Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Stern Logo Bundesliga

Die Bayern lassen Augsburg keine Chance - HSV düpiert Gladbach

Alle für Holger Badstuber: Die erneute Verletzung ihres Abwehrspielers hat die Bayern nicht aus dem Tritt gebracht. Gegen Augsburg gaben sie sich keine Blöße. Eine böse Überraschung erlebte Gladbach beim HSV.

Thomas Müller und Robert Lewandowski

Augsburgs Philipp Max (l.) ist konsterniert: Thomas Müller (M.) und Robert Lewandowski (r.) bejubeln das erste Bayern-Tor des Abends

Der beeindruckend souveräne FC Bayern hat sich dank Robert Lewandowski auch nach dem Verletzungs-Schock um Holger Badstuber nicht vom Meisterkurs abbringen lassen. Am Tag nach dem Saison-Aus für den leidgeprüften Innenverteidiger gewannen die Münchner das ungleiche bayerische Duell beim erschreckend harmlosen FC Augsburg hochverdient mit 3:1 (1:0).

Vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena unterstrich Lewandowski (15. Minute/62.) ein weiteres Mal seine herausragende Form. Acht von zehn Bayern-Toren nach der Winterpause gehen auf das Konto des Polen, der mit seinem 21. Saisontor an Pierre-Emerick Aubameyang (20 Treffer) von Verfolger Borussia Dortmund vorbeizog. Thomas Müller (78.) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Als dann längst alles klar war, sorgte Raul Bobadilla (86.) für den Ehrentreffer. Bitter für Bayern: Der nächste Ausfall droht, denn Arturo Vidal musste nach knapp einer Stunde verletzt vom Platz.

Bayern mit Badstuber-T-Shirts

Während der deutsche Fußball-Rekordmeister anderthalb Wochen vor dem Champions-League-Klassiker gegen Juventus Turin seine Bundesliga-Führung von acht Punkten auf den BVB behauptete, sammelten die Augsburger kein Selbstvertrauen für ihr Europa-League-Highlight. Am Donnerstag ist der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp zu Gast.

Wie sehr auch den Bayern-Profis die Verletzung ihres Kollegen unter die Haut geht, zeigten sie vor dem Anpfiff. Über die Trikots hatten sie T-Shirts mit der Aufschrift: "Wir sind bei dir. Du schaffst es wieder", gezogen. So machten sie dem schon wieder verletzten Badstuber, der sich das Sprunggelenkt gebrochen hat, Mut.

"Niemals aufgeben, Holger"

"Die Operation ist gut verlaufen. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", berichtete Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. Derweil skandierten die Bayern-Fans: "Holger Badstuber, schalalalala!" Und sie rollten auf der Tribüne Spruchbänder aus: "Immer weiter machen! Niemals aufgeben, Holger".

Auch der von der Verletzungsmisere gebeutelte Trainer Pep Guardiola hatte das Badstuber-Shirt untergezogen. Der Spanier stellte wie erwartet David Alaba als Abwehrchef neben Joshua Kimmich in die Innenverteidigung. Nach der Pause erwischte es auch noch Vidal, der auf der Sechser-Position stark gespielt hatte. Der Chilene humpelte in der 57. Minute vom Rasen, Rafinha ersetzte ihn und Kapitän Philipp Lahm übernahm die Vidal-Position.

Augsburg nur am Anfang forsch

"Wir wollen mutig sein, das Passive liegt uns nicht", kündigte Augsburg-Coach Markus Weinzierl an. Auch wenn der FC-Trainer als bislang einziger Bundesliga-Coach mit seinem Team zweimal gegen Star-Coach Guardiola gewinnen konnte, spielten die Hausherren nur die ersten Minuten forsch auf.

Danach gaben die Gäste den Ton an - und Lewandowski machte nach Vorarbeit von Arjen Robben und Thomas Müller seinem Ruf als Torjäger alle Ehre. Im 31. Pflichtspiel der Saison erzielte der Pole seinen 30. Treffer. Natürlich war es Lewandowski, der nach der Pause alles klar machte. Thiago spielte den Weltklasse-Pass, der Pole musste nur noch verwandeln und überholte Aubameyang in der Torjägerliste. Danach traf Müller nach Costa-Vorarbeit und bejubelte sein 15.
Bundesliga-Saisontor.

Lewandowski und Müller kommen nun zusammen auf 36 Treffer und haben damit Gerd Müller (23) und Uli Hoeneß (12) als bestes Bundesliga-Torschützen-Duo nach dem 21. Spieltag überholt. Müller und Hoeneß waren in der Spielzeit 1972/73 ähnlich erfolgreich.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 3:2

Dem kriselnden Hamburger SV ist nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Gegen Borussia Mönchengladbach gewann der HSV am Sonntag mit 3:2 (2:1). Im 96. Duell der Traditionsclubs gingen zwar die Gäste durch Fabian Johnson (14. Minute) in Führung, die Norddeutschen drehten die Partie aber durch ein Eigentor von Martin Hinteregger (39.), Artjoms Rudnevs (41.) und Ivo Ilicevic (80.). Der Anschlusstreffer durch Raffel (88.) kam für die Gladbacher zu spät.

Mit dem ersten Sieg seit fast drei Monaten im Volksparkstadion baute der HSV mit nun 26 Punkten den Vorsprung auf den Relegationsrang auf sechs Punkte aus. Im Gegenzug verpasste die Elf von André Schubert mit noch 32 Zählern den Sprung auf einen Champions-League-Platz.

Gladbach erwischt besseren Start

Bei Schmuddelwetter und nur vier Grad taten sich die Gastgeber vor 56.706 Besuchern ohne den Gelb-gesperrten Verteidiger Johan Djourou zunächst schwer. Gegen die von der Spielanlage besseren Gladbacher kamen die Hanseaten gar nicht durch und ließen immer wieder das schnelle Umschaltspiel zu. Gladbach-Leihgabe Josip Drmic (13.) vergab eine Großchance gegen Keeper Yann Sommer - im Gegenzug gelang die Führung durch Johnson, der nach Pass von Thorgan Hazard nur einschieben musste.

Unter den Augen von Ex-Kapitän und Noch-Betis-Sevilla-Spieler Rafael van der Vaart, der mit seinem Sohn auf der Tribüne saß, mühte sich der HSV gegen selbstbewusste Gladbacher. Ohne den seit sieben Partien glücklosen Pierre-Michel Lasogga machten Drmic über links und Rudnevs als einzige Spitze Dampf. Nah am Ausgleich war Lewis Holtby (18.), der statt selbst abzuschließen in den Rücken von drei mitgeeilten Kollegen abgab. Nach einem Strafraumgetümmel und einem Fehler von Dahoud zog dann Gideon Jung auf das Tor von Sommer, Hinteregger fälschte unhaltbar ab.

Applaus statt Pfiffe zur Halbzeit

Der lange verschmähte Rudnevs sorgte mit seinem zweiten Saisontor für die Führung. Trainer Bruno Labbadia brachte den Letten erstmals seit dem 28. Februar 2015 gegen Eintracht Frankfurt und lag richtig. Der agile Stürmer nutzte einen Abschlag von René Adler, setzte sich gegen Oscar Wendt durch und ließ Sommer aus etwa zwölf Metern keine Chance.

Erstmals seit Wochen gab es zur Halbzeit Applaus statt Pfiffe, danach Rudnevs-Sprechchöre. Drmic (53.) hätte nachlegen können, schoss aber weit über das Gehäuse.

Die Schubert-Elf hatte in der zweiten Hälfte mehr Probleme mit den immer frecheren Hanseaten. Der Schweizer Granit Xhaka kam nach seiner Rotsperre noch nicht wieder richtig ins Spiel. Die Fohlen-Elf tat sich schwer und stellte mehr und mehr die Offensivbemühungen ein. Der formstarke Thorgan Hazard (74.) verpasste noch einmal haarscharf das Tor von Adler.

Sechste Auswärtsniederlage

Dann machte aber der eingewechselte Ivo Ilicevic per Kopfball den HSV-Sieg perfekt. Der Kroate hatte wegen der Kopfstoß-Affäre beim 1:1 gegen Köln zuschauen müssen. Trotz des späten Anschlusstreffers kassierte Mönchengladbach die sechste Auswärtsniederlage.

tkr/Britta Körber/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools