. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
9. November 2009, 17:28 Uhr
Schriftgröße: A A A

Lahm gibt klein bei

Philipp Lahm hat sich mit dem Vorstand des FC Bayern München ausgesprochen und sich für sein Vorgehen entschuldigt. Die Unstimmigkeiten seien beigelegt worden, verkündete der Verein. Die Probleme aber bleiben.

Philipp Lahm, Bayern München, Krise, Louis van Gaal, Geldstrafe

Philipp Lahm entschuldigte sich bei der Clubführung für sein Interview in der "SZ"© Achim Scheidemann/DPA

Montag, "high noon" an der Säbener Straße in München. Um zwölf Uhr mittags wurde Philipp Lahm auf dem Gelände des FC Bayern erwartet - freilich nicht zum Training. Manager Uli Hoeneß, so hieß es, hatte zum Rapport gebeten. Zwei Tage, nachdem der Nationalspieler den deutschen Fußball-Rekordmeister mit einem Interview in der Süddeutschen Zeitung in helle Aufregung versetzt hatte, bestand offensichtlich großer Gesprächsbedarf.

Tatsächlich saßen neben Hoeneß und Lahm auch noch die beiden Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner sowie Sportdirektor Christian Nerlinger mit im Raum. Am Nachmittag dann verschickte der Klub eine Erklärung, Tenor: alles Friede, Freude, Eierkuchen. "In einem sehr offenen, ausführlichen und konstruktiven Gespräch hat sich Philipp Lahm für die Art und Weise seiner Aussagen und den eingeschlagenen Weg entschuldigt", stand da geschrieben. Für seinen "Regelverstoß" hat Lahm angeblich 30.000 Euro Geldstrafe gezahlt, "für beide Seiten ist die Angelegenheit vom Wochenende damit erledigt", ließen die Bayern wissen. "Philipp hat eingesehen, dass es besser gewesen wäre, mit seiner Meinung direkt den Weg zum Vorstand zu suchen."

Die Verantwortlichen, hieß es aber auch, hätten ihn außerdem "ermutigt und auch aufgefordert, künftig seine Meinung im direkten Dialog" mit ihnen zu äußern. Ob die Bayern den Konflikt mit großer Sprengkraft damit auch dauerhaft aus dem Weg geräumt haben, bleibt freilich fraglich. Die sportliche Krise jedenfalls lässt sich nicht wegdiskutieren.

Die Welt des FC Bayern bricht "aus den Angeln"

In der Champions League sind die Münchner so gut wie ausgeschieden, in der Bundesliga dümpeln sie auf Rang acht herum. Das 1:1 am Samstag gegen Schalke 04 wirkte "wie eine Zusammenfassung der kritischen Thesen von Philipp Lahm", stellte die Süddeutsche Zeitung treffend fest. Was die Bayern-Bosse am Montag sonst noch in den Münchner Tageszeitungen zu lesen bekam, dürfte sie zunächst aufgeschreckt haben.

Die Welt des FC Bayern sei "aus den Angeln", titelte etwa der Münchner Merkur. "Fliegt jetzt alles auseinander?", fragte die Boulevardzeitung tz. Die Abendzeitung ortete ein "Bayern-Beben", die Bild wollte einen "Aufstand bei Bayern" erkannt haben. Mit dem großen Krisengespräch soll dies nun alles vorbei sein. Wenn die Bayern-Verantwortlichen am Montag mehr gelesen haben als die Schlagzeilen, müssten sie aber auch ins Grübeln kommen. Der Tenor: Lahm mag den falschen Weg gewählt haben - in der Sache sei ihm nichts vorzuwerfen. "Lahm hat auch noch recht", kommentierte die Frankfurter Allgemeine, und der kicker sekundierte: "Was Lahm vorbrachte, hat Hand und Fuß."

Spannende Jahreshauptversammlung steht bevor

Nur in den Augen von Bild ist alleine Trainer Louis van Gaal schuld. Zumindest Vereinspräsident Franz Beckenbauer scheint über die eine oder andere Aussage von Lahm schon nachgedacht zu haben. Zwar behauptete der "Kaiser" glatt, das Interview habe "zu wenig Inhalt" gehabt. Man könne Lahm aber "auch dankbar sein", ergänzte er in der Sendung Sky 90, "dass er sich wehrt und aufschreit, um vielleicht den Letzten auch noch aufzuwecken". Wo er Lahm außerdem recht gebe, gab Beckenbauer zu, "ist bei den Einkäufen." Volkes Stimme sprach sich ohnehin für Lahm aus. Statt einer Geldstrafe hätte Lahm "noch eine Belohnung dafür kriegen müssen, dass er das mal gesagt hat", ereiferte sich einer der Anrufer in der Frühsendung des Radiosenders Bayern 3.

Über 80 Prozent der User des Internetportals Sport1.de stimmten zu und klickten bei einer Umfrage an: "Ja, endlich sagt es einer". Weitere knapp 18 Prozent fanden den Inhalt vertretbar, nur nicht die Vorgehensweise. Zu den Sachfragen, um die es Lahm ging, ist vonseiten des FC Bayern aber noch immer nicht Stellung genommen worden.

Spätestens am 27. November müssen sich die Verantwortlich wohl rechtfertigen - dann ist ist übrigens Jahreshauptversammlung des Klubs. Es könnte ein ungemütlicher Abend werden. Für die Bosse.

Von Thomas Häberlein/sid
KOMMENTARE (10 von 19)
 
RudiRastlos (10.11.2009, 12:18 Uhr)
Spielertypen
also ich kann mich mal an eine Forderung nach Spielertypen erinnern die auch der Herr Hoeneß stellte. Das war zu Zeiten als der Fussball mal in der Krise steckte etwas länger her schon. Da wurde nach Typen gesucht die auch mal auf die Kacke hauen und die Dinge beim Namen nennen. Nun haben sie so einen Spielertyp und dann ist es auch wieder nichts!
Was intersiert mich mein Geschwätz von gestern fällt mir dazu nur ein!
Administrator (10.11.2009, 10:54 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
rolli (10.11.2009, 09:47 Uhr)
Schadeschade ...
...da wird immer von "Charakter" gesprochen, wenn eine Mannschaft hinten liegt und dennoch kämpft ...
endlich mal einer der nach jahrelanger Selbstherrlichkeit des FC Bayern Vorstands, berechtigte, kompetente und konstruktive Kritik übt und "Charakter" zeigt, Verantwortung zeigt, Engagement, und schon fühlen sich ein paar Herren auf die eitlen Füsschen getreten. Phillip hat in allem was er sagt recht. Anstatt die Kritik anzunehmen wird er bestraft, wie im Kindergarten -, das er jetzt umknickt ist schade, sehr schade, er sollte weggehen, ein zwei Jahre wo anders spielen, Erfahrung sammeln , dann zurückkommen, als Kapitän. Die Bayern -, wenn sie denn ihre Meinung nicht ändern, sind so einen Spieler gar nicht wert.
Das gegurke der Bayern kann man sich nicht mehr anschauen.
Es offenbart aber noch etwas anders, dieses deutsche Duckmäusertum -, nach wie vor, schade Philip, "Der Untertan -" von Heinrich Mann, fällt mir dazu ein, und die ungewöhnliche Bedeutung in den Medien -. Ohne Persönlichkeit wird man nicht Weltmeister, wie aber soll das gehen -? Wenn jeder Versuch dorthin bestraft, unterdrückt wird. Schade. Harmonie hin Harmonie her, nach jedem Gewitter folgt ein reinigender Regen, warum nimmt man das nicht an -. Vielleicht sollte man für Philip sammeln -, okokok, trotzdem schade.
Pijey (10.11.2009, 09:34 Uhr)
Mann oh Mann was für Kommentare....
...ohne Hirn und ohne jeglichen sachverstand.
Alle die hier schreiben über den Vorstand bzw. den Verein sollten sich ma überlegne wie lange sie bei ihrem Arbeitgeber überleben würden wenn sie so das Unternehmen und die Führen öffentlich anprangern.
Soviel DUMMheit kann man garnicht ertragen was hier geschrieben wird.
In der Sache mag Lahm z.T. recht haben, aber in der Ausführung lag er total daneben.
Niemand im Verein hat den Äußerungen widersprochen, nur die Art und Weise wird hier betraft. Und das ist korrekt.
Laßt mal die Kirche im Dorf und erpart der Menschheit euren Neid der euch ja schon zu zerfressen scheint.
Phillpi Lahm ist ein inteligenter Mensch und er hat genau gewußt was da auf ihn zukommt. Er wollte wach rütteln, aber der Weg war der Falsche. Was hier als Stasimethode beschrieben wird und als eingeschränkte Meinungsfreiheit gesehen wird ist nichts anderes, als das Lahm seine Chefetage öffentlich an den Pranger gestellt hat. Das sollten sich die Schreiber hier einmal erlauben. Ich denke die brauchen morgen nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen.
Soviel Dummheit ist wirklich fern jeder Realität.
anak (10.11.2009, 08:34 Uhr)
Lahm - Kapitaen
da hat sich einer auf die kapitaensbinde eingeschossen, die ihm viel besser stehen wuerde als einem van Bommel, der ausser uebertrieberner haerte, die als fehlende fitness ausgelegt werden koennte, nichts zu bieten hat.
endbenutzer (10.11.2009, 08:16 Uhr)
Mal sehen, wie lange....
...Lahm jetzt auf der Bank sitzen muss oder in der 3. Liga spielen darf. Was für ein Kindergarten....
lummy (10.11.2009, 06:42 Uhr)
Es...
wiedert mich nur noch an !!! Es wird Zeit das bei diesem Vorstandspack vom FCB mal so richtig aufgeräumt wird.
Lahm hatte recht.Und diese Nationsdeppen ertragen mal wieder die Wahrheit nicht !!!!
Schulse (10.11.2009, 00:53 Uhr)
@ Bebuquin
Ich geb dir da völlig Recht. Der die Bayer München AG ist ein Arbeitgeber wie jeder andere, einzig die mitarbeiter sind speziell. Öffentlich Kritik am Arbeitgeber zu äußern ist für den Otto-Normal-Bürger nicht möglich.

Aber du musst auch sehen, dass jemand wie Philipp Lahm immer in der Öffentlichkeit steht. Er gibt zu alles und jedem ein Statement ab und da muss es auch möglich sein sich kritisch zu äußern. Auch in der Öffentlichkeit, in die er sie sich im Unterschied zum ON-Verbraucher nicht ins die Öffentlichkeit drängen muss.

Zu allemdem trifft er ja schlicht und ergreifend den Nagel auf den Kopf. Hätte er Blödsinn geredet, würde das in der Öffentlichkeit garnicht so heiss diskutiert werden.

DAS ist nämlich für einen Uli Hoeneß das Armutszeugnis!

mfg
achim51 (09.11.2009, 20:57 Uhr)
Nix wie weg vom FC Bayern...
.. und auf zu einem europäischen Spitzenclub! M.E. sind Lahms Tage beim FC Bayern gezählt. Der neben Ballack einzige deutsche Weltklassespieler hat konsequent abgerechnet mit den Gernegroßs und Auslaufmodellen Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer und sollte nun schnell ensprechende praktische Konsequenzen ziehen. Und da Lahm ein etwas helleres Köpfchen hat als die 3 aufgezählten Herren zusammen, wird er das auch tun. Ich bin mir sicher, ihn bald bei einem italienischen, spanischen oder englischen Spitzenclub spielen zu sehen.
cocowesten (09.11.2009, 20:53 Uhr)
Der arme Lahm
Auf bild.de wird er schon als Verräterschwein in Fusi-Kreisen gehandelt. Ganz billige Nummer von der Bild, aber wer hätte schon was anderes erwartet...
MEHR ZUM ARTIKEL
Stefan Effenberg exklusiv Das wird brutal für Lahm

Nach seiner öffentlichen Kritik an Verein und Mitspielern sieht stern.de-Kolumnist Stefan Effenberg harte Zeiten auf Bayerns Philipp Lahm zukommen. Dabei gibt Effe dem Verteidiger in manchen Punkten sogar recht. mehr...

Bayern München Es brennt lichterloh

Die Bayern sind nach dem enttäuschenden Remis gegen Schalke auf den achten Tabellenplatz abgerutscht. Der Rekordmeister steckt in einer schweren Krise - endgültig. Vor dem Spiel attackierte Philipp Lahm die Club-Führung, Uli Hoeneß kündigte Konsequenzen an. Die Bayern stehen kurz vor der Explosion. mehr...

FC Bayern Die Fehler des Louis van Gaal

In der Champions League vor dem Aus, in der Bundesliga nur Platz sechs. So richtig gut lief es beim FC Bayern zuletzt unter Trainer Felix Magath. Der kommt nun mit Schalke 04 zum Duell. Wird er zu nutzen wissen, dass es in München nicht läuft. Mitverantwortlich dafür ist Trainer Louis van Gaal. Seine schwersten Fehler. mehr...

 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...