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Einen für drei, drei für zehn

Was haben der HSV, Bayern München und Mönchengladbach gemeinsam? Sie alle sind Mehrfach-Meister und dürfen deshalb Sterne auf ihren Trikots tragen - eines der neuen Gimmicks der Deutschen Fußball-Liga.

Alles Neu macht der August – zumindest was die Fußball-Bundesliga betrifft. Für die Freitag beginnende 42. Bundesligasaison hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat paar Neuerungen ausgedacht. Die auffallendste dürfte die Einführung von Trikot-Sternen sein. Jede Mannschaft, die seit 1963 mindestens drei Titel errungen hat, kann sich mit den so genannten Meister-Sternen über dem Vereinsemblem schmücken.

Vereinsfarben gibt es künftig per CD-Rom

Mit drei Sternen auf dem Trikot wird der deutsche Rekordmeister Bayern München (18 Titel) am Samstag sein Auftaktspiel beim Hamburger SV bestreiten. Ab zehn nationalen Titeln bekommt der jeweilige Verein drei Sterne. Zwei Sterne gibt es ab fünf Erfolge (Borussia Mönchengladbach) und einen bei drei Meisterschaften, also für Werder Bremen, den HSV und Borussia Dortmund.

Eine weitere Neuerung ist ein interner Online-Spielbericht. Er soll als Service für die Mannschaftsverantwortlichen dienen. "Wir hoffen, dass wir dadurch Fehlereinwechslungen vermeiden können", sagt der Geschäftsführende DFL-Vorsitzende Wilfried Straub. Zudem können sich die Schiedsrichter in dieser Saison per CD-Rom frühzeitig die Trikots der jeweiligen Teams anschauen, damit es am Spieltag keine bösen Überraschungen gibt und wegen gleichfarbiger Shirts eine Mannschaft mit Leibchen antreten muss.

Wie andere Unternehmen klagen übrigens auch die Fußballclubs über hohe Personalkosten. Mit 45 Prozent liege man in der internationalen Spitzengruppe, sagt DFL-Finanz-Geschäftsführer Christian Müller. Als Vergleich nannte er die Serie A in Italien, wo die Personalkosten 76 Prozent in derselben Spielzeit ausgemacht hätten. Daher zeichne sich in Deutschland ab, dass sich der Trend fortsetze, diese Kosten als Hebel für weiter verbesserte Bilanzen anzulegen. Insgesamt belasteten insgesamt 671 Millionen Euro Schulden die 36 Vereine. Doch demgegenüber stand fast genau eine Milliarde Euro an bilanzierten Vermögenswerten.

Auch kleine Mannschaften sollen mit den Großen spielen dürfen

Als "klaffendes Missverhältnis" bezeichnete DFL-Chef Straub den sportlichen Stellenwert der Bundesliga, Straub spricht von "Platz fünf" und die ökonomische Lage im europäischen Vergleich, wo man den zweiten oder dritten Rang einnehme. In Deutschland sei die Ausgeglichenheit und die Konkurrenz-Situation in der Liga aber deutlich größer als beispielsweise in England. Ein Verein mit eher geringen Mitteln müsse die Lust und die Möglichkeit haben, im Konzert der 18 Clubs mitzuspielen, sagte Straub: "Das ist das nationale Erfolgsrezept unserer Liga."

Mit Material von DPA/DPA

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