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Petersen bewahrt Werder vor Fehlstart

85 Minuten dauerte es, ehe sich der Dauerdruck von Werder Bremen im Spiel gegen Hannover 96 auszahlte. Nils Petersen traf zweimal in der Schlussphase zum 2:0.

  Werders Nils Petersen jubelt über sein Tor zum 2:0. Foto

Werders Nils Petersen jubelt über sein Tor zum 2:0. Foto

Nils Petersen hat Werder Bremen vor einem totalen Fehlstart in der Rückrunde bewahrt. Der Stürmer erzielte beide Treffer zum 2:0 (0:0) im 50. Bundesliga-Nordderby gegen Hannover 96 am Freitag und bescherte den Hanseaten damit den ersten Sieg im Jahr 2013. Mit 25 Punkten hat die Elf von Trainer Thomas Schaaf den Anschluss zur oberen Tabellenhälfte wieder hergestellt. Einen Zähler mehr auf der Habenseite haben noch die Hannoveraner, die seit dem 22. März 2003 auf einen Sieg an der Weser warten und in der Form ihre Europacup-Ambitionen nicht untermauern konnten.

Hochverdienter Sieg

Denn der Bremer Sieg war hochverdient, auch wenn die beiden Tore durch Petersen (85. und 88. Minute) sehr spät fielen. Für den früheren Torschützenkönig der 2. Fußball-Bundesliga waren es die Saisontreffer Nummer acht und neun.

"Der Sieg ist absolut verdient. Die Mannschaft hat sehr konzentriert agiert und viele Dinge besser gemacht als in den ersten beiden Spielen. Es wäre furchtbar gewesen, wenn wir die Torchancen nicht genutzt hätten", sagte ein erleichterter Schaaf. 96-Mittelfeldspieler Jan Schlaudraff war dagegen enttäuscht: "Wir hatten in der zweiten Halbzeit kaum mehr etwas entgegenzusetzen und nur noch hinten drin gestanden."

Vor 41.600 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion war Werder nach zuletzt zwei Niederlagen und 2:8 Gegentoren sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Im Mittelfeld übernahm Aaron Hunt nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder das Kommando und rückte genauso in die erste Elf wie Eljero Elia. Mit frühem Pressing setzte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf die Hannoveraner früh unter Druck und erspielte sich bei Dauerregen ein deutliches Übergewicht und Chancenplus. Nach 20 Minuten standen bei den Bremern bereits zehn Torschüsse zu Buche.

Der verschwenderische Umgang mit den Tormöglichkeiten war bei den Grün-Weißen jedoch das große Manko. So setzte Assani Lukimya bereits in der zweiten Minute einen Kopfball an die Latte. Danach scheiterte Mehmet Ekici mit einem abgefälschten Schuss (8.) und Zlatko Junuzovic mit einem Schlenzer (10.).

Anschließend war es Sokratis, der per Kopf für Gefahr sorgte (10.). Doch der starke 96-Keeper Ron-Robert Zieler war in dieser Szene ebenso zur Stelle wie Mitte der ersten Halbzeit bei einem Schuss von Nils Petersen aus halbrechter Position (22.). Kurz vor der Pause verzog Hunt in aussichtsreicher Position (45.+1).

Und die Hannoveraner? Mit vielen Ballverlusten machten sich die Niedersachsen, denen neun Leistungsträger wegen Verletzungen oder Sperren fehlten, selbst das Leben schwer. Die beste Chance resultierte dabei aus einem schlimmen Fehlpass der Bremer, als Mame Diouf frei vor Werder-Keeper Sebastian Mielitz auftauchte, den Ball aber nicht richtig traf (17.).

Gefährlichkeit strahlten die Gäste nur dann aus, wenn das Mittelfeld schnell überbrückt wurde. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit verschlimmerte sich die angespannte Personalsituation von 96, als Mohammed Abdellaoue mit einer Knieverletzung vom Feld musste.

Kurze Schrecksekunde

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren es die Bremer, die eine Schrecksekunde zu überstehen hatten. Einen Schuss von Jan Schlaudraff von der Strafraumgrenze konnte Mielitz nur nach vorne abprallen lassen, den Nachschuss brachte Diouf aus kurzer Entfernung aber nicht im Tor unter. Der Treffer hätte wegen Abseitsstellung aber auch nicht gezählt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause waren die Bremer aber schnell wieder Herr der Lage. Und es wurde noch einige Mal brenzlig für Zieler, wie etwa bei den guten Chancen von Lukimya (54.), Petersen (61.) oder Hunt (68.). Auf der Linie rettete für Zieler Manuel Schmiedebach nach einem Kopfball von Sokratis. So dauerte bis zur 85. Minute, ehe bei den Gastgebern der Knoten platzte, als Petersen auf Vorlage von Elia traf.

anb/DPA/DPA

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