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Was Tuchel beim BVB besser macht als Klopp

Nach einem Seuchenjahr hat Thomas Tuchel den BVB wieder zum ersten Bayern-Verfolger gemacht und geht dabei vieles anders an als sein Vorgänger Jürgen Klopp. Das spiegelt sich in einigen verbesserten Werten wider – und in einem großen Manko.

BVB-Coach Thomas Tuchel

BVB-Coach Thomas Tuchel hat die Mannschaft weiterentwickelt

Der BVB unter Thomas Tuchel ist kein grundauf anderer als der unter Jürgen Klopp. Tuchels BVB ist eine Weiterentwicklung dessen, was sein Vorgänger in sieben Jahren auf die Beine gestellt hat. Aus druckvollem Pressing und schnellen Gegenstößen ist ein ruhigerer, mehr auf Ballbesitz ausgelegter Fußball geworden. Aus jugendlichem Eifer eine erwachsene Spielidee. Nach einer schlimmen Saison, in der sich Dortmund noch so gerade eben ins internationale Geschäft rettete, sind Selbstbewusstsein und sportlicher Erfolg zurückgekehrt.

Neuer BVB, neue Werte

Die tuchelschen Veränderungen machen sich auch in einigen Statistiken bemerkbar. Das Sport-Fachmagazin "Kicker" stellte kürzlich das erste halbe Jahr unter Tuchel den beiden vorangegangenen unter Klopp statistisch gegenüber. Dabei zeigte sich: Tuchels BVB hat mit 60 statt 53 Prozent deutlich mehr Ballbesitz als noch unter seinem Vorgänger. Das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass Tuchel keinen überfallartigen Angriffsfußball spielen lässt, der logischerweise zu mehr Ballverlusten führt. Der 42-Jährige setzt mehr auf genauere Pässe, auf das Zirkulieren des Balles in den eigenen Reihen und letztlich auf Spielkontrolle. Der neue BVB spielt rund 110 Pässe mehr pro Partie und ist dabei mit 84 Prozent angekommenen Zuspielen deutlich genauer (vorher 77 %).

Dabei rennt die Tucheltruppe rund sechs Kilometer weniger pro Spiel (113 km), gewinnt aber vier Prozent mehr Zweikämpfe (54 %) als in den beiden letzten Jahren unter Klopp. Mit 2,76 statt 1,87 springen unter dem neuen Coach deutlich mehr Tore pro Spiel heraus, mit 1,35 statt 1,18 aber auch etwas mehr Gegentore. Besonders die Chancenverwertung ist unter Tuchel besser geworden: Traf die Klopp-Elf bei jeder vierten Gelegenheit, netzen Tuchels Jungs jede dritte Chance ein.

Tuchels neue Spielweise hat ein großes Manko

Allerdings hat Tuchels neue Spielweise in Dortmund auch ein sehr großes Manko: die Konterangriffe. Der BVB erzielt unter dem neuen Trainer nur noch rund halb so viele Tore mit Gegenattacken (9 statt 16 Prozent). Dafür kassieren die Schwarz-Gelben mehr als ein Drittel ihrer Gegentore nach Kontern – ebenfalls grob eine Verdopplung des Wertes unter Klopp (35 statt 19 %). Die Ursachen dafür sind klar: Wer mehr das Spiel beherrscht, fährt weniger Konter – und bekommt in der Konsequenz auch mehr vom Gegner. Die Mannschaft befindet sich schließlich erst am Anfang eines Lernprozesses und muss die neue tuchelsche Taktik noch verinnerlichen.

Zum Rückrundenauftakt hat Tuchel durch diese Anpassungen im Spiel den Erfolg zurückgebracht in den Signal-Iduna-Park. 38 Punkte, 47 Tore und ein gefestigter Platz zwei in der Bundesliga mit acht Punkten Rückstand auf den FC Bayern sind die Konsequenz. Für die zweite Saisonhälfte will Tuchel also viel beibehalten und sagte "Bundesliga.de" in einem Interview: "Eine Menge Arbeit liegt vor uns. Wenn wir diese Saison so durchziehen, wie wir sie begonnen haben, können wir sehr zufrieden in den Urlaub fahren."

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