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Der HSV ist der (schlechte) Verlierer des Spieltags - auch ohne Niederlage

Während Bayer-Coach Roger Schmidt jetzt auch weiß, wie VIPs eine Bundesliga-Partie wahrnehmen, verarbeitet der HSV das hitzige Duell mit einem nickligen Aufsteiger nach Spielschluss schlecht. Der 23. Bundesliga-Spieltag im stern-Check.

HSV Ingolstadt

Viel Diskussionsbedarf: Beim Spiel in Hamburg gerieten nicht nur Gotoku Sakai vom HSV und die Ingolstädter Robert Bauer und Mathew Leckie aneinander

So liefen die Spiele

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Unbedingt den Treffer von Mainz' Yunuy Malli zum 1:0 gegen Leverkusen. Nach starkem Pass von Mitspieler Pablo De Blasis läuft der 24-Jährige zunächst perfekt im gegnerischen Strafraum in Position, stürmt dann - auch dank Tahs mangelhafter Bewachung - allein auf Bayers Keeper Leno zu, um diesen per gefühlvollem Heber aus zehn Metern zu überlisten. Später legte der Mainzer Spielmacher noch das zwischenzeitliche 3:0 nach - gleichbedeutend mit seinem bereits zehnten Saisontreffer.

Gewinner des Tages

An dieser Stelle darf das Hinrunden-Überraschungsteam gesondert gewürdigt werden: Hertha BSC Berlin. Nicht nur fuhren die Hauptstädter in Köln nach 68 Tagen ohne Sieg endlich wieder mal einen Dreier ein. Auch festigten sie Platz drei und bauten ihren Vorsprung auf Verfolger Mönchengladbach (2:2 gegen Augsburg) sogar aus. Mit diesem Erfolg darf die Hertha nun immer mehr vom europäischen Wettbewerb träumen - auch wenn Trainer Pál Dárdai davon nichts hören wollte. Erst wenn man 46 Punkte (aktuell sind es 39) habe, könne man darüber reden, antwortete der Ungar zurückhaltend. Diese sympathische Bescheidenheit macht Berlin nur noch mehr zum Gewinner.


Aufreger des Tages

Ihn selbst dürfte der Platzverweis am meisten gewurmt haben: Sebastian Rudy. In der 58. Minute holte der Hoffenheimer Dortmunds Tormaschine Pierre-Emerick Aubameyang unsanft von den Beinen und handelte sich so die Rote Karte ein. Weil Rudy den Dortmunder von hinten erwischte, kann man den Platzverweis einerseits sicher als gerechtfertigt ansehen. Andererseits werden deutlich heftigere Vergehen - zumal dieses am Mittelkreis passierte und Rudy nicht der letzte Mann war - häufig milder bestraft. 

Dass Rudys Foul dennoch aufgeregt diskutiert wurde, lag auch daran, weil der Platzverweis den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellte. Hatte Hoffenheim die Partie bis dahin größtenteils bestimmt, kam der BVB gegen den nun dezimierten Gegner erwartbar besser ins Spiel. Die Konsequenz: Den 0:1-Rückstand - passenderweise durch Geburtstagskind Rudy markiert - drehten die Borussen bis Spielende noch in ein 3:1.

Verlierer des Tages

Nein, es war wahrlich kein ansehnliches Spiel, das Hamburg und Ingolstadt gezeigt hatten. Was einige Hansestädter nach dem 1:1 jedoch verbal ablieferten, darf getrost in die Kategorie "Schlechte Verlierer" eingeordnet werden. Lauthals meckerten und lamentierten die HSV-Spieler nach der Partie lauthals über die Spielweise ihres Gegners. "Die sind nur am Labern. Deren Spiel besteht daraus, herumzublöken und sich fallen zu lassen. Das ist eine ekelhafte Mannschaft", schimpfte Lewis Holtby. Auch Josip Drmic, der Hamburg zunächst in Führung gebracht hatte, ließ kein gutes Haar an den Schanzern: "Das Spiel war der Horror für den Bundesliga-Fußball. Bei so einem Spiel zuzuschauen, tut nur den Augen weh."

Dass der HSV angesichts von 7:12 Torschüssen froh sein konnte, am Ende nicht punktlos vom Platz zu gehen, wollte offenbar niemand wahrhaben. Und so zeigte sich auch FCI-Sportvorstand Thomas Linke angesichts der Anfeindungen etwas verwundert. "Traurig, wie eigentlich so großartige Spieler immer wieder versuchen, Versäumnisse gegen Aufsteiger nach Abpfiff medial nachzuholen", sagte der Ex-Nationalspieler. Recht hatte er.

Bild des Tages

Roger Schmidt, aktuell gesperrter Trainer von Bayer Leverkussen, sitzt auf der Tribüne

Allein in der Loge: Roger Schmidt saß in Mainz den ersten Teil seiner Drei-Spiele-Sperre ab


Vielleicht war Roger Schmidt insgeheim sogar ein bisschen froh, dass er sich die schwache Partie seines Teams nicht am Spielfeldrand ansehen musste. Mit 1:3 kam Leverkusen beim Europacup-Anwärter aus Mainz unter die Räder. Dass der Bayer-Coach das Spiel nur im Innern einer VIP-Loge auf der Haupttribüne verfolgen und so nicht eingreifen durfte, hat sich der 48-Jährige selbst zuzuschreiben. In der vergangenen Woche hatte Schmidt sich der Anweisung von Schiedsrichter Felix Zwayer widersetzt, wegen Meckerns auf die Tribüne zu gehen. Die Partie gegen Dortmund war daraufhin für mehrere Minuten unterbrochen und Schmidt später vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt worden.

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