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Das macht den Tuchelschen BVB so stark

Gewinnt der BVB im Spitzenspiel der Bundesliga gegen den FC Bayern, wäre die Meisterschaft nach über drei Jahren gähnender Langeweile auf einmal wieder spannend. Dass Dortmund wieder konkurrenzfähig ist, liegt vor allem an einem: Thomas Tuchel.

BVB-Coach Thomas Tuchel

BVB-Coach Thomas Tuchel: "Es liegt bei uns, den nächsten Schritt zu machen"

Endlich wieder Spannung - oder zumindest ein kleiner Vorgeschmack darauf. Auf fünf Punkte ist der BVB vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern an den Rekordmeister herangerückt. Bei einem schwarz-gelben Heimsieg wären es nur noch zwei. Schlagdistanz. Dortmund ist der beste Zweite in der Geschichte der Bundesliga, noch vor den Bayern die erfolgreichste Rückrundenmannschaft. Auf einmal kann Schwarz-Gelb wieder von der Meisterschaft träumen. "Es liegt bei uns, den nächsten Schritt zu machen", sagte Coach Thomas Tuchel nach der unerwarteten Bayern-Niederlage gegen Mainz. 

Tuchelscher BVB kann auch Favorit

Der wiedererstarkte BVB geht vor allem auf das Konto des ehemaligen Mainzers Trainers. Tuchel hatte im Sommer einen angeschlagenen Klub von Jürgen Klopp übernommen. Die Gegner hatten sich nach den Meisterjahren 2011/2012 auf den Kloppschen "Vollgasfußball" eingestellt. Eine Ära der absoluten Bayern-Dominanz begann, die bis heute anhält. Tuchel aber machte sich auf, den BVB weiterzuentwickeln. Statt auf überfallartige Gegenangriffe setzt er auf Spielkontrolle - und das mit Erfolg: Destruktive, defensive Gegner waren lange Zeit ein Problem für Dortmund. Doch "sehr professionelle" (Tuchel nach Darmstadt) Siege gegen die beiden Aufsteiger oder gegen Hoffenheim und Hannover zeigen: Dortmund kann auch Ballbesitzfußball, Dortmund kann auch Favorit.

Entscheidend dabei ist aber, dass Tuchel die Dortmunder Spielweise weiterentwickelt hat, ohne dabei auf Altbewährtes aus dem System seines Vorgängers zu verzichten. Der BVB setzt zwar mehr auf Ballbesitz, sicheres Passspiel und Spielkontrolle. Das aggressive Pressing bereits tief in der gegnerischen Hälfte, das kollektive Verschieben, um die Räume für den Gegner möglichst kleinzuhalten, hat Tuchel aber konserviert und in seine Spielidee eingeflochten.

Tuchel animiert die BVB-Stars zu Top-Leistungen

Tuchel gelingt es, die bestmögliche Leistung aus seinen Stars zu holen. Ilkay Gündogan ist wieder das Herz des BVB, steht auf so ziemlich jeder Einkaufsliste in Europa. Pierre-Emerick Aubameyang - vor nicht allzu langer Zeit immer wieder als Fehleinkauf verschrien - trifft wie er will, hat in drei Wettbewerben 32 Buden geknipst. Und ganz besonders: Henrikh Mkhitaryan. Der oftmals als zu sensibel titulierte Armenier läuft unter Tuchel wieder heiß: 19 Tore und 23 (!) Assists stehen wettbewerbsübergreifend auf seinem Saison-Konto. "Miki, ich kann dich auf ein Spitzenklassen-Niveau bringen", sagte ihm der Coach in einem der ersten Gespräche. Tuchel hat nicht zu viel versprochen.

Der Coach motiviert offenbar auch nicht nur die qualitative Oberschicht seines Teams. Wer auf allen drei Hochzeiten tanzen will, - vor allem, wenn eine davon die sehr zeitintensive Europa-League inklusive Qualifikation ist - der braucht die volle Breite des Kaders. Unter Tuchel funktioniert die Rotation. Zuletzt gegen Darmstadt baute er auf acht Positionen um und gewann. Flexible Spieler wie Bender, Ginter oder Castro überzeugen, egal, wo er sie hinstellt. Und selbst das Pausieren von Schlüsselfiguren wie Hummels, Gündogan oder Mkhitaryan kann die Mannschaft verkraften.

Bessere Vorzeichen für den BVB

Kurzum: Der BVB ist on fire. Sechs von sieben Rückrundenpartien gewann Tuchels Elf, die als einzige seit Jahreswechsel noch ungeschlagen ist. In der Europa-League und im Pokal ist man nach souveränen Siegen gegen den FC Porto und den VfB Stuttgart voll auf Kurs. Und in der Liga hat man einen entscheidenden Vorteil vor dem FC Bayern: Der BVB hat sein Saisonziel bereits erreicht. Die Teilnahme an der Champions-League ist mit 15 respektive 18 Punkten Vorsprung auf Platz drei und vier praktisch sicher. Ab jetzt ist alles nur noch Sahne auf dem Kuchen. Sich an den Bayern für das 1:5 in der Allianz-Arena aus der Hinrunde zu rächen, und damit die Meisterschaft tatsächlich wieder spannend zu machen - das wäre ein fetter Klecks.

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