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5. August 2008, 15:24 Uhr

Sagnol schwer verletzt

Die Bayern müssen sich langsam Sorgen machen: Nach Luca Toni und Frack Ribéry fällt jetzt auch Willy Sagnol für Monate aus. Der französische Nationalspieler wurde an der Achillessehne operiert - ein schwerer Rückschlag für Coach Jürgen Klinsmann.

Willy Sagnol (r.) im Training mit Bastian Schweinsteiger und dem ebenfalls verletzten Franck Ribéry© Oliver Lang/DDP

Beim Rechtsverteidiger wurde am Montagabend ein Eingriff an der Achillessehne vorgenommen, an der er schon länger Probleme hatte. Eine genaue Diagnose gab der deutsche Fußball-Meister am Dienstag nicht bekannt.

Den "Defekt an der Achillessehne", wie es der Club formulierte, stellten die Vereinsärzte des Rekordmeisters am Montag fest. Nach Spekulationen des Internetportals "Sport1.de" hat sich Sagnol einen Teilriss der Achillessehne zugezogen. Im Anschluss an die Untersuchung wurde schnell die Entscheidung zur Operation getroffen. Am Dienstag wurde in München zum Teil auch spekuliert, ob der nach dem Karriereende von Torhüter Oliver Kahn dienstälteste Bayern-Profi in der Hinrunde überhaupt noch einmal zum Einsatz kommt.

Hitzfeld: Das ist sehr dramatisch

"Für Willy ist das sehr dramatisch. Er hat ja letzte Saison auch nicht so oft spielen können, weil er lange verletzt war", sagte sein ehemaliger Trainer Ottmar Hitzfeld auf einer Veranstaltung des TV-Senders "Premiere". "Das ist auch sehr schlimm für den FC Bayern, ein Willy in Hochform ist eine Verstärkung für jede Mannschaft." Stefan Effenberg erinnerte die neuerliche Blessur des Franzosen an eine eigene Verletzung. "Das Problem hatte ich auch mal und wurde auch operiert. Ich hatte Glück, nach drei oder vier Monaten war ich wieder auf dem Platz", sagte der einstige Bayern- Kapitän. "Das ist bitter, in seiner Position, in seinem Alter. Das ist ein Päckchen, das er tragen muss. Ich hoffe, dass er nochmal zurückkommt."

Für Sagnol, der bei den Bayern einen Vertrag bis 2010 besitzt, ist die erneute Verletzung ein schwerer Rückschlag. Im April vorigen Jahres hatte der Franzose, der seine Karriere in der Nationalelf nach der EM offen gelassen hatte, eine Knorpelverletzung im rechten Knie erlitten und war danach lange ausgefallen. Erst zu Beginn der Rückrunde der abgelaufenen Saison war er wieder voll einsatzfähig, im März zwang ihn ein Bandscheibenvorfall zu einer erneuten Pause. In der neuen Spielzeit wollte der 31-Jährige "mein altes Niveau erreichen". Die Achillessehne machte ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Sagnol muss lange Pause einlegen

Der Verein hielt sich mit der Einschätzung über die Dauer des Ausfalls zurück. Allerdings müsse Sagnol "selbst bei optimalem Heilungsverlauf" eine lange Pause einlegen. Wegen seiner Probleme hatte Sagnol in der Vorwoche den Test bei den Urawa Red Diamonds in Japan (4:2) verpasst, war am Samstag aber wieder ins Training eingestiegen.

Nicht nur beim Kampf um einen Stammplatz, den nun Konkurrent Christian Lell einnehmen wird, bedeutet die Verletzung einen schweren Rückschlag für den Franzosen. Auch beim Streben nach dem Kapitänsamt hat Sagnol durch die Verletzung schlechtere Karten. Für das erste Pflichtspiel der Bayern war der Spielführer ohnehin schon bestimmt: Mark van Bommel wird das Team auch am Sonntag beim DFB-Pokal- Erstrundenspiel bei Rot-Weiß Erfurt anführen. Erst "kurz vor dem Bundesliga-Start" will sich Klinsmann dann festlegen, wer der feste neue Kapitän und damit Nachfolger von Kahn wird.

Christian Kunz/DPA
 
 
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