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Gladbach bietet den Bayern Paroli

Borussia Mönchengladbach und Bayern München lieferten sich ein spektakuläres Spiel - obwohl am Ende kein Tor fiel. Beim VfL Wolfsburg sah der FSV Mainz 05 keinen Stich.

  Zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern Münchgen war viel Feuer drin: André Hahn (l.) und Rafinha (r.) tauschen Nettigkeiten aus

Zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern Münchgen war viel Feuer drin: André Hahn (l.) und Rafinha (r.) tauschen Nettigkeiten aus

Mit einer couragierten Leistung im Gipfeltreffen hat Borussia Mönchengladbach dem FC Bayern München einen hochverdienten Punkt abgeknöpft. Durch das 0:0 verhinderte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre am Sonntagabend einen Durchmarsch des Rekordmeisters und liegt nach dem neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga als Tabellenzweiter weiterhin vier Punkte hinter den Bayern. Vor 54.010 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Borussia-Park gewann das 100. Pflichtspiel beider Teams gegeneinander erst in der zweiten Hälfte an Fahrt. Am Ende schmeichelte den Münchnern das Resultat gegen immer mutigere Gastgeber.

Beide Super-Serien hielten: Die Bayern blieben im 13. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen, Gladbach ist auch nach 15 Partien unbesiegt. Die beiden erfolgreichsten Defensivreihen der laufenden Bundesliga-Saison machten ihrem Ruf vor allem in Halbzeit eins alle Ehre. Der FC Bayern kassierte bislang nur zwei Gegentore, Manuel Neuer ist nun seit 658 Minuten unbezwungen. Sein Borussia-Kollege Yann Sommer musste insgesamt erst vier Treffer hinnehmen.

Borussen hielten Bayern vom Strafraum fern

Richtig gefährlich wurde es dann nach über einer halben Stunde plötzlich auf der Gegenseite. Bei einem von Andre Hahn eingeleiteten Konter tauchte Max Kruse frei vor Manuel Neuer auf, doch der Abschluss des Nationalspielers geriet zu zaghaft, um ein Problem für Neuer zu sein. Im Spiel zweier Taktikfüchse auf der Trainerbank stand Gladbach in der Innenverteidigung sicher. Die zweite Bayern-Chance hatte Robert Lewandowski: Dessen Schuss wurde von Dominguez abgefälscht und verfehlte nur knapp das Tor.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bot sich das altbekannte Bild: Die Borussen hielten die Bayern vom eigenen Strafraum fern und lauerten auf Konter. Dann wurde es gefährlich: Kruse leitete überfallartig einen mustergültigen Angriff ein, spielte zu Hahn, dessen platzierten Schuss parierte Neuer stark. Das Spiel nahm Fahrt auf. Lewandowski tauchte erneut gefährlich vor Sommers Tor auf, auf der Gegenseite musste Neuer bei einem weiteren Konter gegen Patrick Hermann zum ersten Eckball für Gladbach nach einer Stunde Spielzeit retten.

Die Borussen bekamen immer mehr Oberwasser. Raffael hatte per Freistoß (67.) und (78.) Chancen, Neuer parierte jeweils glänzend. Am Ende konnten die Bayern mit dem Punkt zufriedener sein als Mönchengladbach. Juan Bernat und Claudio Pizarro verfehlten in der Schlussphase das Tor auf der Gegenseite nur ganz knapp.

  Wolfsburgs Ivan Perisic (oben) verlängerte einen Kopfball von Naldo (unten) zum 2:0. Gemeinsam mit Josuha Guilavogui (2.v.r.) und Ivica Olic (r.) freuen sich Torschütze und Vorbereiter

Wolfsburgs Ivan Perisic (oben) verlängerte einen Kopfball von Naldo (unten) zum 2:0. Gemeinsam mit Josuha Guilavogui (2.v.r.) und Ivica Olic (r.) freuen sich Torschütze und Vorbereiter

VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:0

Der nimmermüde VfL Wolfsburg hat die Mainzer Rekordserie gestoppt und sich in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Mit dem 3:0 (1:0)-Sieg feierten die immer stärker werdenden Wolfsburger den fünften Pflichtspielerfolg in Serie und brachten dem FSV Mainz 05 am neunten Spieltag die erste Saisonniederlage bei. Der mit nur einem Sieg aus fünf Spielen gestartete VfL überholte nach Toren von Naldo (15. Minute), Ivan Perisic (59.) und Daniel Caligiuri (87.) mit nun 17 Punkten die zuvor in acht Spielen ungeschlagenen Rheinhessen. Mit 14 Punkten bleibt Mainz dank seiner besten Startserie aber in den Europapokalrängen.

Die Gäste erwischten vor 26.238 Zuschauern den besseren Start in die Partie, ohne daraus Kapital schlagen zu können. Drei Tage nach dem stressigen Europa-League-Trip nach Südrussland brauchten die Wolfsburger zehn Minuten, bis sie ihre Betriebstemperatur erreicht hatten. "Ich glaube nicht, dass wir müde sind", meinte Trainer Dieter Hecking kurz vor dem Anpfiff und sah die Konzentration auf die neue Aufgabe eher als Sache des Kopfes an. Hecking hatte seine in Krasnodar siegreiche Mannschaft nur auf einer Position verändert, Viereinha ersetzte auf der rechten Abwehrseite Sebastian Jung.

Naldo trifft zum 1:0

Mehr tat sich aber über links, wo Marcel Schäfer erneut anstelle des verletzten Ricardo Rodriguez verteidigte und auch viel Druck nach vorn machte. Der langjährige Führungsspieler stand erstmals seit dem 20. Oktober 2013 wieder in einem Bundesligaspiel in der Anfangself - und bereitete prompt das 1:0 vor: Schäfers Eckball wuchtete Naldo zu seinem dritten Saisontor ins Netz.

Zuvor scheiterten Perisic (10.) und Ivica Olic (12.) an FSV-Keeper Loris Karius, der den Kopfball von Olic fast durchrutschen ließ und erst auf der Torlinie zu fassen bekam. Perisic verpasste mit einem Direktschuss nach Eingabe des erneut starken Kevin De Bruyne das zweite Tor (24.), Sekunden später rettete auf der anderen Seite Schlussmann Diego Benaglio in seinem 200. Bundesliga-Einsatz für den VfL mit einer Fußabwehr gegen Filip Djuricic (25.).

Mainzer Torwart hält stark

Den gleich auf vier Positionen veränderten Mainzern fehlte in der Offensive Jonas Hofmann nach seinem Außenbandanriss im Knie. Ein Flachschuss von Sami Allagui (56.), der hauchdünn vorbeiging, hätte fast den Ausgleich bedeutet, doch zu diesem Zeitpunkt hätte es schon 2:0 stehen müssen: De Bruyne (51.) und Olic (52.) scheiterten jeweils frei vor Karius. Der Belgier lieferte sich auf der Jagd nach seinem ersten Bundesliga-Saisontor ein regelrechtes Privatduell mit Karius. Das Tor gelang dann Perisic: Wiederum nach einer Schäfer-Ecke stieg erneut Naldo am höchsten, Perisic fälschte per Kopf unhaltbar ab. Für den Kroaten war es Saisontor Nummer eins.

FSV-Trainer Kasper Hjulmand reagierte mit einem ungewöhnlichen Dreifach-Wechsel (62.), an der Niederlage gegen die cleveren und stabilen Wolfsburger änderte das nichts mehr. Im Gegenteil: Maximilian Arnold (77.) hätte bei einem Pfostentreffer fast schon erhöht, Karius lenkte den Versuch von Olic an die Latte (80.). Caligiuri traf dann aus Nahdistanz noch zum verdienten 3:0.

tkr/DPA/DPA
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