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Furioser Auftakt in die neue Saison

Vor allem Werder Bremen, der HSV und Bayer Leverkusen unterstrichen ihre Ambitionen. Der erste Bundesliga-Spieltag brachte insgesamt 32 Tore - und den bisher jüngsten Bundesligaspieler.

Tolle Tore, volle Stadien und der jüngste Spieler aller Zeiten bescherten den Fußball-Fans elf Monate vor der WM einen spektakulären Start in die 43. Bundesligasaison. Dabei unterstrichen vor allem Werder Bremen, der Hamburger SV und Bayer Leverkusen mit deutlichen Siegen ihre Ambitionen. Vizemeister Schalke 04 mühte sich erst in der Schlussphase zu einem Erfolg. Der Rückkehr des mit 66 Jahre ältesten Bundesligatrainers Giovanni Trapattoni (VfB Stuttgart), der beim 1:1 in Duisburg einen Teilerfolg erzielte, hatte Borussia Dortmund in Nuri Sahin (16) den bisher jüngsten Ligaspieler entgegenzusetzen. Meister FC Bayern München setzte beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach bereits am Freitag die Akzente.

Ein gelungenes Debüt feierte Schalkes Neuzugang Sören Larsen und verdarb somit Michael Henke den Einstand auf der Trainerbank des 1. FC Kaiserslautern. Nur wenige Minuten auf dem Platz, leitete Larsen mit seinem Tor die Wende gegen die Pfälzer ein. Die führten am Sonntag in Gelsenkirchen durch das Tor von Halil Altintop lange mit 1:0, ehe in der Schlussphase Larsen und Mladen Krstajic mit ihren Toren Schalke einen 2:1-Auftaktsieg bescherten. Aufsteiger Eintracht Frankfurt reichte ein frühes Tor gegen Bayer Leverkusen auch nicht zum Erfolg. Zwar traf Aleksandar Vasoski schon nach sieben Minuten, aber danach spielte nur noch Leverkusen. Und bei Bayer trugen sich mit Dimitar Berbatow, Andrej Woronin, Bernd Schneider sowie Jacek Krzynowek gleich vier Spieler in die Torschützenliste ein.

Vorbereitungen auf internationale Wettbewerbe laufen

Rechtzeitig vor dem Qualifikationsspiel zur Champions League beim FC Basel am kommenden Mittwoch hat der SV Werder Bremen beim 5:2- Erfolg über Arminia Bielefeld seine Form gefunden. Vor allem Doppeltorschütze Miroslav Klose sprühte vor Spielfreude. Auch sein Sturmpartner Ivan Klasnic traf gegen die am Ende überforderten Bielefelder zwei Mal. "Die Konkurrenz weiß, dass mit uns zu rechnen ist", sagte Torsten Frings nach seiner erfolgreichen Rückkehr an die Weser. Bei den Ostwestfalen zeigte Neuzugang und Torschütze Zuma (Südafrika) zumindest gute Ansätze.

Auch der Hamburger SV ist für die UI-Cup-Finalspiele gegen den FC Valencia bestens gerüstet. Der als "Geheimfavorit" gehandelte Club bezwang den 1. FC Nürnberg mit 3:0. Dabei stand allerdings nicht der holländische Star Rafael van der Vaart im Blickpunkt, sondern der zweifache Torschütze Sergej Barbarez. HSV-Coach Thomas Doll versucht die große Erwartungshaltung im Umfeld ein wenig zu bremsen. "Es gibt keinen Grund durchzudrehen. Es war ein Start wie erhofft, nicht mehr und nicht weniger", sagte Doll.

Noch viele Wünsche bleiben für Meistertrainer Giovanni Trapattoni beim VfB Stuttgart offen. Bei der Rückkehr auf die Bundesligabühne erreichte der "Maestro" mit seinem Team ein 1:1 beim starken Aufsteiger MSV Duisburg. "In ein oder zwei Monaten kann ich mit der Mannschaft erreichen, was ich will. Wir brauchen noch ein wenig Zeit", befand Trapattoni. Stuttgarts Torschütze Cacau erhielt später die erste Rote Karte der Saison. Abdelaziz Ahanfouf rettete dem MSV in der neuen Arena das Remis. Mitaufsteiger 1.FC Köln feierte sogar einen Punkte-Dreier beim 1:0 gegen den FSV Mainz. Allerdings verhalf den Kölnern ein umstrittener Strafstoß, den Björn Schlicke kurz vor Schluss verwandelte.

Mit 16 Jahren schon Bundesligaspieler

Einen Rekord besonderer Art stellte Borussia Dortmunds Nuri Sahin beim 2:2 in Wolfsburg auf. Der türkische Junioren-Nationalspieler ist der bis dato jüngste Bundesligaspieler. Kevin Hofland markierte für den VfL das 2:2, nachdem zuvor Ebi Smolarek und Jan Koller für den BVB getroffen hatten. Diego Klimowicz erzielte die 1:0-Führung für die Niedersachsen. Hertha BSC verspielte beim 2:2 in Hannover sogar eine 2:0-Führung (Marcelinho und Artur Wichniarek) und musste durch Christoph Dabrowski und Michael Tarnat noch den Ausgleich hinnehmen. "Man kann fast von Überheblichkeit sprechen", ärgerte sich Herthas Manager Dieter Hoeneß.

Sein Bruder Uli hingegen war nach dem 3:0-Auftaktsieg des Titelverteidigers FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach in der neuen Allianz Arena völlig aus dem Häuschen. "Die Mannschaft hat Unglaubliches geleistet", befand der Manager nachdem sein Team zuvor wegen des Platzverweise für Valerien Ismael 47 Minuten in Unterzahl spielen musste. Owen Hargreaves und zwei Mal Roy Makaay erzielten die Treffer gegen die Gladbacher, die ihre wenigen Torchancen nicht nutzen konnten. "Ein Punkt wäre sehr gut gewesen für das Selbstvertrauen, jetzt wird wieder Kritik kommen", sagte Borussen- Coach Horst Köppel.

Morten Ritter/DPA/DPA

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