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Als die Videobeweis-Debatte den Gipfel der Skurrilität erreichte

Am Sonntagabend erreichte die Debatte um den Videobeweis ein neues Level. Köln will gegen die 0:5-Klatsche in Dortmund Einspruch einlegen, weil der Video-Schiri zwar eine Fehlentscheidung korrigierte, dabei jedoch selbst einen Fehler machte.

So liefen die Spiele

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Aufreger des Tages

Der Videobeweis bleibt ein Dauerthema. Zunächst gab es am Samstag nach der üblen Verletzung von Stuttgarts Christian Gentner eifrige Diskussionen um die neue Technik. Am Sonntagabend wurde dann der Gipfel der Skurrilität erreicht. Der BVB traf nach einer Ecke zum 2:0 gegen Köln. Keeper Horn hatte den Ball in Bedrängnis fallengelassen, Sokratis ihn über die Linie geschoben. Der Schiedsrichter entschied auf Foul und wollte den Treffer nicht geben. Der Video-Schiri griff ein und signalisierte, dass es kein Foul an Horn gegeben hatte. Der Treffer zählte und Dortmund schoss Köln am Ende mit 5:0 ab. Nach dem Spiel kündigten die Kölner aber an, Einspruch einlegen zu wollen, weil der Ball zum Zeitpunkt des falschen Foulpfiffs noch nicht über die Linie gerollt war, sondern ungefähr einen halben Meter davor gen Netz kullerte. Folglich hätte der Videoschiri gar nicht eingreifen dürfen, um die Fehlentscheidung zu korrigieren, so die Argumentation der Kölner. "Das Protokoll wurde nicht befolgt", sagte Schmadtke.

Tatsächlich gilt das Spiel ab dem Zeitpunkt des Pfiffs als unterbrochen. Das Tor fiel also quasi außerhalb des Spielbetriebes. Der Foulpfiff aber war zu Unrecht erfolgt, kein Dortmunder hatte Horn gefoult. Köln will also mit dem Einspruch erreichen, dass die ursprüngliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz bestehen bleibt. Man strebe eine "Neuansetzung" an, so Schmadtke. BVB-Boss Aki Watzke warf den Kölnern anschließend vor, schlechte Verlierer zu sein.

Gewinner des Tages

ist einer der besten deutschen Fußballer der jüngeren Geschichte - wenn nicht aller Zeiten. Nach seinem Karriereende im Sommer spricht trotzdem niemand beim FC Bayern über die Lücke, die er hinterlassen hat. Der Grund dafür heißt Joshua Kimmich. Der 22-Jährige füllt die großen Fußstapfen hervorragend aus. Auf der rechten Abwehrseite bei den Bayern ist er gesetzt, überzeugt mit klugem Passspiel und trägt sich zuletzt auch immer häufiger in die Scorerliste ein. Gegen Anderlecht unter der Woche traf er und legte ein Tor auf, bei Bayerns Galavorstellung gegen Mainz bereitete er drei von vier Treffern vor. Nach einigem Positionshickhack in den vergangenen Jahren, scheint er seine Paraderolle gefunden zu haben. Stellt sich nur die Frage, ob er dieses Niveau auch jahrelang so konstant halten kann, wie sein Vorgänger es konnte. 

Verlierer des Tages

René Adler war mal wieder die ärmste Sau im ganzen Stadion: Egal mit welchem Verein er gegen die antritt, der Torhüter bekommt kräftig einen eingeschenkt. Die 4:0-Klatsche bescherten ihm die Treffer 51 bis 54, die Adler persönlich in Spielen gegen die Bayern kassiert hat. In 18 Partien konnte er nicht einmal als Sieger vom Platz gehen - bei nur drei Unentschieden. Und dabei war er dieses Mal sogar noch der beste Mainzer auf dem Platz.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das 1:0 von Hoffenheims war zwar nur bedingt spektakulär, dafür aber in doppelter Hinsicht besonders: Zum einen bekam Hoffenheim nach wenigen Minuten gegen Berlin eine Ecke zugesprochen, doch ehe die ausgeführt werden konnte, ging Wagner zum Schiri und teilte ihm mit, zuletzt am Ball gewesen zu sein. Wenig später wurde er dann bei einer berechtigten Ecke für seine Ehrlichkeit belohnt und traf per Kopf zum 1:0. Zum anderen war es ein Rekordtor: Wagner nutzte das erste 13.30-Uhr-Spiel an einem Sonntag, um sich mit dem frühesten Sonntagnachmittagstor in die Bundesliga-Geschichtsbücher einzutragen.

Bild des Tages

Der doppelte Bender: Als erstes Zwillingspaar seit Halil und Hamit Altintop vor zehn Jahren standen die Leverkusener Lars und Sven Bender in der Bundesliga für denselben Verein auf dem Platz.

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