Bayern schnappen sich Jan Kirchhoff

4. Januar 2013, 12:22 Uhr

Der FC Bayern hat noch bevor die Rückrunde begonnen hat den ersten Punktsieg gegen die Konkurrenz eingefahren: Der hoch talentierte Innenverteidiger Jan Kirchhoff kommt im Sommer aus Mainz.

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Noch trägt er das Trikot des FSV Mainz, ab dem Sommer schlüpft er dann ins Hemd der Bayern: Jan Kirchhoff©

Der ehemalige DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat den ersten hoffnungsvollen Junioren-Nationalspieler zum FC Bayern gelockt. Jan Kirchhoff, dessen Entwicklung vom U 18- bis zum U 21-Auswahlakteur Sammer in seiner Amtszeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hautnah mitverfolgen und vorantreiben konnte, wechselt im Sommer ablösefrei vom FSV Mainz nach München.

Der 22-Jährige erhält beim Herbstmeister einen Vertrag bis 30. Juni 2016. Die Personalie, die die Bayern am Freitag im Wintercamp in Katar verkündeten, dürfte auch beim FC Schalke 04 mit Enttäuschung und Freude aufgenommen werden. Auch die Königsblauen hatten ihre Fühler nach Kirchhoff ausgestreckt - zugleich ist aber nun die Gefahr eines Wechsels von Kapitän Benedikt Höwedes nach München gesunken.

Sammer äußerte sich in Doha "persönlich" erfreut, dass der 22 Jahre alte Kirchhoff die "Herausforderung" beim FC Bayern annehme. "Wir freuen uns sehr, dass wir diesen hoch talentierten deutschen U 21-Nationalspieler verpflichten konnten", sagte der Sportvorstand.

Kirchhoff hat sich in den vergangenen Jahren in Mainz prächtig entwickelt. In der Hinrunde kam der gelernte Innenverteidiger auf zwölf Liga-Einsätze. Zuletzt glänzte er im defensiven Mittelfeld. "Ich weiß, dass er ein guter Spieler ist", bemerkte Bayern-Torjäger Mario Gomez, als er in Doha mitten in einer Pressekonferenz vom auch für ihn überraschenden Kirchhoff-Transfer erfuhr.

Der 1,95 Meter große Verteidiger ist beim Tabellensechsten Mainz und in der deutschen U 21, für die er bislang 17 Länderspiele bestritt, eine wichtige Stütze. DFB-Trainer Rainer Adrion hat ihn fest für die U 21-EM im Sommer in Israel eingeplant.

Kirchhoff hatte seinen Abschied aus Mainz zum Saisonende angekündigt. Dass er schon im Winter nach München gehen könnte, ist wohl nicht zu erwarten. Die finanziell gesunden Mainzer könnten dann zwar noch Geld mit ihm verdienen, sie haben aber mit Kirchhoff in der Rückrunde bessere Chancen auf einen Einzug in die Europa League.

Kirchhoff erwartet beim Rekordmeister große Konkurrenz in der Innenverteidigung. Er wird sich als Nummer vier hinter Dante sowie den Nationalspielern Jérome Boateng und Holger Badstuber, der dann von seinem Kreuzbandriss genesen sein wird, einreihen müssen.

Kirchhoffs Verpflichtung dürfte beim FC Bayern zugleich das Aus für Daniel van Buyten zum Saisonende bedeuten. Der Belgier wird im Februar 35 Jahre alt und ist inzwischen sehr verletzungsanfällig. In der Hinrunde kam van Buyten nur in zwei Ligaspielen zum Einsatz.

Kirchhoff war pikanterweise auch beim FC Schalke im Gespräch, der sich seit Freitag gemeinsam mit den Bayern in Doha auf die Rückrunde vorbereitet. Bei den Königsblauen könnte der Kirchhoff-Wechsel trotzdem für Erleichterung sorgen, da Kapitän Höwedes zuletzt auch immer wieder mit den Bayern in Verbindung gebracht worden war.

Schalke-Manager Horst Heldt arbeitet bereits seit dem letzten Jahr an einer vorzeitigen Weiterverpflichtung von Höwedes. Der 24 Jahre alte Innenverteidiger bestätigte in Doha "erste Gespräche", sieht sich aber nicht unter Zeitdruck. "Ich habe keinen Stress wie andere Spieler, wo Verträge im Sommer auslaufen", sagte Höwedes, dessen aktuelles Arbeitspapier bis 30. Juni 2014 datiert ist.

Die Bayern-Option scheint für ihn durch den Kirchhoff-Transfer zunächst vom Tisch zu sein. Die Verhandlungen mit Schalke würden "ruhen", verriet Höwedes noch. Vorrang habe für ihn aktuell die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Mit dem neuen Trainer Jens Keller möchte er dann von Platz sieben aus mit Schalke wieder nach oben kommen. "Wir wollen in der Rückrunde nochmal angreifen und wieder in der Champions League landen", erklärte Höwedes. Eine erneute Qualifikation für die Königsklasse dürfte ihm das Ja-Wort zu einer Verlängerung auf Schalke sicherlich erleichtern.

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