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Zwei Patzer gegen Australien: War's das schon für Leno mit der WM?

Manuel Neuer ist auch für die WM 2018 im deutschen Tor gesetzt. Doch der Kampf um das Erbe des Ausnahmetorhüters läuft. Gegen harmlose Australier hat Bernd Leno seine Chancen alles andere als verbessert.

Der Ball im Netz, Bernd Leno schautunglücklich - der Torhüter patzt beim Confed Cup im Spiel gegen Australien zwei Mal

Bernd Leno schaut unglücklich dem Ball hinterher. Gerade hat er das erste für Australien zugelassen. Ein zweiter Patzer ermöglicht das zweite Tor der Socceroos.

Von einem Willy Willy, wie in tropische Wirbelstürme genannt werden, war am Montagnachmittag in Sotschi nichts zu spüren. Im Gegenteil: Statt eines Sturmwirbels schickten die Australier im Confed-Cup-Spiel gegen Deutschland bestenfalls ein laues Lüftchen Richtung Tor des Weltmeister. Trotzdem schafften die Socceroos zwei Treffer - und hielten damit die Begegnung bis zum Schluss offen.

Dass dies so war, obwohl die australischen Stürmer ihre Bezeichnung kaum verdienten, wirft kein gutes Licht auf den Hüter des deutschen Tores. Und tatsächlich: Bei beiden Treffern machte , den Jogi Löw diesmal in den deutschen Kasten gestellt hatte, keine gute Figur. Beim ersten Treffer Australiens durch Rogic ließ der umworbene Leverkusener den nicht allzu scharf geschossenen zweiten Versuch unter seinen Händen durchrutschen - und schaute mit unglücklicher Mine dem Ball hinterher. Beim zweiten Aussie-Treffer durch Juric ließ er den Ball abprallen - direkt vor die Füße des Torschützen. Zu allem Überfluss machte dieser Gegentreffer das deutsche Team so unsicher, dass sogar ein Ausgleich nicht mehr ausgeschlossen schien. Nicht auszudenken für Leno, wenn es zum 3:3 gekommen wäre.


Bernd Leno: Endstation Confed Cup?

So sehr das Turnier von vielen auch belächelt wird, für die drei deutschen Torhüter ist es enorm wichtig. In Abwesenheit von Nummer 1 kämpfen mit Leno zwei weitere Top-Leute um die Plätze zwei und drei bei der WM 2018. Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona und Kevin Trapp von Paris St. Germain. Sowohl ter Stegen als auch Trapp hinterließen zuletzt in der Nationalelf wie in ihren Vereinen einen stärkeren Eindruck als der angeblich von Inter Mailand umworbene Leno. Alle drei sind Torhüter, die andere Länder gerne hätten. Angesichts solcher Konkurrenz kann ein verpatztes Spiel wie das gegen Australien schon das Aus im Rennen um einen Platz im WM-Kader sein.

"Der erste Schuss mit Vollspann war nicht so leicht zu halten", zeigte sich Nationalcoach Jogi Löw teilweise nachsichtig. Aber: "Den zweiten Ball könnte er festhalten." Auf das Experiment, ob Leno es beim nächsten Mal besser macht, muss sich der Coach nicht einlassen. Beim nächsten Spiel gegen Chile wird aller Voraussicht nach ein anderer im Tor stehen, denn: "Das wird ein Spiel auf einem ganz anderen Level."

"Ganz große Clubs stehen bestimmt Schlange"

Viel Unterstützung genießt der 25-Jährige offenbar auch unter den Fans nicht. In den sozialen Medien gingen einige hart mit dem Bayer-Keeper ins Gericht:





Dagegen waren die Rufer, die Verständnis für Fehler unter Druck zeigten und Leno zudem bescheinigten, eigentlich ein sehr guter Keeper zu sein, deutlich in der Minderheit. Wirklich vergrößern dürften seine Chancen auf weitere Einsätze in der Nationalelf wohl nur gravierende Patzer der Konkurrenten in den kommenden Spielen. Zumindest für Deutschlands Torhüter ist der Confed Cup ein wegweisendes Turnier.


dho

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