnid" glauben 46 Prozent der Deutschen an einen Champions-League-Triumph unter Klinsmann.

Doch es gibt auch schon erste Warner. Ex-Profi Stefan Effenberg unkt: „Wenn sich nicht schnell die Erfolge einstellen, wird es unruhig."

Von Volker Königkrämer
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Saarvenom (17.07.2008, 00:33 Uhr)
Ja klar...
Und wieder kommen die Neider aus ihren Löchern gekrochen und posaunen herraus wie schlecht die Bayern doch sind.
Aber das diese Duselbayern Jahrelang die einzigen waren die UEFA Punkte gesammelt haben, das vergessen die Nörgler nur zu gerne.
Der Vorstand des FC Bayerns ist nach wie vor der Beste in Deutschland wenn nicht sogar in Europa. Bayern macht keine Schulden wie z.B. Real oder Mailand...
Also, erst mal nachdenken bevor man wieder über die Einkaufspolitik lästert... gute Spieler gehn zu Topclubs... so ist es in Deutschland wie in der Welt. Oder sollen alle nur noch Kreisliga Spieler kaufen? Sagt das mal Barca oder Manu...die Lachen euch aus!!
mfg
Saarvenom
willibasel (16.07.2008, 01:09 Uhr)
Mein Vorredner
hat die Lage bei den Bayern genau erkannt. Diese billige Wegkaufstrategie mag ja in der BL Erfolg haben. International klappt das aber nicht. Wenn Talente wie Schweini oder Poldi von dem rotgesichtigen HB-Männchen (der auch keinen Respekt vor seinen eigenen Fans hat)ins Abseits geschoben werden; dann gute Nacht Bayern. Es wurden viele gute Trainer bei den Bayern verschlissen und J. Klinsmann wird der nächste sein. Teamgeist kann man(n) nicht kaufen. Auch der Bayerndusel währt nicht ewig. Nicht die Mannschaft sollte getauscht werden, sondern die Vorstandsriege.Was bleibt ist die Hoffnung, daß die Bayern auf ihr eigenes Mittelmaß gerückt werden. Alles Glück und Können den anderen Mannschaften. Servus
vegefranz (15.07.2008, 09:31 Uhr)
Bevorzugung durch Schiedsrichter
International haben es die Bayern schwer. Es fallen nämlich die Gründe für die nationale Dominanz (Bevorzugung durch Schiedsrichter, Abwerben der wichtigsten Spieler der konkurrenz) weg. Auf dieser Taktik hat man sich jahrelang ausgeruht. Die anderen europäischen vereine haben sich technisch und taktisch weiterentwickelt. Daher steckt Wurst-Uli nur noch im europäischen Mittelmaß. Hätte Werder Bremen, die im Gegensatz zu Bayern über ein Offensiv-Konzept verfügen, nur ein viertel der finanziellen Möglichkeiten von Wurst-Uli wäre der CL Titel bald in Deutschland
albundy69 (15.07.2008, 00:07 Uhr)
Lügner und Betrüger ....
...hat Bayern nicht im Team. Lehmann, der Lügner raus ! Bayern ist rein und nett, lasst Jens-the liar-raus !
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