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Der peinliche Zickenkrieg von Leverkusen

Was war denn da los? Beim Bundesliga-Spitzenspiel kriegen sich Bayer-Trainer Schmidt und Schiedsrichter Zwayer legendär in die Haare - so etwas gab es noch nie. Diese und andere Denkwürdigkeiten des Spieltags im stern-Check.

Bundesliga Leverkusen Zickenkrieg

Bundesliga-Spitzenspiel in Leverkusen: Stefan Kießling richtet seinem Trainer Roger Schmidt schöne Grüße vom Schiedsrichter aus

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Selten fiel uns die Entscheidung in dieser Rubrik so leicht. Man lehnt sich nicht einmal besonders weit aus dem Fenster, wenn man Thomas Müllers Treffer schon jetzt zum "Tor des Jahres" erklärt - nicht nur, weil Fallrückzieher traditionell gute Chancen auf diesen Titel haben. Das 2:1 gegen Darmstadt war keine handelsübliche Fußballer-Akrobatik im südamerikanischen Stil, sondern Ausdruck dieser typisch Müllerschen Eleganz, die immer auch ein bisschen eckig aussieht, die nie mehr sein will als Mittel zum Zweck - und den Zweck hat Thomas Müller an diesem Wochenende mal wieder übererfüllt für seine Bayern, die sich lange schwer taten gegen giftige Darmstädter.

Gewinner des Tages

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann feierte bei seinem Heimdebüt gegen Mainz den ersten Sieg seiner Profikarriere. Der mit 28 Jahren jüngste Chefcoach der Bundesliga-Geschichte hat es bereits nach wenigen Tagen im Amt geschafft, die Stimmung in Sinsheim zu verbessern. Kevin Volland sagt: "Julian Nagelsmann vermittelt uns Selbstvertrauen und Mut und ermuntert uns, so zu spielen, wie wir auch trainieren." Das packende 3:2 gegen die Nullfünfer gibt Nagelsmann auch sportlich Recht. Für Hoffenheim hat der Kampf um den Klassenerhalt mit diesem Spieltag erst so richtig begonnen, findet auch Volland: "Jetzt bleiben wir dran!" Abschreiben sollte man den Tabellenvorletzten, der vor diesem Wochenende fünf Spiele sieglos geblieben war, jedenfalls noch lange nicht.

Julian Nagelsmann Hoffenheim

Julian Nagelsmann freut sich mit seinem zweifachen Torschützen Mark Uth über den Sieg gegen Mainz

Aufreger des Tages

Das gab es in 53 Jahren Bundesliga noch nie: Schiedsrichter Felix Zwayer will Leverkusens Trainer Roger Schmidt beim Spiel zwischen Bayer und Dortmund wegen Meckerns aus dem Innenraum verweisen, aber der weigert sich zu gehen. Er verlangt eine Erklärung, von Zwayer höchstpersönlich. Die bekommt er aber nicht, stattdessen verlässt der Schiedsrichter den Platz. Der peinliche Zickenkrieg hat ein Nachspiel: Zunächst platzt dem in solchen Situationen stets cholerischen Rudi Völler in bester Weißbier-Waldi-Tradition im Sky-Interview erwartungsgemäß der Kragen, nur um im Anschluss plötzlich zu bemerken: "Das muss man doch jetzt nicht aufpumpen, die Nummer." Der vorher so bockige Schmidt macht hinterher auf reuig: "Ich habe zu lange gezögert zu gehen. Es war ein Fehler von mir." Anschließend lässt er sich aber noch zu einer Dolchstoßlegende hinreißen: Der umstrittene Unparteiische habe nur Minuten nach "Wiederanpfiff" den Leverkusenern aufgrund der Vorfälle absichtlich einen Handelfmeter versagt. Das Schlusswort in dieser Farce soll dem bis an die Grenze zur Oberlehrerhaftigkeit resoluten Felix Zwayer gehören - auf die Frage, warum er denn nun nicht zu Roger Schmidt gegangen sei, um ihm den Platzverweis persönlich zu erklären, erklärt der Schiedsrichter: "Ich wäre konditionell ganz sicher dazu in der Lage gewesen. Es war aber so, dass der Trainer Schmidt relativ aufgebracht war aufgrund des Gegentores. Und dass ich es auch für angebracht gehalten habe, die Distanz in dieser Situation zu wahren."

Verlierer des Tages

In Hannover gehen langsam die Lichter aus. Selbst ein Trainer-Veteran wie Thomas Schaaf versucht es bisher vergeblich, der Mannschaft Leben einzuhauchen. Die 96er präsentieren sich im eigenen Stadion gegen den direkten Konkurrenten aus Augsburg leblos, uninspiriert, ja: wie ein Absteiger. Der Abstand zum Relegationsrang wird immer größer. Vom rettenden Platz 15 ganz zu schweigen. Aber auf den sollte an der Leine nach diesem Wochenende ohnehin niemand mehr hoffen.

Bundesliga-Bild des Tages

Fanproteste Köln

Vor dem Derby in Mönchengladbach protestieren Anhänger des 1. FC Köln "für den Erhalt der Fankultur"

Wenigstens hat der 1. FC Köln gegen Mönchengladbach verloren, denn von dieser Auflage des Traditionsderbys haben die Fans der Domstädter ohnehin nicht viel mitbekommen. Die meisten waren aus Protest gegen die Bestrafung wegen der Ausschreitungen im vorherigen Derby gar nicht im Stadion. Der Protestmarsch der Kölner Fans in Mönchengladbach-Rheydt vor dem Spiel verlief friedlich, im Borussia-Park war von FC-Fans fast nichts zu hören. Das ist zwar besser als Randale, aber von Derbystimmung war deshalb auch keine Spur. Vielleicht beim nächsten Mal wieder.

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