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Umbruch? Und wenn schon!

Mainz 05 hat mit Adam Szalai seinen besten Spieler an Schalke verloren. Aber sie jammern nicht am Rhein. Neue, hungrige Talente stehen bereit. Schlagen die ein, ist vieles möglich.

Von Klaus Bellstedt

  Energischer Antreiber an der Seitenlinie: Mainz' Trainer Thomas Tuchel

Energischer Antreiber an der Seitenlinie: Mainz' Trainer Thomas Tuchel

  • Klaus Bellstedt

Christian Heidel ist ein Mann der klaren Worte. Der Manager des FSV Mainz 05 ist sich sicher: "Es werden sich noch einige Leute mächtig wundern." Mit "Leute" meint Heidel die Kritiker, die den Mainzern eine eher ungemütliche Saison prophezeien. Wegen der vielen namhaften Abgänge. Und es stimmt schon: Mit Andreas Ivanschitz, Adam Szalai, Jan Kirchhoff, Radoslav Zabavnik und Marco Caligiuri haben zahlreiche Leistungsträger den Club verlassen. Doch ist das wirklich so schlimm? Im Fall von Szalai ganz sicher, aber sonst?

Was ist neu?

Womit wir gleich beim Thema wären: Mainz hat die rund acht Millionen Euro, die Schalke für den Torjäger überwies, sehr klug wiederangelegt. Mit Johannes Geis (19, Greuther Fürth), Sebastian Polter (22, VfL Wolfsburg), Julian Koch (22, Borussia Dortmund), Christoph Moritz (23, Schalke 04) und Dani Schahin (23, F. Düsseldorf) hat man den Kader gezielt verstärkt. Vor allem Geis, Koch und Moritz gelten als herausragende Talente, denen eine große Zukunft vorhergesagt wird. Bedenkt man jetzt noch, dass die Mannschaft mit den beiden erfahreneren Asiaten Shinji Okazaki (27, VfB Stuttgart) und Joo-Ho Park (26, FC Basel) aufgefüllt wurde, ist Christian Heidel langsam besser zu verstehen. Es ist diese neue Mischung, die bei Mainz 05 Lust auf mehr macht.

Was ist gut?

Wie erwähnt, die Frischzellenkur tut dem Team bis jetzt sehr gut. In der Vorbereitung wurden zum Teil beeindruckende Siege eingefahren, so wie beim 4:0 gegen Groningen oder auch beim 4:1 gegen West Ham United. Die extrem hohe Laufbereitschaft, eine der Grundvoraussetzungen für das Mainzer Spiel, ist in den Tests schon wieder deutlich erkennbar gewesen. Im Pokal beim mühsamen 2:1 gegen Fortuna Köln war davon allerdings wenig zu sehen. Thomas Tuchel hat in Sachen Aufstellung, auch das ist neu und gut, in fast allen Mannschaftsteilen die Qual der Wahl. Der Konkurrenzkampf ist in vollem Gange. Das wünscht sich jeder Trainer.

Im 4-2-3-1-System von Tuchel sticht eindeutig die offensive Dreierkette hinter der einzigen Spitze hervor. Sie ist mit Okazaki, aber vor allem mit Niki Zimling und Shooting Star Nicolai Müller exzellent besetzt. Der Däne Zimling ist ein giftiger Spielgestalter auf der Zehn und hat sich im Laufe der vergangene Wochen und Monate zu einer tragenden Säule entwickelt. Müller hat es in der Zwischenzeit sogar zum Nationalspieler gebracht.

Was ist schlecht?

Auch wenn sich Eric Maxim Choupo-Moting, der zwei Meniskusoperationen hinter sich hat, langsam aber sicher seiner alten Stärke nähert, ein zuverlässiger Knipser ist der Stürmer noch lange nicht. Aktuell ist der Angreifer schon wieder verletzt und fällt beim Bundesliga-Saisonauftakt gegen Stuttgart mit einem Muskelanriss im Hüftbeuger aus. Und so fragt man sich, wer bei den 05ern, wenn der hoch veranlagte Kameruner ausfällt, die Tore schießen soll? Polter, Schahin, Ede und auch Parker stehen bereit. Alle vier haben Potenzial. Aber an die Klasse von Adam Szalai reicht keiner von ihnen heran. Auch nicht Choupo-Moting.

Was ist möglich?

Einiges spricht dafür, dass Manager Heidel mit seiner Saisonprognose Recht behält und sich so mancher Skeptiker noch über die Mainzer wundern wird. Die Neuen haben sich gut eingefügt, der Kader ist auch in der Breite gut aufgestellt. Wenn die Mannschaft anders als in der Vorsaison mehr Konstanz zeigt und den Umbruch gut verkraftet, ist ein Platz zwischen Rang 8 und 12 möglich.

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