Was Milliardär Hopp verschweigt

16. November 2012, 14:00 Uhr

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp will den Vorwurf entkräften, dass er seinen Bundesligisten einem umstrittenen Spielerberater ausliefert. Dabei spart er Fakten aus. Von Wigbert Löer

Schwer nachvollziehbare Vierjahresverträge

Zu danken allerdings ist diesem spektakulären Transfer, an dem Wittmann durch die Provision kräftig mitverdiente, dass die TSG Hoffenheim Ralf Rangnick verlor. Zumindest kündigte der Trainer auch umgehend, weil er sich hintergangen fühlte. Hopp und Wittmann hatten ihn nicht informiert, als sie in Hopps Privatflugzeug zu den Vertragsverhandlungen nach München flogen. Aber auch das erzählte Hopp an diesem Abend nicht.

Andererseits war sich der "Mäzen und Investor" (Hopp über Hopp) nicht dafür zu schade, die schwer nachvollziehbaren Vierjahresverträge zu verteidigen, welche die beiden Wittmann-Spieler Sejad Salihovic und Tobias Weis kürzlich noch einmal mit der TSG abschließen durften. Hopp behauptete: "Roger Wittmann hätte problemlos Salihovic und Weis transferieren können und dabei viel mehr verdient."

Würstchen und Getränke

Hinter dieser Aussage steckt, um es vorsichtig zu formulieren, keine hohe Meinung vom Fußballsachverstand der Hoffenheimer Fans. Die wissen ja auch, dass Salihovic als technisch guter, aber für den modernen, schnellen Fußball doch etwas langsamer Mittelfeldspieler gilt. Und dass Tobias Weis in den letzten drei Jahren gerade einmal 15 Spiele über 90 Minuten für Hoffenheim bestritt, haben die TSG-Fans natürlich mitbekommen. Welcher Bundesliga-Klub bloß hätte Tobias Weis nun einen Vier-Jahres-Vertrag anbieten wollen? Im Moment soll sich laut eines Zeitungsberichtes ein Viertligist um ihn bemühen.

Es gab noch Würstchen und Getränke für die Fans nach dieser Veranstaltung, an der auch einige Führungskräfte der TSG Hoffenheim teilnahmen. Sie durften ratlos miterleben, wie Dietmar Hopp das Gespräch mit den Fans und anschließend vor den Mikrofonen und Kameras auch mit den Journalisten führte.

"Ich bin weder ein eitler Mensch, noch will ich mich in den Vordergrund spielen. Ich habe mich schon gefragt, warum ich es nicht wie die Aldi-Brüder mache und ganz auf Interviews oder öffentliche Auftritte verzichte." Auch das hat Dietmar Hopp gesagt, im Mai gegenüber der "FAZ" - und an diesem Abend wieder einmal ganz anders gehandelt.

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