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Mit grimmiger Entschlossenheit

Die Bayern haben nichts von ihrer Dominanz eingebüßt – und wer glaubt, dass Edelreservisten wie Gomez oder Robben für Ärger sorgen, der hat Jupp Heynckes nach dem Spiel nicht erlebt.

Ein Kommentar von Tim Schulze

  Er hat das Tor zum 2:0 gegen Stuttgart erzielt: Auch Thomas Müller kann grimmig gucken.

Er hat das Tor zum 2:0 gegen Stuttgart erzielt: Auch Thomas Müller kann grimmig gucken.

Wenn man dem VfB Stuttgart Böses will, könnte man den Verteidiger Cristian Molinaro zum Spieler des Tages küren. Im Spiel gegen den FC Bayern leitete sein katastrophaler Fehlpass die Niederlage ein. Mario Mandzukic schnappte sich den Ball und traf souverän zur Führung. Damit war das Spiel gelaufen. Die Bayern zogen das Tempo an, das ihnen in der ersten, zähen Halbzeit noch gefehlt hatte. Stuttgart hatte dem kühl und sachlich agierenden Gegner nichts entgegenzusetzen, Müller traf schließlich zum Endstand von 2:0 – das war’s.

Es war wahrlich kein spielerisches Glanzlicht, das die Bayern gegen ihren Lieblingsgegner zeigten. Doch die Souveränität und sachliche Kühle, mit der sie agierten, war beeindruckend. Zum Rückrundenstart gab jetzt es zwei 2:0-Siege. Die Bayern haben ihren Vorsprung in der Tabelle auf Leverkusen, das gegen Freiburg nicht über ein 0:0 hinaus kam, auf elf Punkte ausgebaut. Dortmund liegt auf dem dritten Platz weiterhin mit 12 Punkten zurück. Mehr Dominanz war selten in der Bundesliga. Es gilt die Aussage von Bastian Schweinsteiger aus der vergangen Saison, dass sich die Münchner "nur selbst schlagen können".

Der größte Mahner heißt Sammer

Die Kritiker werden jetzt einwenden, dass Fürth und die tapferen Stuttgarter keine Gegner seien – und überhaupt: Die Saison sei noch lang Die schweren Spiele kommen ja erst noch. Dortmund, gegen die es in der Hinrunde nur zu einem Unentschieden reichte, wartet im Pokal-Viertelfinale. In der Champions League geht es gegen Arsenal London. Andere weisen auf die Parallelen hin, die es zum Vorjahr gibt. Auch da war die Stimmung nach dem Wintertrainingslager bestens, die Bayern führten die Tabelle an (allerdings nur mit vier Punkten) – am Ende vergeigten sie drei Titel.

Außerdem lassen es sich die Mahner nicht nehmen, aus einer Stärke des hochkarätig besetzten Kaders eine Schwäche herauszulesen. Mit Mario Gomez und Arjen Robben sitzen aktuell zwei Superstars nur auf der Bank. Das könnte Unruhe verursachen, wenn die beiden ihrem Frust über die Reservistenrolle freien Lauf lassen. Dann gibt es da noch den hauseigenen Kritiker, Matthias Sammer, der nicht müde wird zu betonen, dass die Bayern "so schnell wie möglich in den Rhythmus kommen" müssen, den sie nach Sammer nach zwei souveränen Bundesliga-Siegen noch nicht gefunden haben.

Das mag so sein. Die spielerische Leichtigkeit fehlt den Bayern zum Start der Rückrunde noch. Positiv ausgedrückt könnte man aber auch sagen, sie dosieren ihre Leistung so, dass es für Gegner wie Fürth und Stuttgart locker reicht.

Heynckes lässt keine Zweifel aufkommen

Doch an einem gibt es keinen Zweifel: An der Entschlossenheit der Bayern, es allen zu zeigen - und zwar mit Titeln. Das merkt man der Mannschaft an. In jedem Interview betonen die Spieler ihr Selbstbewusstsein, aber auch die Erkenntnis, dass noch nichts gewonnen sei. Von Überheblichkeit wie vor einem Jahr keine Spur. Außerdem kommt ihnen zu Gute, dass sich der Hype um die Verpflichtung von Pep Guardiola gelegt hat.

Und dann gibt es da noch Jupp Heynckes. Wer den 67-Jährigen nach der Partie gegen Stuttgart im Interview gehört hat, stellt den unbedingten Erfolgswillen nicht mehr in Frage. Dass Robben und Gomez Unruhe stiften, glaubt Heynckes nicht: "Dafür werde ich sorgen", antwortete er knapp und grimmig. Wer den Ton vernommen hat, möchte nicht in der Haut der beiden Ausnahmestürmer stecken.

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